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Original im Internet

Zeit mit Gott verbringen

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 26. September 2019


Als mein ältester Enkelsohn acht Jahre alt war, überraschte er mich eines Tages mit folgender Frage: „Omi, weißt du, warum ich dich so gerne besuche?“ Ich erwiderte, dass ich keine Ahnung hätte. Daraufhin antwortete er: „Weil ich so gerne Zeit mit dir verbringe.“ Seine Antwort rührte mich zutiefst und beschäftigte meine Gedanken. Ich fragte mich: Ist diese Art von Liebe nicht die Essenz wahrer Freundschaft? Bin ich genauso glücklich, Zeit mit meinem allerbesten Freund, nämlich Gott, zu verbringen? Freue ich mich auf meine Zeit mit Ihm, der mich besser kennt und liebt mich als irgendeine Person es jemals tun könnte? Ich erkannte, dass ich mich Gott nähern musste, um mir Seiner großen Liebe zu mir bewusst zu sein, von der ich nie getrennt sein kann.

Die Bibel und das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, zu studieren, die Bibellektion (die wir im Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft finden) und den Herold der Christlichen Wissenschaft zu lesen, Gottesdienste zu besuchen sowie Zeit mit Gott zu verbringen – all das tue ich doch, weil ich Gottes Gegenwart so gerne fühle und auf Seine Führung lausche!

Christus Jesus wusste, wie wichtig es war, sich Gott in der Stille zuzuwenden, denn er verbrachte manchmal die ganze Nacht in der Wüste im Gebet. Er gab seinen Nachfolgern folgenden Rat: „Wenn du betest, geh in dein Zimmer und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dich öffentlich belohnen“ (Matthäus 6:6).

Wissenschaft und Gesundheit erläutert dieses Konzept: „Das Zimmer symbolisiert das Heiligtum des Geistes, dessen Tür den sündigen Sinn ausschließt, aber Wahrheit, Leben und Liebe einlässt. Ist sie dem Irrtum verschlossen, steht sie der Wahrheit offen und umgekehrt“ (S. 15).

Wenn wir im Gebet Zeit mit Gott verbringen, dann schalten wir das Getöse weltlicher Einflüsterungen aus und lassen uns von Gott die geistigen Tatsachen des Seins offenbaren.?

Unsere Verbindung zu Gott ist niemals unterbrochen und Gott schläft und schlummert nicht. Seine Liebe zu uns ist konstant. In Wissenschaft und Gesundheit heißt es: „In der göttlichen Wissenschaft, in der Gebete mental sind, können alle Gott als gegenwärtige ‚Hilfe in den großen Nöten‘ für sich in Anspruch nehmen“ (S. 12–13).

Wenn wir demütig und mit einem empfänglichen Herzen auf Ihn lauschen und bereit sind, unsere eigenen Vorstellungen aufzugeben, werden wir Antworten auf unsere Gebete erhalten. Oftmals geschieht dies durch einen Bibelvers, ein Kirchenlied oder einen Satz aus den Schriften von Mrs. Eddy. Manchmal kann uns die Schönheit der Natur erfrischen, inspirieren und für Heilung förderlich sein. Einem Lied zuzuhören kann unsere Gedanken aufrichten und uns tief berühren.

Jedoch ist es nicht immer möglich, einen stillen Platz zu finden oder allein zu sein, um zu beten. Auch wenn wir von Tausenden von Menschen umgeben sind, so können wir uns trotzdem Gott demütig in Gedanken zuwenden und empfänglich für Seine heilenden Botschaften werden.

Aufgrund einer Verspätung meines Fluges verpasste ich einmal die Tanzschulaufführung meiner jüngsten Tochter in Disneyland, Paris. Wir hatten geplant, den restlichen Tag zusammen zu verbringen, und somit war ich natürlich zutiefst enttäuscht. Ich wusste nicht, wo sie war und wie ich sie erreichen konnte, da ich kein Handy bei mir hatte.

Die anderen Menschen um mich herum nahmen alle begeistert an den Attraktionen des Freizeitparks teil, doch ich fühlte mich sehr einsam und verlassen. Schließlich entschloss ich mich, ganz ruhig zu werden und zu beten. Ich schloss alle unglücklichen, verzweifelten und ängstlichen Gedanken aus und wurde mir bewusst, dass Gott das allsehende, allwissende, allwirkende Gemüt ist, das niemals Seine geliebten Kinder im Stich lässt. Sein vollkommener Plan für uns ist immer in Betrieb.

