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Koffeinabhängigkeit geheilt, nachdem ich mir selbst vergab

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 26. Oktober 2026


Das Tankstellen-Dienstleistungsgewerbe bringt viel Stress mit sich. Als ich dort anfing, stellte ich fest, dass Abhängigkeiten von Substanzen überraschend verbreitet waren und sogar erwartet wurden. Es war üblich für die Technikerinnen und Techniker, nach dem Arbeitstag viel zu trinken und während der vielen Arbeitsstunden zu rauchen, zu vapen oder Kautabak zu kauen. Da mich diese Dinge noch nie gereizt hatten, dachte ich nicht viel über sie nach. Ich gewöhnte mich daran, dass sie vorhanden waren.

Einige Jahre später wurde mir mitgeteilt, dass ich ab jetzt mit einem Vorgesetzten zusammenarbeiten würde, mit dem ich mich noch nie vertragen hatte. Ich war darüber aufgebracht, dass ich an einem Projekt arbeiten sollte, das mich zwingen würde, mehrmals täglich mit ihm zu telefonieren, doch als lebenslange Christliche Wissenschaftlerin war es normal für mich, bei Problemen Hilfe bei Gott zu suchen. Ich beschloss, dass es an der Zeit war, über meine Beziehung zu diesem Vorgesetzten zu beten.

Ich betete in dem Wissen, dass Gott Liebe ist, wie die Bibel und Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy uns lehren, und dass wir diese unendliche Liebe als Gottes Schöpfung alle zum Ausdruck bringen. Und ich hörte eine klare Stimme, die mir sagte: „Vielleicht solltest du geduldiger sein.“ Einen Augenblick lang war ich verwirrt, doch dann erkannte ich, wie sehr das stimmte. Ich hatte keine Geduld. Es war, als ob jemand das Licht in meinem Denken eingeschaltet hatte.

Diese Erkenntnis machte mir deutlich, dass ich selbst unter einer Abhängigkeit litt, und zwar von Koffein. Ich war am Arbeitsplatz oder auf langen Autofahrten für die Arbeit nur zufrieden, wenn ich ein Energydrink in der Hand hielt. Und tagsüber wollte ich nichts lieber als meine Arbeit abschließen, damit ich mich mit einem weiteren Energydrink belohnen konnte. Ich hatte sogar angefangen, einige mit nach Hause zu nehmen, damit ich sie am Wochenende trinken konnte.

Als ich sah, wie stark die Abhängigkeit geworden war, beschloss ich, sie aufzugeben und diese Getränke nie wieder anzufassen.

Das erste Ergebnis meines Gebets war, dass das Projekt mit meinem Vorgesetzten sehr gut lief, und wir entwickelten beruflich eine Beziehung gegenseitigen Respekts, die bis zu seiner Pensionierung so blieb. Doch das war nicht das Ende meines Kampfes mit der Koffein-Abhängigkeit.

Starke Entwöhnungskopfschmerzen und heftiges Verlangen belasteten mich monatelang, und in jeder Tankstelle, in der ich arbeitete, war ich von dem umgeben, was ich hinter mir lassen wollte. Trotz des Unwohlseins betete ich nicht bezüglich dieser Gefühle, denn ich war zutiefst enttäuscht über mich selbst, weil ich das Opfer der mentalen Atmosphäre geworden war, in der ich arbeitete und in der Abhängigkeit als normal akzeptiert wurde. Ich war sehr wütend auf mich selbst und fand in gewisser Weise, dass ich diese Entwöhnungserscheinungen verdiente.

Etwas, das ich am Arbeitsplatz erlebte, änderte eines Tages mein Denken über diese Sache. Ein Mann rauchte an der Eingangstür zum Gebäude und bettelte um Geld. Die Bitte um Geld ärgerte mich längst nicht so wie der Geruch des Rauches. Da ich mehrfach durch diese Tür gehen musste, war ich frustriert davon und äußerst erleichtert, als ich meine Arbeit abschloss und zu meinem Wagen zurückkehren konnte.

Durchs Autofenster sah ich, wie ein Kunde eine Fastfood-Tüte in den Mülleimer vor meinem Fahrzeug warf. Der Mann an der Tür kam angerannt und zog die Tüte heraus. Ich konnte sehen, wie enttäuscht er war, als er darin nichts als eine gebrauchte Serviette fand.

