Skip to main content
Original im Internet

Das größte Geschenk

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 15. Oktober 2019


Als Kinder waren meine Schwestern, mein Bruder und ich Heiligabend immer sehr aufgeregt. Nach amerikanischer Sitte wurden die Geschenke am ersten Weihnachtstag verteilt, und früh morgens schlichen wir hinunter, um sie unterm Weihnachtsbaum zu sehen, und gingen dann wieder hoch. Ein großes Geschenk wie ein Fahrrad war nicht eingepackt, und wir taten dann immer so, als hätten wir nichts davon gewusst. Manchmal war ein kleines Geschenk, auf das wir gehofft hatten, eine echte Überraschung, denn die kleine Schachtel, in der es sich befand, war in einer größeren versteckt.

Natürlich geht es bei Weihnachten um viel mehr als Geschenke. Es geht um das, was Gott, die göttliche Liebe, allen Menschen frei gibt – was wir jeder umsonst empfangen und geben können. Es kann als sehr großes Geschenk oder als kleine Freundlichkeit erscheinen. Meine Mutter hat uns Kindern – die alle von kleiner Statur sind – zum Beispiel immer gesagt: „Große Dinge kommen in kleinen Verpackungen.“ Dann fühlten wir eine größere Würde und Befähigung in uns, als unser Erscheinungsbild vermuten ließe.

Jeder hat einen klaren Wert und Fähigkeiten, die weit über das hinausgehen, was oberflächlich gesehen vorhanden ist. In der Bibel wird ein Mann erwähnt, der von Geburt an gelähmt war und wenig Chancen für sich selbst sah. Er saß täglich vor dem Tempel und bat die Eintretenden um eine Gabe.

Als Petrus und Johannes, Jesu Jünger, ihn dort sahen, sagte Petrus ihm, dass er zwar kein Silber und Gold hatte, „aber was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazareners, steh auf und geh!“ Und dann geht die Beschreibung weiter: „Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sofort wurden seine Füße und Knöchel fest.“ Dieses wundervolle Geschenk der Heilung war eine große und unerwartete Überraschung für den Mann, „und er sprang auf, konnte stehen und gehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang und lobte Gott“ (siehe Apostelgeschichte 3:1–8).

Petrus und Johannes sowie andere Jünger hatten von Jesus den Auftrag erhalten, die Kranken zu heilen, die Toten aufzuwecken und die Dämonen auszutreiben. Jesus kannte Gott, den universalen Geber unerschöpflicher Gesundheit und Reinheit, und hatte ihnen dieses Geschenk gemacht – die Fähigkeit zu heilen. Daher fügte er hinzu: „Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es auch“ (Matthäus 10:8). Und Jesus erwartete voll und ganz, dass jeder lernen kann, Gottes freigiebiges Geschenk des Heilens weiterzugeben.

So wie meine Mutter wusste, dass ihre Kinder mehr konnten als man anhand ihrer kleinen Statur meinen sollte, so wusste Jesus, dass alle Kinder Gottes – Sie und ich und alle Menschen – Fähigkeiten haben, die weit über menschliche Kraft hinausgehen. Wir sind von der göttlichen Liebe erschaffen, um die Liebe widerzuspiegeln, die heilt. Wir sind die Widerspiegelung der Liebe.

Die göttliche Liebe ist so groß, dass sie nicht eingewickelt werden kann, und ihre Widerspiegelung kann dies auch nicht. Diese Liebe ist unendlich. Reflektieren ist Denken, und Gottes Gedanken machen das wahre Sein aller Menschen als Reflektion – Widerspiegelung – der Liebe aus. Wir sind in das unendliche Bewusstsein der göttlichen Liebe „gepackt“. Wir bestehen aus den Gedanken, die das göttliche Gemüt kennt und liebt – das Gemüt, das rein Gutes ist, zu dem keine Begrenzungen, Krankheiten und Disharmonien gehören. Das ist die göttliche Wissenschaft des Seins, die Wahrheit, die Christus Jesus lebte und durch die er heilte.

