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Original im Internet

Für Kinder

Hören lernen

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 19. März 2019


Ein kleiner Junge saß auf dem Boden und spielte mit seiner Eisenbahn. Seine Mutter rief: „Robert, das Essen ist gleich fertig!“ Aber er hörte es nicht. Er hörte nur das Geräusch seines Zuges, und dieses Geräusch ließ die Stimme ungehört verklingen.

Bald aber wurde Robert hungrig, und dann begann er darauf zu warten, dass die Stimme seiner Mutter ihn zum Essen ruft. Als sie nun wieder rief, hörte er sie, obwohl der Zug noch fortrasselte.

Sobald er begonnen hatte, auf die Stimme seiner Mutter zu lauschen, hörte er sie aus allem anderen heraus.

In der Schule ermahnte Roberts Lehrerin die Schüler, aufmerksam zuzuhören. Sie summte eine kurze Melodie und forderte dann die Kinder auf, sie nachzusingen. Dann änderte sie eine Note der Melodie und ließ sie dann nochmals von den Kindern wiederholen. Robert aber dachte gerade an etwas anderes; er hörte daher nicht, dass sich etwas geändert hatte, und sang die Melodie wie beim ersten Mal.

Daraufhin erzählte die Lehrerin ihnen von einem kleinen Mädchen, das einmal denselben Fehler gemacht, sich aber dann vorgenommen hatte, nicht mehr abzuschweifen, sondern gut zuzuhören. Sie wurde eine gute Zuhörerin, und als sie älter wurde, war sie stets froh, als Kind das Zuhören gelernt zu haben.

Von da an schenkte Robert dem Zuhören mehr Beachtung und war später sogar imstande, die Stimmen der verschiedenen Singvögel zu unterscheiden und ihre Melodien selbst zu pfeifen.

Eines Tages gab ihm seine Mutter drei Stücke Schokolade, die er mit seinem kleinen Bruder teilen sollte. Da kam ihm der Gedanke, zwei davon selbst zu essen und seinem Bruder eins zu geben. Er hörte auf diesen Gedanken und wollte schon das zweite Stück in den Mund stecken, als ein anderer Gedanke ihm sagte, er werde glücklicher sein, wenn er seinem Bruder zwei Stückchen überlässt.

Er lief zur Mutter und erzählte ihr, dass er gerade zwei Gedanken gehört hatte und dass er dem guten gehorchen will. Die Mutter erklärte ihm, dass man sowohl auf Gedanken wie auf Laute lauschen kann, und dass er glücklich sein wird, wenn er immer nur auf die guten Gedanken hört und ihnen gehorcht.

Als Jesus noch ein kleiner Junge war, lebte er in einem Städtchen namens Nazareth. Die Bibel erzählt uns, dass er Maria und Josef „untertan“ war (Lukas 2:51). Das bedeutet, dass er ihnen gehorchte.

Er half Josef in der Tischlerwerkstatt und lernte dabei sicherlich, sorgsam auf die Anleitungen für seine Arbeit zu hören.

Er vergaß dabei nicht, auf die Stimme Gottes zu lauschen, die durch gute Gedanken zu ihm sprach. Und als er erwachsen war, konnte er alle Krankheiten heilen und wurde zum Erlöser der Welt.

Er lehrte die Menschen, wie man Kummer und Not dadurch vermeiden kann, dass man nur auf das Gute hört.

Samuel war ein kleiner Junge, der lange vor Jesus lebte. Er wohnte im Tempel bei Eli, dem Priester. Er trug ein Gewand, das Efod heißt. Seine Mutter war froh, dass er im Tempel dienen durfte, und machte ihm jedes Jahr ein neues Gewand (1. Samuel 2:18, 19).

Eines Nachts, als Samuel auf seinem Bett lag, hörte er, wie Gott ihn beim Namen rief, dachte aber, es sei Eli (siehe 1. Samuel 3). Als er dreimal deswegen zu ihm ging, trug Eli ihm auf, das nächste Mal dem Herrn zu antworten, denn Er sei es, der ihn ruft. Samuel tat, wie ihm aufgetragen war, und zeigte damit, dass er gehorsam sein wollte.

Später übertrug Gott ihm ein großes Werk. Er wuchs heran und wurde ein weiser Prophet. Weil er auf die Anweisungen Gottes hörte, wurde er befähigt, den einfachen Hirtenjungen David zum König zu erwählen (siehe 1. Samuel 16). Auch sind zwei Bücher der Bibel nach Samuel benannt.

Als Mary Baker Eddy ein kleines Mädchen war, gehorchte sie ihren Eltern. Eines Tages besuchte eine Cousine sie zu Hause und als Mary auf einem Stuhl im Zimmer der Großmutter saß, hörten beide Mädchen, dass Marys Name gerufen wurde. Mary hatte diese Stimme vorher schon oft gehört. Sie ging daher zu ihrer Mutter und fragte, ob sie sie gerufen habe, genau so wie Samuel zu Eli ging. Man kann das alles auf Seite 8 und 9 in Rückblick und Einblick von Mrs. Eddy nachlesen.

An jenem Abend las Marys Mutter ihr aus der Bibel die Geschichte von Samuel vor und sagte ihr, sie sollte das nächste Mal wie Samuel antworten, wenn ihr Name wieder gerufen werde. Später gehorchte die kleine Mary und antwortete, wie ihr gesagt worden war.

Viele Jahre später wurde ihr klar, dass die Botschaft Gottes, die der Welt durch ihre Feder gegeben wurde, die Christliche Wissenschaft war; und da Mrs. Eddy lernte, auf Seine Stimme zu hören, konnte sie Bücher über die Christliche Wissenschaft schreiben. Sie gründete die christlich-wissenschaftliche Kirche und die Verlagsgesellschaft der Christlichen Wissenschaft, die die christlich-wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht.

Ihr bedeutendstes Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift ist das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft. Es wird auf der ganzen Welt zusammen mit der Bibel von denen studiert, die mehr über Gott und Seine Gesetze wissen möchten. Es lehrt alle, die es studieren, auf Gottes Stimme zu hören. Wenn sie auch vielleicht nicht wie Samuel Seine Stimme in Lauten vernehmen, so können sie doch gute Gedanken hören und die Führung der göttlichen Liebe spüren.

Eines der Lieder von Mrs. Eddy, das die Kinder in der Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft besonders gerne singen, enthält die folgende Strophe (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 397–398):

Hirte, über Berge steil
zeig den Weg mir klar,
wie zu sammeln, wie zu sä’n,
weidend Deine Schar.
Ich will lauschen Deinem Ruf,
irr’ ich im Geheg,
will Dir folgen und mich freu’n
auf dem rauhen Weg.

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Michael Pabst, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Februar 1997 

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