Ich bestand darauf, dass Gottes Tag nur Gutes für mich bereithält. Bald empfand ich eine innere Ruhe und entschloss mich, den Tag bestmöglich zu nutzen. Ich erfreute mich an den warmen Sonnenstrahlen, den vielen glücklichen Menschen um mich herum und begann an den Freizeitattraktionen Spaß zu haben.

Als ich etwas später auf einer Grasfläche ein Eis aß und die Welt an mir so vorbeiziehen ließ, sah ich plötzlich ein Mitglied der Tanzgruppe meiner Tochter. Sie kontaktierte auf ihrem Handy meine Tochter und kurz darauf waren wir glücklich wieder vereint und verbrachten den restlichen Tag zusammen.

Noch wertvoller und unvergesslicher war jedoch, wie effektiv sich auswirkte, mir Zeit für Stille mit Gott zu nehmen und Seine Botschaften mit einer freudigen Erwartung des Guten in mein Denken einzulassen. Die Veränderung fand zuerst in meinem Denken statt, bevor sie sich in meiner Erfahrung zeigte. Ich hatte nicht einmal etwas verpasst, denn zu meiner großen Freude konnte ich die Tanzaufführung einige Zeit später in England sehen.

Es ist wichtig, sich Zeit für die tägliche Kommunikation mit Gott zu nehmen. Es stärkt uns, Herausforderungen des Alltags erfolgreich zu meistern. Wir wenden uns ganz spontan Gott zu, unserem allerbesten Freund, wie die Blumen sich ganz natürlich dem Licht zuneigen. Ein Vers in einem unserer geliebten Kirchenlieder bringt es so schön zum Ausdruck:

Ich freue mich in Dir, mein Gott,
vertrau’ Dir für und für;
mein Helfer Du in aller Not,
bist Freund und Zuflucht mir.

(Liederbuch der Christlichen Wissenschaft, Nr. 224, John Ryland, Adaption und Übersetzung ©CSBD)

Ich bin sehr dankbar, in der letzten Zeit mehrere Gelegenheiten gehabt zu haben, in der ruhigen Atmosphäre von Pflegeheimen der Christlichen Wissenschaft mein Verständnis von Gott zu vertiefen, indem ich dort ungestörte Zeit mit meinem besten „Freund“ verbringen durfte. Oftmals gibt es dort ein separates Gebäude oder eine andere Etage für Gäste, die zum geistigen Studium und zur Erholung kommen. Ich habe mich in die Bibel und die Schriften von Mrs. Eddy vertieft und Gebrauch von der mit geistigen Ressourcen gut ausgestatteten Bibliothek jedes Pflegeheims gemacht. Wie lohnenswert ist es doch, weltliche Einflüsse auszuschalten und sich von den Sorgen des Alltags zu befreien, um mit Gott zu kommunizieren. Es ist so bereichernd, diese Oasen des Friedens und der Liebe zu besuchen.

Mit Gott zu kommunizieren, egal wo wir uns befinden, ist wertvolle Zeit und sehr erfüllend und erhellend. Gottes Liebe für alle Seine Kinder ist immer gegenwärtig, allumfassend und unveränderlich. Die göttliche Liebe fördert ständig unseren geistigen Fortschritt. In folgendem Psalmenvers werden wir daran erinnert: „Seid still und erkennt, dass ich Gott bin“ (46:11). Für mich kann dieser kurze Satz auch bedeuten: Sei still und wisse, dass Ich immer an deiner Seite bin, dass Ich dich liebe, dich beschütze, für dich sorge, dich begleite, dich führe und dich heile. – Wer möchte nicht in der Gegenwart dieses vertrauenswürdigen und wundervollen Freundes sein?!

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Die Mission des Herold

Der Herold der Christlichen Wissenschaft ist dazu da, die gute Nachricht zu verkünden, daß Gott tatsächlich Himmel und Erde erfüllt. Als „Herold“ trompetet er die herrlichen Tatsachen des Lebens hinaus — er bringt die Botschaft von der Schönheit und Unschuld des geistigen Universums Gottes. Diese Tatsachen *müssen* berichtet werden. Und wenn freudig, mutig und mit Überzeugung über sie berichtet wird, heilen sie. Sie erlösen. Sie erquicken das Leben.

Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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