Zwei Jahre nach dem College fühlte sich mein Leben leer und bedeutungslos an. Ich suchte nach geistigem Verständnis, indem ich verschiedene Glaubensgemeinschaften besuchte, doch keine erschien mir erfüllend. Dann wandte ich mich Halluzinogenen zu, um Inspiration zu erlangen, und geriet sehr schnell in eine Abhängigkeit.
Wegen der Drogen und meines allgemeinen Denkzustands konnte ich an keinem Arbeitsplatz funktionieren. Es sah so aus, als säße ich in einer Sackgasse. Ich fühlte mich gefangen.
Rückblickend würde ich sagen, dass meine Suche nach Geist aufgrund meiner materiellen Sichtweise nicht vorankam. Ich hatte keine Ahnung von der Unendlichkeit dessen, was ich suchte. Doch meine Unwissenheit tat meinem Wunsch keinen Abbruch, noch war meine Suche weniger ehrlich. Obwohl mir das Leben düster erschien und ich nicht viel von dem wusste, was ich mir wünschte, hatte ich ein tiefes Verlangen danach, Gott zu verstehen, und dieser Wunsch war ein Gebet, das mich der Wahrheit näherbrachte.
Mitten in einer unruhigen Nacht schlug ich die Augen auf und stellte fest, dass mein Zimmer von Licht erfüllt war. Ich fühlte mich von Reinheit umfangen. Erneuert und voll Frieden schlief ich wieder ein. Am folgenden Morgen wusste ich, dass ich einen Kurswechsel vornehmen musste. Ich hatte monatelang nicht gearbeitet, doch an jenem Tag konnte ich eine Richtung erkennen. Es war klar, dass ich einen Job finden musste.
Ich wohnte auf dem Land, weit von Unternehmen entfernt, hatte kein Auto, und schien keine guten Aussichten auf einen Job in meiner Nähe zu haben. Doch in der Lokalzeitung war einer ausgeschrieben, den ich zu Fuß erreichen konnte. Es war ein Kinderlager für Mädchen, das sich auf die Sommersaison vorbereitete, und ich wurde als Schreiner eingestellt. Die Arbeit war interessant und die Arbeitgeber sehr nett.
Ich freundete mich mit der großmütterlichen Besitzerin des Geländes an, einer Christlichen Wissenschaftlerin. Nach und nach lernte ich ihre ganze Familie kennen, und sie kamen mir alle außergewöhnlich vor. Als ich fragte, was sie so von anderen unterschied, sagten sie, dass es wohl ihre Religion war. Daher fragte ich, ob ich mit ihnen die Kirche besuchen dürfe. Sie luden mich zu einer Mittwochabend-Zeugnisversammlung in ihrer Zweigkirche Christi, Wissenschaftler, ein.
An jenem Abend folgte ich nicht der gesamten Lesung (die aus Stellen aus der Bibel und dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy bestand), aber die Heilungszeugnisse und Bemerkungen über die Christliche Wissenschaft aus der Gemeinde leuchteten mir völlig ein. Ich hörte jemanden sagen, dass wir alle die vollkommenen Kinder Gottes sind. Das überzeugte mich, denn ich hatte immer gedacht, dass das stimmt.
Ich war erstaunt, solch eine Kirche zu finden, und fragte mich: „Kann das wirklich wahr sein?“ Doch als ich mit den Mitgliedern bekannt wurde, war ich erleichtert und erfreut, dass sie das lebten, was sie glaubten.
Ich nahm weiter an den Gottesdiensten teil und fing an, die christlich-wissenschaftlichen Zeitschriften zu lesen und mich regelmäßig intensiv mit den wöchentlichen Bibellektionen aus dem Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft zu befassen. Dies nahm täglich viele Stunden in Anspruch, und ich fand Antworten auf die Herausforderungen, mit denen ich konfrontiert war. Mein Leben wurde von Grund auf umgewandelt. Die Leute bemerkten, dass ich besser aussah. Sie sagten, mein Gesichtsausdruck habe sich von mürrisch und zynisch in sympathisch und freundlich geändert. Als ich dem göttlichen Gemüt, Gott, näherkam, löste sich mein Verlangen nach Drogen auf.