In dem Moment sah ich den Mann nicht mehr als einen Abhängigen, sondern als meinen „Bruder“, der Hunger hatte. Ich ging zurück in das Tankstellengebäude, in dem auch eine kleine Gastronomie untergebracht war, und bestellte eine Mahlzeit. Als ich rausging und dem Mann die Schachtel mit dem warmen Essen übergab, nahm er sie dankbar an.

Beim Einsteigen in mein Fahrzeug fielen mir Jesu Worte über eine Frau ein, die tiefe Reue zum Ausdruck gebracht hatte (siehe Lukas 7:36–50): „Ihre vielen Sünden sind ihr vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben ist, der liebt wenig.“ Ich verstand, dass es meine Aufgabe war, ohne Vorbehalt zu vergeben – nicht nur anderen, sondern auch mir selbst.

Eine Stelle in Wissenschaft und Gesundheit lautet (S. 224): „Wahrheit bringt die Elemente der Freiheit. Auf ihrem Banner steht das von Seele inspirierte Motto: ‚Die Sklaverei ist abgeschafft.‘ Die Macht Gottes bringt den Gefangenen Befreiung. Keine Macht kann der göttlichen Liebe widerstehen.“ Ich war in dieser Liebe ebenso enthalten wie die restliche Menschheit, und wir müssen nur unsere mentale Tür öffnen und sie einlassen.

Das betrachte ich als den zweiten Wendepunkt bei meiner Heilung. Ich vergab mir die Abhängigkeit und das, was ich als meine Schwäche und meine Unzulänglichkeiten betrachtete. In dem Moment, würde ich sagen, liebte ich viel, und mein Herz fühlte sich wirklich bis an den Rand gefüllt an. Das war die wahre Freiheit von der Abhängigkeit und das Ende der Kopfschmerzen sowie des heftigen Verlangens.

Doch mich erwartete noch ein weiterer Wendepunkt. Ich hatte mein Ringen und die Heilung mehr oder weniger für mich behalten und nur wenigen mir Nahestehenden davon erzählt. Die Sorge, für das verurteilt zu werden, was ich für den Fehler eines schwachen Menschen hielt, verfolgte mich weiter. Ich betrachtete den Zeitraum vor der Heilung als eine dunkle Zeit und wollte sie einfach vergessen.

In dem Jahr nach dieser Heilung nahm ich an der Versammlung der Schülervereinigung der Christlichen Wissenschaft teil, deren Mitglied ich bin, und war beeindruckt von neuer Inspiration, die ich durch Jesu Gleichnis vom verlorenen Sohn erlangte (siehe Lukas 15:11–32).

Nachdem der junge Mann sein gesamtes Erbe verschwendet hat, sieht er seinen Fehler ein und kehrt demütig zu seinem Vater zurück. Dieser vergibt ihm nicht nur auf der Stelle, sondern feiert seine Heimkehr sogar. Der Vater hat trotz des dummen Verhaltens nicht aufgehört, seinen Sohn zu lieben. Allerdings ist der ältere Bruder sehr verärgert, dass der jüngere Sohn so willkommen geheißen wird. Er ist nie vom geraden Weg abgewichen und findet, dass sein Bruder die Vergebung des Vaters nicht verdient.

Die meisten Menschen werden zugeben, sich zu gewissen Zeiten so gefühlt zu haben wie der ältere Bruder. Ich begriff, dass ich mich wie beide verhielt. Ich war der verlorene Sohn, der um Vergebung bat, und der ältere Bruder, der meinte, ich hätte es nicht verdient, straflos für das zu bleiben, was ich getan hatte.

Mir fielen die Worte des Vaters zu seinem älteren Sohn ein: „Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. Aber man muss doch fröhlich sein und sich freuen; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden worden.“

Mir war klar, dass ich mich über meine Heilung freuen und die gute Nachricht mit anderen teilen sollte. Das war keine dunkle Zeit in meinem Leben, sondern ein freudiger Zeitraum der Heilung und des geistigen Wachstums. Als ich anderen von der Heilung erzählte, konnte ich augenblicklich ihre Liebe zu mir und ihre Mitfreude über die Heilung fühlen. 

Rückblickend auf diese Zeit fühle ich nichts als die Freude über die Heilung und Dankbarkeit für mein neues Verständnis von Gottes alles einschließender Liebe.

Kristy Daubach
Paint Lick, Kentucky, Vereinigte Staaten

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