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Original im Internet

Der Grund zur Weihnachtsfreude

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 15. Oktober 2019


„Fröhliche Weihnachten“ und „O du Fröhliche“ erklingen im Advent, wenn es mit Vorfreude auf die Weihnachtsfeiertage zugeht. Oder so sollte es zumindest sein – wenn man nicht von Einkaufsstress und anderen Vorbereitungen belastet wird. Oder wenn in der Besinnlichkeit nicht traurige Erinnerungen und enttäuschte Gefühle hochkommen.

Das Gedicht „O sel’ge Weihnacht“ der Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft Mary Baker Eddy fängt mit den Worten an: „O sel’ge Weihnacht, ob Gewölk / folgt deiner Bahn“, doch in der nächsten Zeile weist sie auf den tieferen Ursprung des Christus als über alle dunkle Wolken erhaben hin: „Dein Licht entsprang, wo Sturm den Tag / nicht trüben kann.“ Und sie fährt darin fort, den Christus als die „heil’ge Gott-Idee“, als sanften Lichtstrahl lebendiger Liebe und urewige Wahrheit, weit entfernt von Erdenpein zu beschreiben (Liederbuch der Christlichen Wissenschaft, Nr. 23). Hier bezieht sich Mrs. Eddy auf die von menschlichen Umständen unberührte göttliche Liebe, die über allem Schmerzlichen steht. Diese Worte sprechen aus der Tiefe ihrer eigenen Erfahrungen.

Ihr erster Mann war nach einem Ehejahr verstorben. In ihr Elternhaus zurückgekehrt, bekam sie ihren Sohn George. Doch der Kleine wurde ihr später entzogen und zu einer anderen Familie gebracht, da sie selbst gesundheitlich zu schwach war, um für ihn zu sorgen. Die Ehe, die sie dann in erster Linie einging, um ihr Kind wiederzubekommen, führte zu einer großen Enttäuschung, da ihr Mann untreu war.

Doch kurz bevor ihr Mann sie verließ, erfuhr Mrs. Eddy eine einschneidende Heilung von erheblichen Verletzungen, die sie sich bei einem Sturz auf dem vereisten Bürgersteig zugezogen hatte. Die Heilung kam zustande, als sie einen vertrauten Bericht einer Heilung von Jesus las und ein tieferes, geistigeres Verständnis davon erlangte. Mrs. Eddy fand schon immer viel Halt in der Bibel, die sie seit ihrer Kindheit geschätzt hatte. Nun erfuhr sie durch ein inspiriertes Verständnis der Bibel eine lebensverändernde Heilung, die sie auf einen ganz neuen Pfad brachte. Auf die vorherigen traurigen, dunklen Zeiten zurückblickend, schrieb sie in ihrer Autobiographie: „Dem himmlischen Plan gemäß dienen die Erdenschatten dazu, die Neigungen zu läutern und das menschliche Denken zurechtzuweisen, auf dass es sich freudig von einem materiellen, falschen Begriff vom Leben und Glück abwende, hin zu geistiger Freude und zu der wahren Wertschätzung des Seins“ (Rückblick und Einblick,S. 21).

Das ist etwas, was wir letztendlich alle möchten – uns von Enttäuschungen abwenden und einer beständigen Freude öffnen und zuwenden, die unabhängig von menschlichen Erfahrungen besteht, weil sie geistig, also immateriell und daher für unsere geistigen Sinne immer wahrnehmbar ist. Leidvolle Umstände dienen dazu, uns dieser viel wirklicheren Welt urewiger Wahrheit zuzuwenden, „weit entfernt / von Erdenpein“, die erhaben über materielle Freuden, Schmerzen und deren Begrenzungen ist, was zu verbesserten menschlichen Umständen führt. Wenn wir uns dieser Wahrheit ergeben, entspringt die Freude aus der beständigen, weil geistigen Wirklichkeit, die unser wahres Sein ausmacht. Sie hebt uns heraus in eine lichte und leichte Gegenwart, wo die leidvollen Umstände nicht mehr bestimmend für unsere Gefühlslage sein oder einer Berichtigung widerstehen können, weil sie als reine Illusionen erkannt werden. Die Erhabenheit und Wirklichkeit des Guten wurde uns im Leben Jesu vorgeführt, dessen menschlicher Anfang als „Kind auf Bethleh’ms Flur“ begann, wie Eddy es in ihrem Gedicht so poetisch ausdrückt.

In der vorletzten Weihnachtszeit hatte ich eine kleine Erfahrung, die mir bewies, dass ein negativer Umstand uns nicht daran hindern kann, im Licht der Wahrheit zu weilen und wahre, geistige Freude zu erleben. Mehrere Gäste hatten sich für die Feiertage angesagt. Ein freudiges Gefühl von Gemeinschaft entfaltete sich die Tage hindurch und blieb auch dann bestehen, als mein Schwager nach dem gemeinsamen Weihnachtsessen zu Hause angekommen seine Tasche, in der sich sein Laptop und sein Smartphone befanden, nicht auffinden konnte. Eine mehrtägige Suche bei uns und bei ihm förderte sie nicht zutage. Aber dieses „Gewölk“ konnte mich gar nicht aus der auf geistiger Wahrheit gegründeten Freude herausbringen, sondern ich fühlte mich von ihr getragen. Ich war zuversichtlich, dass sich die Situation harmonisch lösen würde. Sechs Wochen später erreichte ihn die Nachricht vom Fundbüro, dass seine Tasche auf der Straße vor seiner Wohnung mit dem kompletten Inhalt unversehrt gefunden worden war und sicher aufbewahrt wurde.

Obgleich das eine schöne Überraschung war und vielleicht nicht wie eine große Sache aussieht, war ich besonders dankbar für die Tatsache, dass meine Freude davon nicht beeinträchtigt gewesen war. Sie war beständig aus dem geistigen Ursprung gesprudelt, „weit entfernt / von Erdenpein“ – und das ist hier auf Erden jederzeit relevant.

Im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft schrieb Mary Baker Eddy: „Dies ist die Lehre der Christlichen Wissenschaft: Die göttliche Liebe kann ihrer Manifestation oder ihres Gegenstandes nicht beraubt werden; Freude kann nicht in Leid verwandelt werden, denn Leid ist nicht der Herr über Freude...“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 304). Die Freude, die aus dem Bewusstsein der göttlichen Liebe sprudelt, bleibt uns „ein Hort allzeit“, wie wir in Mrs. Eddys Gedicht lesen. Und wir werden sie weiterhin im Beständigen und Geistigen finden, in dem Wissen, dass sie fest etabliert und beweisbar ist – ganz besonders in der Weihnachtszeit, und natürlich darüber hinaus!

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Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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