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Für Jugendliche

Wie bete ich bei überwältigenden globalen Problemen?

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 9. Oktober 2019


F: Ich fühle mich hoffnungslos und von dem überwältigt, was in der Welt passiert. Ich weiß nicht, wo mein Gebet ansetzen muss – und ob es überhaupt hilft.

A: Einige dieser globalen Probleme scheinen wirklich keinen leichten Ansatzpunkt zu haben. Doch wir wollen auf keinen Fall einfach zusehen und uns hilflos, gelähmt und/oder gleichgültig fühlen. Gibt es etwas, das wir tun können und das wirklich etwas bewirkt?

Meine Antwort auf diese Frage wäre früher „Hm, weiß nicht“ gewesen. Doch eine Erfahrung jüngeren Datums hat mir gezeigt, dass wir helfen können – dass Gebet wirklich ein machtvolles, hilfreiches Werkzeug ist.

Stell dir folgende Situation vor: ein Flächenbrand, der 240.000 Häuser im Visier hat, darunter meins. Ich war mehrere Tage lang hypnotisiert von der Bedrohung, den Nachrichten, dem qualmenden Rauch. Ehrlich gesagt war ich gelähmt vor Angst. Wir evakuierten die Pferde und besprachen die beste Strategie, für die restlichen Tiere zu sorgen. Ich versuchte zu beten, doch konnte vor lauter Angst keinen guten Ansatz finden.

Und dann kam mir am vierten Tag des Infernos auf einmal ein überraschender Gedanke: Ich kann bestimmen, woran ich denke. Ich konnte mich immer tiefer in den Kreislauf aus Angst ziehen lassen, oder ich konnte („Tadaa!“) mein Denken bewusst aus der Furcht ausklinken und etwas Konstruktivem zuwenden. Was für eine Vorstellung!

Und genau das tat ich – ich schaltete quasi mental um. Auf diese Weise konnte ich mich von dem beschwörenden Drama abwenden, das sich um mich herum und in meinem Denken abspielte.

Als ich das tat, war ich fähig zu beten: „Vater, zeig mir Deine Macht und Gegenwart.“ Das Ergebnis war interessant: Mein Herz füllte sich mit Anteilnahme für alle, deren Haus gefährdet war. Mein Gebet erhob mich über mich selbst und meine Interessen zu einem Ort, wo ich Gottes Liebe und Fürsorge für Seine ganze Schöpfung spüren konnte – und wo niemand ausgeschlossen war. Und obwohl weiter über das Ereignis berichtet wurde und der Rauch wie zuvor sichtbar war, hatte ich nicht mehr diese lähmende Angst. Ich wusste, dass ich mich auf Gott verlassen konnte.

Und das konnte ich. Der Brand drang zwar bis in einige Gärten vor, doch es brannten nur ein paar Berghütten ab. Haben meine Gebete das bewirkt? Ich kann nicht behaupten, dass es nur daran lag. Aber ich war sicher, dass sie der Situation geholfen hatten. Und wieso nicht, da die Bibel uns verdeutlicht, dass das Gebet des Gerechten viel vermag, wenn es ernsthaft ist (siehe Jakobus 5:16). Die tiefe und machtvolle Erkenntnis von Gottes Gegenwart änderte meine Sichtweise von einer gefährlichen Situation in das Bewusstsein, dass Gott wirklich die Herrschaft hat – und das zeigte sich deutlich.

Die Bibel enthält zahllose Berichte von beachtlichen Dingen, die von Einzelnen bewirkt wurden. Ein weiser Mann errettete zum Beispiel eine Stadt vorm Verderben (siehe Prediger 9:14, 15). Noah war der einzige, der die Botschaft von Gott erhielt, dass die Schöpfung inmitten einer ungeheuren Flut erhalten bleiben würde und dass er dabei eine wichtige Rolle zu spielen hatte (siehe 1. Mose 6–8). Und schauen wir uns nur all das Gute an, das Jesus vollbracht hat. Er zeigte uns, was für wundervolle Dinge passieren können, wenn ein Mensch die Allmacht Gottes dort akzeptiert, wo Heilung vonnöten ist.

Vielleicht schaust du dir an, was diese Leute getan haben, und denkst, dass sie halt außergewöhnlich waren. Doch auch wir können etwas bewirken, indem wir ihrem Vorbild folgen. Wenn wir unser Denken an Gott ausrichten, so wie diese Leute es getan haben, dann öffnen wir der Macht Gottes die Tür, und wir können sie um uns spüren. Es ist ein bisschen, wie wenn man die Vorhänge aufmacht und das Sonnenlicht einlässt. Die Vorhänge, die das Licht blockieren, sind wie irrige Vorstellungen – Ängste, Zweifel und sehr echt aussehende falsche Eindrücke –, die uns in Unwissenheit hüllen und vor Angst lähmen. Wir können das Zimmer als geistige Wirklichkeit betrachten, die das Licht als Gottes wundervolle Schöpfung enthüllt – in jeder Weise sicher.

Wir lernen durch die Christliche Wissenschaft, dass das Wesen Gottes nur gut ist. Und was ist mit Bränden, Stürmen und anderen Katastrophen? Die einzige Antwort, wenn wir Gottes Allgegenwart als wahr akzeptieren, ist, dass sie die Auswirkungen furchtbarer Missverständnisse sind, die durch ein geistiges Verständnis von Gott und Seiner geistigen Schöpfung korrigiert werden können. Mary Baker Eddy beschäftigt sich in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift mit diesem Thema. Sie schreibt: „Alle Wirklichkeit ist in Gott und Seiner Schöpfung, harmonisch und ewig. Was Er erschafft, ist gut, und Er macht alles, was gemacht ist. Somit ist die einzige Wirklichkeit von Sünde, Krankheit und Tod die schreckliche Tatsache, dass dem menschlichen, irrenden Glauben Unwirklichkeiten wirklich scheinen, bis Gott ihnen ihre Tarnung herunterreißt“ (S. 472). Mit diesem Verständnis zu beten bedeutet, Gott die Tarnung herunterreißen zu lassen – die geistige Wirklichkeit ans Licht zu bringen. Wenn wir Gottes immer wirkende Macht und Güte anerkennen und uns damit verbinden, dann erkennen wir die Realität dieser Wahrheit.

Auch wenn unser individueller Einsatz, durch Gebet zu helfen, klein wirken mag, kann das geistige Licht, das durchscheint, einen echten Unterschied ausmachen. Ich liebe diesen Spruch: „Einer mit Gott ist nicht nur die Mehrzahl, sondern ein Monopol.“ Es ist wichtig für die Welt, dass wir uns auf die Seite dieses Monopols schlagen.

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Die Mission des Herold

Der Herold der Christlichen Wissenschaft ist dazu da, die gute Nachricht zu verkünden, daß Gott tatsächlich Himmel und Erde erfüllt. Als „Herold“ trompetet er die herrlichen Tatsachen des Lebens hinaus — er bringt die Botschaft von der Schönheit und Unschuld des geistigen Universums Gottes. Diese Tatsachen *müssen* berichtet werden. Und wenn freudig, mutig und mit Überzeugung über sie berichtet wird, heilen sie. Sie erlösen. Sie erquicken das Leben.

Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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