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Original im Internet

Ist es wichtiger, Recht zu haben oder das Richtige zu tun?

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 13. April 2026


Meine Frau und ich gingen in unserer Nachbarschaft mit dem Hund. Dort führen viele Leute gern ihren Hund aus. Unser Hund war immer an der Leine, und so taten es die meisten anderen auch. Aber an diesem betreffenden Tag tat eine Person das nicht.

Nach einer Weile kamen wir an einem Haus vorbei, dessen Tür offenstand. In dem Moment kam ein großer Hund rausgerannt, bellte wütend und steuerte direkt auf unseren Hund zu, der ungefähr dieselbe Größe hatte. Er griff unseren ohne jede Provokation an.

Nach ein, zwei Augenblicken kam eine Frau aus dem Haus und rief den Hund, doch der hörte nicht. Ich hielt unseren Hund so nah bei mir, wie ich konnte, weil ich hoffte, dass die Frau ihren Hund greifen würde, doch sie wurde nicht mit ihm fertig – und das schien ihr nichts auszumachen. Ich wollte unseren Hund während der Beißerei beschützen und war gleichzeitig wütend. Ich hielt ihn so gut wie möglich zurück, um ihn abzuschirmen, während ich wütend auf die Frau war, weil sie den Leinenzwang ignoriert hatte und keinen Gedanken an die Folgen zu verschwenden schien. Sie erklärte, es sei der Hund ihres Mannes, daher sei es nicht ihre Schuld.

Irgendwann konnte sie die Arme um den Hund schlingen und ihn zurückziehen. Ich beruhigte meinen, und wir machten uns auf den Weg nach Hause.

Einen Teil der Strecke konnte ich nur darüber nachdenken, wie ich nun reagieren sollte. „Wir waren im Recht“, sagte ich zu meiner Frau. „Wir haben das Gesetz befolgt.“ Sie schaute nach, ob unser Hund verletzt war, und stellte fest, dass das glücklicherweise nicht der Fall war. Auf dem weiteren Weg überlegte ich, was ich als Nächstes tun sollte. Ich konnte das nicht einfach ignorieren. Was war das Richtige? Sobald ich mir diese Frage stellte, wusste ich, dass ich in die richtige Richtung dachte. Mir kam der klare Gedanke, dass ich Gottes Willen tun sollte.

Wenn wir intensiv auf Gottes Führung lauschen, können wir erwarten, die Gedanken zu erkennen, die das göttliche Gemüt allen übermittelt, um die größtmöglichen Segnungen hervorzubringen, da Gott reine Liebe ist. Gott hat nur das Gute im Sinn, denn Er ist vollständig gut. Durch unsere Demut und Bereitschaft, auf die unfehlbare Führung des Gemüts zu vertrauen, sind wir empfänglich für die richtigen Motive, Gedanken und Handlungen, die aus Gottes harmonischer Regierung Seiner Schöpfung resultieren. Wenn wir das richtige Vorgehen erkennen oder wissen wollen, ob wir unseren Kurs berichtigen müssen, können wir darauf vertrauen, dass Gemüt uns auf richtige Weise führen und die Bereitschaft haben wird, die notwendige Anpassung vorzunehmen.

In diesem Moment musste ich an eine Strophe aus dem Gedicht „Liebe“ von Mary Baker Eddy denken, die die Christliche Wissenschaft entdeckt hat:

Eh’ ihr zerbrecht das schwache Rohr
   mit Worten übereilt,
fleht um den Geist, den der erkor,
   der uns geliebt, geheilt.
Sucht heil’ges Denken, himmelrein,
   um in der Liebe eins zu sein.

(Vermischte Schriften 1883–1896, S. 387) 

Es ist immer der Wille Gottes, der Liebe, dass wir einander mit der Liebe lieben, mit der Er jede und jeden von uns liebt.

Das erschien mir die Berichtigung und Führung zu sein, die ich brauchte. Es war richtig von mir, heiliges Denken anzustreben, so wie Christus Jesus dies während seiner gesamten Heilmission getan hatte. Das hätte ich von Anfang an besser machen sollen, doch jetzt nahm ich mir vor, ernsthafter zu beten und sorgfältiger zu lauschen und die Gedanken anzustreben, die Liebe uns gibt, und sie im Alltag in die Tat umzusetzen.

Ich übergab die Hundeleine meiner Frau und sagte ihr, dass ich zurückgehen und mich bei der Frau entschuldigen müsse. Sie verdiente etwas Besseres als meine lieblosen Gedanken.

Als ich auf ihr Haus zukam, sah die Frau mich kommen und kam heraus, wobei sie eine defensive Haltung einnahm. Ich sagte zu ihr: „Ich bin gekommen, um mich zu entschuldigen.“ In dem Moment löste sich etwas in ihr, wie ich es meiner Frau gegenüber später beschrieb. Bevor ich noch etwas sagen konnte, eilte sie auf mich zu, umarmte mich und sagte: „Nein! Ich sollte mich bei Ihnen entschuldigen – Sie haben nichts falsch gemacht!“ Wir sprachen ein paar Minuten lang sehr freundlich miteinander und trennten uns dann einvernehmlich. Als ich ging, sagte sie noch einmal: „Sie haben nichts falsch gemacht!“

Ich ging nach Hause und dachte über all das nach, was passiert war – die guten Erkenntnisse über Demut, das Anstreben guter Gedanken, Nächstenliebe und das Vertrauen darauf, dass Gottes Wille immer richtig ist. 

Die Inspiration aus Mrs. Eddys Gedicht ist zugleich ein Anker und ein Leitstern. Das Gedicht macht uns bewusst, dass Gott uns alle als Seine eigene Schöpfung liebt und dass sich in dieser Liebe jede Lieblosigkeit auflösen und die Liebe zu anderen durchsetzen muss. Die letzten Zeilen des Gedichts versichern uns: 

Durch Deine Liebe leben wir, 
   da Liebe Leben ist, 
und Herz für Herz zeigt zart’ Versteh’n,
   wenn wir uns treffen, wenn wir gehn.

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