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Original im Internet

Jesus, das Vorbild für unsere heilende Mission

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 30. September 2019


Mary Baker Eddy, die Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft, erklärte, dass Christi Jesu „Mission [beides war], individuell und kollektiv. Er erfüllte sein Lebenswerk in der richtigen Weise, nicht nur, um sich selbst gerecht zu werden, sondern auch aus Erbarmen mit den Sterblichen – um ihnen zu zeigen, wie sie ihr eigenes Lebenswerk erfüllen können, jedoch nicht, um es für sie zu tun, noch um ihnen eine einzige Verantwortung abzunehmen“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 18). Das ist ein interessanter Gedanke, denn die verbreitete Meinung ist, dass Jesus „aus Erbarmen mit den Sterblichen“ handelte und nicht, „um sich selbst gerecht zu werden“. Von außen gesehen scheinen sich seine wundervollen Heilungen grundlegend an andere zu richten – sie segnen die geheilte Person und ihr Umfeld.

Mrs. Eddy betonte in ihren Schriften, dass Jesu Heilungen Augenblicke des Lehrens waren, Beispiele dafür, wie man heilt – nicht die einzigen Heilungen, die je stattfinden würden, sondern der Anfang einer Bewegung von Heilern, von seinen ersten Nachfolgern bis zu den Jüngern der heutigen Zeit.

Bei näherer Betrachtung von Jesu Lebenswerk zeigt sich jedoch, auf welche Weise seine Mission individuell und kollektiv war.

Dieses Zitat in Verbindung mit zwei aufeinander folgenden Heilungen in der Bibel hat mir eine neue Sichtweise davon beschert, wie Jesus arbeitete und lehrte und was von mir als jemand, der ihm nachfolgt, erwartet wird. In drei der vier Evangelien in der Bibel ist der Bericht eines Mannes wiedergegeben, der Jesus bat, zu seinem Haus zu kommen und seine Tochter zu heilen (siehe Lukas 8:41–55). Die Lage war ernst: sie „lag im Sterben“.

Jesus willigt ein, mitzukommen, und sie machen sich mit den Jüngern auf den Weg. Wir wissen aus dem Bericht nicht, wie weit es ist, erfahren aber, dass sie unterwegs unerwartet aufgehalten werden. Eine chronisch kranke Frau nähert sich Jesus von hinten und berührt seine Kleidung in der Hoffnung, dass ihr damit geholfen wird. Ihr Mut zahlt sich aus und sie spürt sofort, dass sie geheilt ist. Jesus merkt, dass jemand Hilfe bei ihm sucht, und schaut sich um, wer ihn da berührt hat. Nach einigem Hin und Her tritt die Frau vor und gibt sich zu erkennen, und die Heilung wird bestätigt. Dann geht die Gruppe weiter zum Haus des kranken Mädchens. Dort stellt sich heraus, dass sie gestorben ist, doch Jesus erweckt sie schnell wieder zum Leben. Zwei wunderschöne Heilungen, jede auf ihre Weise bemerkenswert, jede brachte eine grundsätzliche Wende mit sich.

Betrachtet man sie nebeneinander, weisen sie auf etwas Wichtiges hin. Jesus ließ sich so sehr von der göttlichen Liebe, Gott, regieren, dass er auf dem Weg zu einem kritischen Fall in der Lage war, einer unbeteiligten Frau zu helfen. Diese beiden Berichte zeigen, wie groß sein „Erbarmen mit den Sterblichen“ war. Unterwegs zu einer Patientin nahm er sich die Zeit, herauszufinden, wer ihn aus Hoffnung berührt hatte, und die Zusammenhänge zu verstehen. Es war ihm gleich, dass das Volk zuschaute, dass die Jünger vielleicht ungeduldig waren und dass der Vater des Mädchens Jesus so schnell wie möglich zu seiner Tochter bringen wollte. Jesus wusste eindeutig, dass das Leben des Mädchens durch einen kleinen Aufschub nicht gefährdet war.

Oberflächlich betrachtet waren diese Ereignisse in der Öffentlichkeit als gute Beispiele für Jesu Mission für die ganze Menschheit sichtbar. Und doch verfolgte er neben dieser augenscheinlich universalen Mission gleichzeitig eine ganz eigene, individuelle. Mrs. Eddy, die sich intensiv mit der Bibel beschäftigte, schrieb, dass Jesu Lebenswerk darin bestand, „die Wissenschaft des himmlischen Seins zu offenbaren, zu beweisen, was Gott ist und was Er für den Menschen tut“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 26). Jede Heilung, die Jesus vollbrachte, half dabei; jede zeigte seinen Nachfolgern – damals wie heute –, den Augenzeugen und auch sich selbst, was möglich ist, wenn man auf Gott vertraut. Und jede Heilung war auch Vorbereitung auf seine größte Prüfung: den Tod zu überwinden. Jeder Beweis von Gottes Güte und Macht, den er für andere erbrachte, war auch ein Beweis für ihn selbst. Neben vielen anderen Heilungen erweckte Jesus später Lazarus zum Leben und überwand schließlich selbst den Tod.

Wenn wir Jesu Vorbild folgen, müssen wir lernen, Gott richtig zu verstehen und Seine heilende Macht in unserem Leben zu demonstrieren. Das gehört dazu, unsere eigene Erlösung zu erarbeiten – unsere Demonstration der geistigen Wahrheit. Doch wir müssen dabei auch der Allgemeinheit, dem „Kollektiv“, helfen – den Menschen, denen wir im Alltag begegnen, und der Welt im Allgemeinen. Wir können nicht auf der individuellen Ebene stehenbleiben, sondern müssen bereit sein zu lernen, wie man andere heilt und im größeren Umfeld zur Heilung beträgt. Und ich verstehe, dass jede individuelle Demonstration im Kern auch eine kollektive ist. Wie Jesus es uns so hervorragend vorgelebt hat, trägt jede Heilung, die man für sich selbst oder einen anderen bewirkt, auch zu einer reineren Atmosphäre für alle bei.

