Einführungsseminar kreatives Schreiben. Ein Semester lang jede Woche eine zehnseitige Hausarbeit abliefern. Das war mein Albtraum! Ich fing Sonntagabend an, arbeitete die ganze Woche über an der Hausarbeit und lieferte sie am Freitag mit Mühe und Not rechtzeitig ab. Wenn ich die Hausarbeit dann wiederbekam, war ich oft den Tränen nahe. Jede einzelne wurde lediglich als „befriedigend“ bewertet und großzügig mit knallroten Markierungen, Kommentaren und Vorschlägen verziert.
Machen wir einen Zeitsprung zu den Monaten in meinem letzten Studienjahr, kurz vor meinem Studienabschluss. Ich hatte mir all die Dinge, die ich in meinem Leben gerne tun würde, der Reihenfolge nach notiert. Der allerletzte Punkt auf der Liste war „Müllabfuhr“. Nach kurzem Zögern fügte ich darunter noch etwas hinzu: „Schreiben.“
Ganz ehrlich, mit solch einer Abneigung gegen das Schreiben hätte es mir wohl zugestanden, andere Wege zu finden, der Kirche zu dienen. Und dennoch liebte ich die Zeitschriften der Christlichen Wissenschaft sehr. Sie waren mir zu verlässlichen Freunden geworden, die immer frische Ideen hatten und stets verfügbar waren. Oft wandelte ein Artikel mein derart Denken um, dass ich aus Entmutigung oder Depression zu tiefer Dankbarkeit fand. Die Artikel schienen immer genau die richtige frische Inspiration und die praktischen Ideen zu enthalten, die ich für mein weiteres geistiges Wachstum brauchte.