Ich begann, Wissenschaft und Gesundheit intensiv zu studieren. Ich las das erste Kapitel – „Gebet“ – etliche Male hintereinander, denn es erklärte so viel von dem, was ich über meine Beziehung zu Gott wissen wollte: wie man lauscht, wie man betet und wie Gebet heilt. Ich war von einer Religion gekommen, in der die Geistlichen die Gebete vorschrieben, und es inspirierte mich, dass ich direkt mit Gott kommunizieren konnte.
Dieses Kapitel machte mich mit sieben Synonymen für Gott bekannt, die das Lehrbuch nahebringt – Liebe, Gemüt, Geist, Prinzip, Wahrheit, Leben, Seele – und die Gottes Natur und Charakter beschreiben. Ich lernte, dass wir nicht beten, um Gottes Aufmerksamkeit zu erlangen oder Gott daran zu erinnern, Gott zu sein. Vielmehr ersetzen wir begrenzte Überzeugungen über die Göttlichkeit durch das Verständnis von Gottes unendlichem, allgegenwärtigem, allmächtigem Guten.
Eins der Dinge, die mir an der Christlichen Wissenschaft am besten gefielen, war ihre Sicht von Christus Jesus als dem Wegweiser der Menschheit. Wissenschaft und Gesundheit erklärt: „Jesus lehrte den Weg des Lebens durch Demonstration, damit wir verstehen können, wie dieses göttliche Prinzip die Kranken heilt, Irrtum austreibt und über den Tod triumphiert. Jesus stellte das Ideal Gottes besser dar, als irgendein Mensch es gekonnt hätte, dessen Ursprung weniger geistig war“ (S. 25).
Ich hatte die sogenannten Wunder infrage gestellt, die Jesus zugesprochen werden, und keine Relevanz für unser Zeitalter entdecken können. Doch durch mein Studium der Christlichen Wissenschaft kam ich zu der Erkenntnis, dass sie keine Fälle waren, in denen Gott eingriff, um die „natürliche“ Ordnung der Dinge zu ändern, sondern sie waren Fälle von Jesu Verständnis und Demonstration dessen, was bereits geistig und dauerhaft zutraf. Wir lesen in Wissenschaft und Gesundheit: „Jesus sah in der Wissenschaft den vollkommenen Menschen, der ihm da erschien, wo den Sterblichen der sündige sterbliche Mensch erscheint. In diesem vollkommenen Menschen sah der Erlöser Gottes eigenes Gleichnis, und diese korrekte Anschauung vom Menschen heilte die Kranken. Auf diese Weise lehrte Jesus, dass das Reich Gottes intakt und universal ist und dass der Mensch rein und heilig ist“ (S. 476–477).
Die Tatsache, dass Jesus seine Nachfolger aufforderte, das zu tun, was er getan hatte, gab mir die Hoffnung, diese Beispiele der Wahrheit selbst praktizieren zu können. Als ich anfing, die Christliche Wissenschaft zu erforschen, dachte ich, dass dies eine weitere Station auf dem Weg vieler Überzeugungen sein würde. Doch stattdessen wurde sie mein Zuhause – der Anker für all mein Denken und Handeln.
Obwohl ich erst nach dem College mit diesem Studium anfing, könnte man sagen, dass ich in der Christlichen Wissenschaft aufgewachsen bin. Als ich mir meiner wahren Identität als geistiges Kind Gottes bewusstwurde, wurde ich reifer und erlebte eine vollständige Umwandlung meines Charakters. Und die Harmonie des Gemüts wird auch weiterhin in meinem Leben ausgedrückt – ich erfreue mich bis heute guter Gesundheit, einer liebevollen Ehe und Familie und einer erfüllenden Berufstätigkeit.
Wissenschaft und Gesundheit erklärt auf Seite 423: „Der Christliche Wissenschaftler, der wissenschaftlich versteht, dass alles Gemüt ist, beginnt mit der mentalen Ursächlichkeit, der Wahrheit des Seins, um den Irrtum zu zerstören. Dieses Heilmittel ist ein alterierendes Mittel, das jeden Teil des menschlichen Organismus erreicht. Der Heiligen Schrift zufolge erforscht es ‚Mark und Bein‘ und stellt die Harmonie des Menschen wieder her.“
Gott, die göttliche Liebe, hat mich aus meinem Kampf in der Dunkelheit ins Licht geführt, in dem ich florieren konnte. Dafür bin ich sehr dankbar.
R. Elliott Reinert
