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Original im Internet

Editorial

Eilmeldung

Aus der August 2021-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 30. November 2020 im Internet.


Beim Besuch eines nachgebauten Dorfs aus dem 17. Jahrhundert in Williamsburg (Virginia) in den USA erfuhr ich etwas Überraschendes: Wer nicht jede Woche zur Kirche ging, konnte mit einer Gefängnis- oder Geldstrafe belegt werden. Es ging dabei nicht, wie man meinen sollte, um einen moralischen oder religiösen Verstoß, sondern um Informationen. Bevor es Zeitungen gab, erfuhr man das Neueste in der Kirche. Die Strafe war scharf, denn wer nicht informiert war, ebnete nicht nur Problemen für sich selbst den Weg, sondern gefährdete möglicherweise das ganze Dorf.

Vor vierhundert Jahren war die Verbreitung von Nachrichten zumindest in diesem Dorf auf einmal in der Woche und persönliche Begegnungen beschränkt. Heute ist das Sammeln, Verbreiten und Konsumieren von Nachrichten ein ständiger Zyklus, von dem viele meinen, sich nicht freimachen zu können, ohne den sie aber auch nicht sein möchten. Eine „Eilmeldung“ bezog sich früher auf die neueste und dringendste Information. Doch was heute als Nachricht gilt, reicht von Informationen, Analysen und nützlichen Erklärungen bis hin zu Fraktionsmeinungen, Klatsch und Tratsch, Mutmaßungen und sogar bewussten Falschdarstellungen. Nutzer von Smartphones werden ständig mit „Eilmeldungen“ bombardiert, die aktuell sind, aber kaum den Standard von Nachrichten erfüllen, die ohne Verzug wissenswert sind. Aufgrund dessen werden einige Mitspieler in der Nachrichtenbranche als Beiträger zu Verwirrung und Entzweiung betrachtet statt als verlässliche Informationsquellen zum Nutzen aller. Wie können wir bei allem, was es zu hören, zu sehen und zu lesen gibt, jemals erkennen, was wirklich legitim ist, unsere Aufmerksamkeit verdient und eine sorgfältige Reaktion – gar unser Gebet – erfordert?

Vielleicht findet sich die wirklich große Story, die Sache, die uns im tiefsten Herzen wichtiger ist als alles andere, nicht in einem globalen Ereignis, einer wissenschaftlichen Innovation oder den neuesten Worten oder Taten von Prominenten, sondern ist näher, einfacher, verfügbarer als wir dachten. Vielleicht findet sie sich in gewisser Weise weiterhin in der Kirche. Vielleicht ist die wirkliche Eilmeldung ... Gott. Hier finden wir die grundlegenden Angaben darüber, wer wir sind, worin unser Zweck liegt und wohin wir gehen – unverzichtbare Nachrichten, die für uns individuell und kollektiv lebensumwandelnd sind. Das bringt uns zur Wahrheit, die sich nicht ändert, und zur Wirklichkeit, die vollständig gut ist.

Gott abzulehnen oder zumindest nur zögerlich um Hilfe zu bitten entstammt oft irrigen Vorstellungen über Gottes Natur als fehlbar, rätselhaft, unberechenbar, voreingenommen und distanziert. Doch wer in der Geschichte der Menschheit von eigenen Erfahrungen mit dem Göttlichen berichtete, hatte ganz andere Dinge zu erzählen. Im Alten Testament stellte Abraham fest, dass Gott völlig geistig ist, das Ein und Alles; Mose entdeckte Gott als den wahren Gesetzgeber und erkannte das göttliche Prinzip der Schöpfung; Ruth verstand Gott durch ihre Gebete als Liebe und als Vater-Mutter aller; David erlebte Gott als Leben – heilig, aufrecht und lobenswert; und Elia und Elisa verstanden Gottes unermessliche Intelligenz als Gemüt in der Erkenntnis und Voraussicht, die Nationen und Generationen segneten. Ein biblischer Verfasser beschrieb die Essenz dieser gottgesandten Berichterstatter folgendermaßen: „Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Boten, die Frieden verkünden, gute Nachricht bringen, Heil verkünden; die zu Zion sagen: ‚Dein Gott ist König!‘“ (Jesaja 52:7).

Es hat Dutzende anderer Berichterstatter gegeben, die diese Story brachten, doch keiner so vollkommen oder überzeugend wie Christus Jesus. Das Evangelium, buchstäblich die „gute Botschaft“, von der er berichtete, war die einzige Nachricht, die er überbrachte. Es war die unveränderliche Wahrheit des vollkommenen, überall gegenwärtigen, allliebenden, allmächtigen Gottes. Diese gute Botschaft war kein menschliches Schönreden – keine sonnigen Theorien über eine zukünftige Welt, die keinen Bezug zum Alltag und zu den dringenden Bedürfnissen und Problemen der normalen Bevölkerung hatten. Die geistigen Informationen, die Jesus weitergab, und die Heilungen, die sein heiliges Verständnis und sein Glaube bewirkten, waren unteilbar. Seine auf Gebet beruhende geistige Arbeit erhob Menschen ebenso aus begrenzten Ansichten und Blickwinkeln wie aus Krankheiten und Unrecht aller Art zu Gesundheit und Erfüllung.

Mary Baker Eddy, die Jesu Worte und Werke so eingehend studierte wie nur wenige vor und nach ihr und die praktische Anwendbarkeit seines Evangeliums für Tausende durch körperliche und moralische Heilung bewies, schrieb in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift über ihn: „Jesus von Nazareth war der wissenschaftlichste Mensch, der jemals auf Erden wandelte. Er tauchte unter die materielle Oberfläche der Dinge und fand die geistige Ursache. ... [Er fand] das ewige Ego und bewies, dass er und der Vater als Gott und Seine Widerspiegelung oder der geistige Mensch untrennbar waren. Unser Meister gelangte zur Lösung des Seins und bewies die Existenz von nur einem Gemüt, ohne ein zweites oder gleiches“ (S. 313–314).

Jesu Verkündungsarbeit, die er an die Menschenmengen seiner Zeit weitergab, erreicht auch uns heute voll und ganz und leistet durch den ewigen Christus das, was sie von jeher getan hat – das, was Wissenschaft und Gesundheit als „die wahre Idee“ erklärt, „die das Gute verkündet, die göttliche Botschaft von Gott an die Menschen, die zum menschlichen Bewusstsein spricht“ (S. 332). Christus öffnet uns die Augen und Herzen für die geistige Wahrheit und zeigt uns, was wir sind und haben. Er macht außerdem deutlich, was unserer Gebete bedarf, und erweckt uns zu der Erkenntnis, dass die Wahrheit bereits gezielt wirkt und die menschliche Erfahrung erhebt und reinigt. Gott gibt uns das göttliche Verständnis, den Glauben und die selbstlose Liebe, die uns, wenn sie erkannt und gelebt werden, Schritt für Schritt dazu führen wird, nicht mehr nur Zuschauer und Konsument der Nachrichten zu sein, sondern Veränderung und Heilung zu bewirken. Wenn wir lernen, unter die materielle Oberfläche der Dinge zu tauchen und die geistige Ursache – Gott – zu finden, werden wir nicht nur immer besser die Wahrheit von der Dichtung unterscheiden, sondern wir werden fähig sein, der Nachrichtenbranche und den Nachrichten selbst zu helfen, Gottes Version, die Wahrheit, und die damit einhergehende Heilung und Erneuerung zunehmend auszudrücken und zu kommunizieren.

Ethel A. Baker
Chefredakteurin

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