Wenn wir von einer individuellen Heilung berichten, leisten wir einen kollektiven Beitrag – wir geben den Segen weiter, den wir erhalten haben. Heilungszeugnisse, die in Mittwoch-Zeugnisversammlungen der Kirchen Christi, Wissenschaftler, gegeben oder in den Zeitschriften der Christlichen Wissenschaft veröffentlicht werden, sind ein gutes Beispiel dafür. Sie sind ein Ausdruck der Dankbarkeit des Zeugnisgebers und inspirieren und trösten Leser und Zuhörer. Und das ist der Punkt, an dem die Rolle des Vaters in dem oben angeführten biblischen Bericht für mich so wichtig geworden ist. Die Bibel äußert sich nicht weiter über ihn. Und doch, immer wenn ich diese beiden Berichte lese, denke ich daran, dass die Unterbrechung auf dem Weg nach Hause zu seiner Tochter einerseits schwierig für ihn war, ihm andererseits aber auch Hoffnung gemacht haben muss. Obwohl er genug Vertrauen hatte, um Jesus zu sich zu bitten, war dieser Aufenthalt vermutlich nicht leicht zu ertragen. Doch als er dann sah, dass die Frau allein durch eine Berührung von Jesu Kleidung geheilt wurde, erlangte er vielleicht die Überzeugung und den Trost, dass auch seine Tochter geheilt werden würde.

Bei meinem Einsatz, meine eigene Heilungsmission besser zu verstehen, sind mir folgende Punkte bewusst geworden:

Wenn ich bete, fühle ich mich nicht nur durch die Heilungen gestärkt, die ich in der Bibel lese, sondern auch durch die Heilungen und Lösungen, die andere in Artikeln und Zeugnissen in den Zeitschriften der Christlichen Wissenschaft beschreiben. Sie zeigen mir, dass Heilung heute möglich ist und dass niemand übersehen wird. Wie die Frau, die die Hand nach Jesus ausgestreckt hat, wandten sich diese Leute an den Christus, um Heilung zu erlangen. Mrs. Eddy nannte Jesus den menschlichen Herold des Christus, der Wahrheit (siehe Wissenschaft und Gesundheit, S. vii). Die Zeugnisgeber haben diesen Christus, die Wahrheit, gefühlt und sind davon gesegnet worden.

Wie Jesus durch seine Mission exemplifizierte, ist das Christus-Heilen nicht auf eine oder wenige Personen beschränkt, sondern für alle verfügbar – um erlebt und demonstriert zu werden. Eine individuelle Heilung ist ein allgemeiner Beweis dafür, dass Heilung möglich ist. Jede Heilung stärkt unsere Überzeugung, dass irrige Zustände überwunden werden können, und ich habe gelernt, jede Heilung in der Christlichen Wissenschaft so zu sehen, nicht nur meine. Jeder Triumph über den Irrtum oder das Böse ist ein Grund zur Freude, denn er zeigt, was möglich ist. Jede Heilung, von der ich erfahre, gibt mir die Kraft, meinen eigenen Weg nach vorn fortzusetzen.

Ich bin mir sehr bewusst, dass Menschen in aller Welt ebenfalls beten. Normalerweise weiß ich nicht, wer sie sind, doch wir beten gewissermaßen zusammen. Besonders nachts ist mir das sehr klar. Dann spüre ich am deutlichsten, dass andere ebenfalls beten. Es ist mir eine große Stärke zu wissen, dass Gott bei mir ist und dass ich auch in die Gebete anderer eingeschlossen bin. Wenn ich nachts wach bin, ist mir die Liebe derer, die beten, immer sehr nahe. Sie bestärkt mich darin, ein Segen für andere zu sein, so wie andere mich segnen. Auf diese Weise liegt unsere Mission als Christen – und als Christliche Wissenschaftler – nicht nur darin, Gottes heilende Macht für uns zu demonstrieren, sondern andere zu segnen, indem wir beweisen, dass sich das Christus-Heilen auf alle erstreckt. Was einen von uns segnet, segnet alle (siehe Wissenschaft und Gesundheit, S. 206).

Durch die Erfüllung seiner Mission demonstrierte Jesus für alle Zeit, dass Heilung jedem Menschen bereitsteht; dass jeder sich Heilung und das damit verbundene Gute zunutze machen kann. Mrs. Eddy schrieb: „Güte bleibt niemals unbelohnt, denn Güte macht das Leben zum Segen. Als aktiver Teil eines unermesslichen Ganzen identifiziert Güte den Menschen mit dem allumfassenden Guten“ (Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 165). Wenn wir daran arbeiten, Christi Jesu Beispiel nachzufolgen, und für uns und andere beten, werden die Grundsätze, die er schuf, weitergetragen, und deren Segnungen ebenfalls.

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Die Mission des Herold

Der Herold der Christlichen Wissenschaft ist dazu da, die gute Nachricht zu verkünden, daß Gott tatsächlich Himmel und Erde erfüllt. Als „Herold“ trompetet er die herrlichen Tatsachen des Lebens hinaus — er bringt die Botschaft von der Schönheit und Unschuld des geistigen Universums Gottes. Diese Tatsachen *müssen* berichtet werden. Und wenn freudig, mutig und mit Überzeugung über sie berichtet wird, heilen sie. Sie erlösen. Sie erquicken das Leben.

Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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