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Original im Internet

Für Kinder

Tommys Heilung

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 12. November 2018


„Sind die Räder am Fahrradträger, Tommy?“, rief die Mutter aus dem Haus hinaus.

„Ja, und die Taschen sind im Kofferraum. Beeil dich, Mama, damit wir vor dem Mittagessen noch um den See radeln können.“

Tommy hatte es eilig, zum Green Lake Park zu kommen. Er liebte die schattigen Wege und den Geruch von Würstchen am Imbissstand, wo sie immer zu Mittag aßen. Er hoffte, dass der See warm genug sein würde, um am Nachmittag schwimmen zu gehen und dann am Strand Quarzsteine zu suchen.

Endlich saß die Mutter im Auto und sie fuhren los, um Sally und Jane abzuholen, Mrs. Cashons Enkelinnen. Mrs. Cashon war Tommys Freundin und Sonntagsschullehrerin. Sie stand mit den Mädchen schon abfahrtbereit vorm Haus, als Tommy und seine Mutter ankamen. Die Mädchen hatten es auch eilig, zum See zu kommen.

Als die Mutter den Motor ausstellte, war Tommy schon ausgestiegen. Er schob den Sitz nach vorn, damit die Mädchen hinten einsteigen konnten, und ging dann Mrs. Cashon begrüßen, die zusah, wie Tommys Mutter die Taschen in den Kofferraum tat.

Tommy beschrieb Mrs. Cashon die Wanderwege am See und malte mit dem Finger eine Landkarte auf die Seite des Kofferraums. Die Mutter sah seinen Finger nicht, daher machte sie die Heckklappe zu und warf den Schlüssel in ihre große Handtasche.

Tommys Finger war eingeklemmt. Er konnte sich nicht bewegen. Er war so erschrocken, dass er nicht mal aufschreien konnte. Dann schloss sich Mrs. Cashons Hand um seine. Ihre Blicke trafen sich und er wusste, dass sie betete. Jetzt hatte er nicht mehr ganz so viel Angst. Sobald Tommys Mutter sah, was passiert war, suchte sie schnell in der Handtasche nach dem Kofferraumschlüssel.

Mrs. Cashon, eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft, sagte leise zu Tommy: „Du weißt doch, dass Gott dich liebhat, nicht?“

„Jaaaa“, sagte Tommy mit zitternder Stimme.

„Du weißt, dass du Gottes geliebtes Kind bist.“

Wieder sagte er: „Jaaaa.“ Diesmal war er sich sicherer.

„Und als Gotteskind bist du Sein Ebenbild, und weil Gott Geist ist und nicht eingequetscht werden kann, kannst du auch nicht verletzt werden.“

Die Mutter fand endlich den Schlüssel und schloss den Kofferraum auf. Tommys Finger war wieder frei, sah aber nicht gut aus. „Schau auf Gott und Seine Güte, Tommy, und nicht auf den Finger“, sagte Mrs. Cashon, als er einstieg.

Es war schwer, nicht zu weinen, doch Tommy bemühte sich und winkte Mrs. Cashon zu, als sie losfuhren.

Auf der Fahrt tat der Finger mehrmals weh, doch statt darauf zu sehen, dachte Tommy an Gott und Seine Güte. Er hatte in der Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft gelernt, dass Mary Baker Eddy geschrieben hat: „Gott ist überall, und nichts außer Ihm ist gegenwärtig oder hat Macht“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 473). Schon bald pochte der Finger nicht mehr. Tommy, Jane und Sally fuhren Rad, schwammen im See, aßen Würstchen und suchten Quarzsteine am Strand. Sie verbrachten einen herrlichen Tag, der viel zu schnell verging.

Als Tommy seinem Vater abends die Quarzsteine zeigte, die er gefunden hatte, und von dem tollen Tag erzählte, erwähnte er den Finger nicht mal. Er hatte die Sache ganz vergessen. Als er sich den Finger am nächsten Tag ansah, war nur ein dünner roter Strich zu sehen, der gar nicht wehtat und bald verschwunden war. Aber er erinnerte sich noch lange an die schnelle Heilung. Sie war sein Beweis dafür, dass es gut ist, auf Gott zu schauen.

Hinweis für Eltern:

Tommys Mutter lag das Wohl ihres Sohnes sehr am Herzen. Da es ihr und ihrem Kind immer Heilung gebracht hatte, sich auf Gott zu verlassen, war sie sicher, dass die sofortige Aufmerksamkeit und Gebete der Praktikerin in der Situation wirksam sein würden.

Mrs. Cashon verwendete Worte, die Tommy verstehen konnte. Kinder, die die Christliche Wissenschaft studieren, lernen von klein auf, dass Gott Liebe ist, allmächtig und überall. Tommy hatte kurz davor in der Sonntagsschule gelernt, dass Gott den Menschen nach Seinem Bild und Gleichnis erschaffen hat (siehe 1. Mose 1:26). Die Klasse hatte außerdem darüber gesprochen, was Christus Jesus bewerkstelligte – Heilungen von Krankheiten, Unfällen, Blindheit –, indem er Gott, das Gute, als die einzige Macht betrachtete. Jesus sagte: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts aus sich selber tun, sondern was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut in gleicher Weise auch der Sohn“ (Johannes 5:19).

Tommy und seine Mutter wussten beide, dass Mrs. Cashon eine Behandlung in der Christlichen Wissenschaft gab, das heißt, dass sie das Gesetz von Gottes gegenwärtiger Allmacht auf die Situation anwandte. Solch ein Gebet ist weit mehr, als Gott zu bitten, einen gequetschten Finger zu heilen. Es ist die Bekräftigung, dass die Identität des Menschen nicht materiell ist, sondern geistig, denn sie ist in Gott, Geist, und daher intakt. Das Ergebnis stimmte mit Mrs. Eddys Satz überein: „Das Gebet, das die Sünder umwandelt und die Kranken heilt, ist ein absoluter Glaube, dass bei Gott alle Dinge möglich sind – ein geistiges Verständnis von Ihm, eine selbstlose Liebe“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 1).

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Michael Pabst, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Februar 1997 

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