Diese Christus-Wissenschaft ist ein wundervolles Geschenk Gottes an die Menschheit, und sie heilt heute, wenn sie verstanden und praktiziert wird. Dieses Verständnis kommt, wenn wir unser Herz dafür öffnen und es in uns einlassen durch aufnahmebereites und demütiges Studieren in der Bibel und in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, dem Buch, das den geistigen Sinn der Wahrheit erklärt, die Jesus demonstriert hat. Durch dieses hingebungsvolle Studium, zusammen mit dem hingebungsvollen Gebet darum, die Wissenschaft des Christus zu verstehen und ihr zu gestatten, uns umzuwandeln, wird Gottes heilende Liebe in uns widergespiegelt, und sie berührt alle, die unser Denken berührt.

Doch was ist mit all den materiellen, begrenzten, lähmenden Gedanken, die so viel vom menschlichen Denken vereinnahmen – Gedanken von Krankheit, Gebrechen und Sünde? Wo kommen die her? Nun, genau das ist der Punkt! Denn es gibt sie gar nicht in Gott, dem unendlichen Geist, dem unendlichen Gemüt und der unendlichen Liebe, die allen Raum erfüllen, also haben sie keine wahre Existenz. Wenn die göttliche Liebe unser individuelles geistiges Bewusstsein erfüllt und reinigt, verlieren diese Irrtümer ihre Wirklichkeit für uns und verschwinden. So heilt die Christliche Wissenschaft. Wir lesen in Wissenschaft und Gesundheit: „Das physische Heilen durch die Christliche Wissenschaft ist heute, wie zur Zeit Jesu, das Ergebnis der Tätigkeit des göttlichen Prinzips, vor dem Sünde und Krankheit ihre Wirklichkeit im menschlichen Bewusstsein verlieren und so natürlich und unvermeidlich verschwinden, wie Dunkelheit dem Licht und Sünde der Umwandlung Raum gibt“ (S. xi).

Wenn wir also in unserer Fähigkeit zu heilen wachsen wollen, indem wir Gottes Liebe widerspiegeln, dann können wir anfangen, indem wir der göttlichen Liebe gestatten, unser Bewusstsein zu erfüllen. Wir können uns von ihr unsere wahre Identität und unseren wahren Wert und die Identität und den Wert anderer als Gottes Widerspiegelung offenbaren lassen. Wenn die göttliche Liebe unser Herz und unser Denken erfüllt, würdigen wir andere ganz natürlich als herrlicher, reiner und gesünder, als sie oberflächlich erscheinen. Dann wird die Liebe, die Sie ausdrücken, die heilende Macht der allmächtigen göttlichen Liebe widerspiegeln. Auf diese Weise kann Gottes Liebe sich überraschend, aber absolut natürlich heilend auf Ihr Leben und das anderer auswirken.

Ehrliche Anerkennungsworte oder liebevolle Beweise der Vergebung können die Liebe Gottes in Ihrem Herzen reflektieren und dem Empfänger die Liebe Gottes nahebringen – und Heilung bewirken. Mrs. Eddy hat diese weise Beobachtung gemacht: „Geben im Dienst unseres Schöpfers macht uns nicht arm, ebenso wenig bereichert uns Zurückhalten“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 79). Die göttliche Liebe gibt immer. Und je mehr wir sie annehmen – unser Denken dafür öffnen – und sie in unserem Tun und Denken reflektieren, desto mehr fühlen wir die heilende und umwandelnde Macht in uns selbst. Und andere fühlen sich ebenfalls darin geborgen.

Barbara Vining
Chefredakteurin

Weitere Artikel im Web

  

Die Mission des Herold

Der Herold der Christlichen Wissenschaft ist dazu da, die gute Nachricht zu verkünden, daß Gott tatsächlich Himmel und Erde erfüllt. Als „Herold“ trompetet er die herrlichen Tatsachen des Lebens hinaus — er bringt die Botschaft von der Schönheit und Unschuld des geistigen Universums Gottes. Diese Tatsachen *müssen* berichtet werden. Und wenn freudig, mutig und mit Überzeugung über sie berichtet wird, heilen sie. Sie erlösen. Sie erquicken das Leben.

Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.