Im vergangenen Sommer war ich Betreuerin in einem Sommerlager für Christliche Wissenschaftlerinnen in Maine.
Der Sommer war geprägt von geistigem Wachstum und Freude. Doch als die Wochen vergingen, wurde ich überwältigt von den langen Tagen und der Unberechenbarkeit, die diese Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen im Sommerlager mit sich brachten. Es fiel mir schwer, in meinen täglichen Aktivitäten inneren Frieden zu finden.
An einem Nachmittag war ich mit einigen der Teilnehmerinnen Himbeeren pflücken. Ich fühlte mich besonders belastet und konnte meine wirren Gedanken nicht ordnen.
Plötzlich fühlte ich einen stechenden Schmerz im Fuß. Ich war auf ein Wespennest getreten – und jetzt stachen mich die Wespen.
Einen Moment lang hatte ich Angst, doch dann dachte ich an das metaphysische Thema des Sommerlagers, eine geistige Idee, an die wir uns den ganzen Sommer lang halten. Es waren diese Worte aus der Bibel (2. Mose 14:13): „Fürchtet euch nicht, steht fest.“ Das diente mir als Hinweis, innezuhalten und auf Gott zu lauschen. Das hilft, Angst zu überwinden, weil Gott uns Gedanken gibt, die uns Trost, Führung und Frieden schenken. Das sollte unsere Reaktion auf jede Situation sein, sodass wir hören können, wie Gott, der allwissende, unendliche Weisheit ist, uns sagt, was wir tun sollen.
Als ich stoppte und auf Gott lauschte, wusste ich, dass alles OK sein würde, weil mir klar war, dass meine Aufgabe im Sommerlager – Freude zum Ausdruck zu bringen und für die mir zugeteilten Teilnehmerinnen da zu sein – nicht verletzt, angegriffen oder bedroht werden konnte.
Und ich musste praktische Schritte unternehmen, um meine Gruppe vor den Wespen zu schützen. Da ich auf Gott lauschte, wusste ich, dass ich die Anweisungen bekommen würde, die ich brauchte.
Selbst in den Augenblicken, als ich Schmerzen hatte, konnte ich den anderen schnell und ruhig sagen, sie sollten in die andere Richtung rennen. Dadurch, dass ich mir die Zeit nahm, mental fest zu stehen, konnte ich Entscheidungen treffen, die halfen, die Gruppe zu schützen. Die Wespen hörten auf, mich zu stechen, und ich setzte mich ruhig hin und rief Mitarbeitende des Sommerlagers zu Hilfe, die dann kamen und mich zu einer Praktikerin der Christlichen Wissenschaft brachten.
Die Praktikerin sagte mir, dass ein selbstloses und liebevolles Motiv keine Narbe in meinem Sommer hinterlassen kann. Meine Liebe für meine Arbeit als Betreuerin, für die Natur und dafür, neue Dinge zu entdecken, war größer als jede augenscheinliche Gefahr oder Störung, denn diese Liebe kommt von Gott, der Liebe ist. Ich kann niemals von Liebe getrennt werden.
Als ich zum Sommerlager zurückkehrte, wurde ich sehr liebevoll und fürsorglich begrüßt. Ich fühlte die Liebe der Teilnehmerinnen und der anderen Betreuerinnen, und das gab mir viel Trost und Frieden.
Beim Aufwachen am nächsten Morgen sah ich mir meinen Fuß gar nicht erst an, weil ich wusste, dass alles in Ordnung war. Ich hatte keine Schmerzen und konnte meine Arbeit an dem Tag voll Freude und Freiheit tun.
Den restlichen Sommer über sagte ich mir immer wieder, wie wichtig es ist, mental fest zu stehen. Das half mir nicht nur bei der Heilung meines Fußes, sondern trug auch dazu bei, dass ich mich viel ruhiger fühlte. Ich lernte, wie wertvoll es ist, an jede Situation heranzugehen, indem ich fest bleibe und auf Gottes Anweisungen lausche.
