Nachdem mein Mann und ich ca. drei Jahre verheiratet waren, beschlossen wir, Kinder zu bekommen. Nach zwei Fehlgeburten und vielen Tränen fühlte ich mich mutlos. Besonders schwierig war, dass es schien, als ob wir die einzigen in unserem Freundeskreis waren, bei denen es nicht klappte.
Es war selbstverständlich für mich zu beten, und ich merkte, dass ich ein besseres Verständnis der Schöpfung brauchte. Meine Schwiegermutter, eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft, legte mir nahe, einen Artikel zum Thema „Das Sein ist Entfaltung“ zu lesen, in dem die Verfasserin erklärt: „Entfaltung ist die Ausdrucksweise des göttlichen Gemüts ... Sie ist die Aktivität der Liebe, die die göttlichen Tatsachen in menschlichen Unterfangen sichtbar werden lässt“ (Mary Sands Lee, Herold-Online, 15. Januar 2016). Als ich mich von ganzem Herzen meinem Vater-Mutter-Gott im Gebet zuwandte, fing ich an, folgende Tatsachen zu begreifen: Jedes Kind Gottes besteht jetzt und ewiglich mit seinem Vater-Mutter-Gott; ich bin keine Schöpferin und werde es nie sein; das Erscheinen eines Kindes ist schlicht die Entfaltung einer Idee, die seit Ewigkeit besteht und die unsere Mutter, Liebe, seit jeher kennt und liebt.
Ich durchforstete die Bibel und Mary Baker Eddys Werke nach Stellen über Kinder, Mutterschaft und Geburt. Zwei Stellen aus Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift waren mir eine besondere Hilfe. In einer las ich, „... dass beide, Mann und Frau, aus Gott hervorgehen und Seine ewigen Kinder sind, die keinen geringeren Eltern angehören“ (S. 529). Die andere lautet: „Die göttliche Wissenschaft vertreibt die Wolken des Irrtums mit dem Licht der Wahrheit und hebt den Vorhang über dem Menschen, der nie geboren ist und niemals stirbt, sondern mit seinem Schöpfer zugleich besteht“ (S. 557). Ich erlangte ein klareres Verständnis von unserer Präexistenz mit und Untrennbarkeit von unserem Schöpfer.
Ungefähr ein Jahr später wurde ich wieder schwanger. Es war eine heilige Zeit, in der mein Mann und ich die Entfaltung von Gottes kostbarer Idee wertschätzten. Ich erzählte niemandem von der Schwangerschaft und verbarg sie, bis sie sich nicht mehr verheimlichen ließ. Später im selben Jahr hießen wir eine kleine Tochter in unserer Familie willkommen, und sie war eine wahre Freude!
In den vorangegangenen Jahren hatte ich mich oft gefragt, wieso uns das passierte, wo doch alle anderen offenkundig mühelos Kinder bekamen. Heute, dreißig Jahre später, sehe ich die Erfahrung klarer. Gott sieht uns nie als mit einem Mangel behaftet, und ruft keine Verluste hervor. Durch meine Gebete zu Gott wurde daraus eine Zeit geistigen Wachstums, das mein Denken nährte. Dies wiederum führte mich dazu, bescheiden als Mitglied in meiner Zweigkirche Christi, Wissenschaftler, mitzuarbeiten. Und ein Jahr nach der Geburt unserer Tochter war ich bereit, an einem Intensivkurs über die Praxis der Christlichen Wissenschaft bei einer autorisierten Lehrerin teilzunehmen. Dieser Unterricht erwies sich als unschätzbare Hilfe bei der Erziehung aller unserer Kinder. Denn ... wir hatten noch weitere wunderschöne Kinder, und zwar drei!
Weitere Segnungen folgten. Einige Jahrzehnte später, zu einer Zeit, in der die allgemeine Überzeugung behauptet, dass ich Symptome der Wechseljahre zu erwarten hätte, fand diese Änderung absolut problemlos statt. Ich schreibe dies dem klaren Verständnis wahrer Weiblichkeit und der Schöpfung zu, das ich Jahre zuvor erlangt hatte.
Ich bin so dankbar für die Christliche Wissenschaft, die uns befähigt, jeden Bereich des Lebens in Frieden und Harmonie zu durchlaufen. „Jede weitere Stufe der Erfahrung entfaltet neue Aspekte göttlicher Güte und Liebe“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 66).
Debra Jones McCook
Tyler, Texas, Vereinigte Staaten
