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Original im Internet

„Nutzen Sie das Problem“

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 12. Oktober 2026


Der Schauspieler Michael Caine sprach einmal in einem Interview über die Lektion in seinem Schauspielberuf, die seinem Leben am meisten genutzt hat. Während einer Probe am Anfang seiner Karriere war die Tür, durch die er auf die Bühne kommen sollte, durch einen Stuhl versperrt. Daher sagte er: „Es tut mir leid, Sir, aber ich kann nicht reinkommen ... da steht ein Stuhl.“ Er bekam die Antwort: „Nutzen Sie das Problem! ... Wenn es eine Komödie ist, fallen Sie darüber. Wenn es eine Tragödie ist, schlagen Sie den Stuhl in Stücke!“ Diese Erfahrung hat ihn offensichtlich gelehrt, Hindernisse als Gelegenheiten zu betrachten.

Als ich das hörte, musste ich an einen Satz aus Mary Baker Eddys Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift denken (S. 66): „Prüfungen sind Beweise von der Fürsorge Gottes.“ Was für ein Weckruf, dass alles, was sich uns in den Weg stellt, uns dabei behilflich sein kann zu entdecken, dass Gottes Güte wirkt und die einzige Macht ist!

Eines meiner eigenen Erlebnisse, „das Problem zu nutzen“, ereignete sich während meines Kunststudiums in Florenz. Eines Morgens berichtete eine Kommilitonin, dass sie von einem Angestellten des Busbahnhofs beschimpft worden war und jetzt Angst hatte, allein wieder hinzugehen. Alle zeigten ihre Unterstützung, doch besonders die Männer in der Gruppe brachten Wut und den Wunsch zum Ausdruck, den Angestellten zur Rede zur stellen.

Aufgrund dessen, was ich seit Kurzem durch die Christliche Wissenschaft lernte, versuchte ich, die Gruppe zur Ruhe zu bringen. Mir kam eine andere Stelle aus Wissenschaft und Gesundheit in den Sinn (S. 71): „Das Böse hat keine Wirklichkeit. Es ist weder Person, Ort noch Ding, es ist einfach eine Annahme, eine Illusion des materiellen Sinnes.“ Doch als ich das den anderen sagte, waren sie skeptisch und geringschätzig, was mich überraschte, denn ich sagte doch nur das, was ich als wahr über die Situation verstand.

Am Ende des Unterrichtstages beschlossen die meisten aus unserem Seminar, unsere Freundin zum Busbahnhof und nach Hause zu begleiten. Unterwegs bestand ich in Unterhaltungen mit verschiedenen Mitgliedern unserer Gruppe weiter darauf, dass nur Gott, das Gute, wirklich ist. Als wir zum Busbahnhof kamen, konfrontierten mehrere der Studenten den Mitarbeiter mit harten Worten und wütenden Blicken. Einige von uns versuchten, die Situation zu entschärfen, und der Konflikt wurde schließlich beigelegt und alle stiegen in den Bus ein.

Zu Hause bei der Kommilitonin hatten wir eine spontane Dinnerparty. Ein paar waren neugierig über die Christliche Wissenschaft und stellten Fragen, während andere weiterhin Zweifel hatten. Später an dem Abend waren alle aufrichtig besorgt, als ich merkte, dass ich mein Portemonnaie verloren hatte. Ich hatte am Morgen eine größere Summe abgehoben, um meine Miete zu zahlen und Lebensmittel für den Monat einzukaufen. Nach außen hin erschien ich ruhig, doch innerlich hatte ich Angst. Ich fing an, mir weniger sicher über Gottes All-Güte und Immer-Gegenwart zu sein.

Ich setzte mich in eine ruhige Ecke und holte Wissenschaft und Gesundheit aus dem Rucksack. Ich bat Gott um Führung, und mein Blick fiel auf den oben zitierten Satz „Prüfungen sind Beweise von der Fürsorge Gottes.“ Das beruhigte mich augenblicklich, und während die anderen weiter feierten, blieb ich in meiner ruhigen Ecke und argumentierte wie ein Rechtsanwalt – ich verneinte die Möglichkeit des Bösen und bekräftigte die Allheit und Allmacht Gottes, der Wahrheit und Liebe. Kurz darauf begriff ich, dass ich keinen absoluten, unerschütterlichen Glauben und auch kein vollständiges Verständnis von Gott brauchte – nur ein wenig mehr Glaube konnte ausreichen, um das Gewicht fort vom Glauben an das Böse und hin zum Vertrauen auf das Gute zu verlagern.

Mary Baker Eddy beschreibt das so (Wissenschaft und Gesundheit, S. 368): „Wenn es uns gelingt, mehr Glauben an die Wahrheit des Seins als an den Irrtum zu haben, mehr Glauben an Geist als an Materie, mehr Glauben an Leben als an Sterben, mehr Glauben an Gott als an den Menschen, dann können uns keine materiellen Voraussetzungen daran hindern, die Kranken zu heilen und Irrtum zu zerstören.“

Auf dem Weg zurück zur Uni nach Florenz am folgenden Morgen erwartete uns am Busbahnhof ein unerwarteter Ausgang der Situation. Als wir ausstiegen, kam derselbe Mitarbeiter, der am Vortag unsere Kommilitonin beschimpft hatte, aus seinem Büro und gab mir mein Portemonnaie. Zu meiner Überraschung – und zur Überraschung der anderen im Seminar – war alles vorhanden: Das Bargeld und meine Papiere waren unberührt. Ich bedankte mich bei ihm, und er wiederum belästigte nie wieder unsere Kommilitonin.

Rückblickend auf das Ereignis erkenne ich jetzt, dass es ein Wendepunkt war, sowohl in Bezug auf mein eigenes Vertrauen in die Christliche Wissenschaft als auch auf das meiner Kommilitoninnen und Kommilitonen, die die Wirklichkeit und Macht Gottes, des Guten, mit eigenen Augen gesehen hatten. Während unserer restlichen Studienzeit fühlten sich viele der anderen sicher genug, um mich zu bitten, für sie zu beten.

Seitdem habe ich mich häufig auf die Zusicherung der Aussage „Prüfungen sind Beweise von der Fürsorge Gottes“ gestützt, wenn ich mit einem Problem konfrontiert war. Als ich ein Jahr später nach Hause zurückgekehrt war, um mein Studium abzuschließen, wachte ich eines Morgens mit einem hässlichen Ausschlag auf, der mit Ausnahme meines Gesichts Stellen am ganzen Körper bedeckte. Ich hatte Zeit, um einen Abschnitt der Bibellektion jener Woche aus dem Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft zu lesen, bevor ich zur Uni fahren musste, und eine der Bibelstellen handelte davon, wie Jesus Lazarus von den Toten auferweckt hatte.

Diese Worte von Jesus fielen mir besonders ins Auge (Johannes 11:4): „Diese Krankheit führt nicht zum Tod, sondern dient der Verherrlichung Gottes, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht wird.“ Ich sagte mir, dass diese Prüfung eine weitere Gelegenheit ist zu zeigen, dass unser Vater-Mutter-Gott für mich sorgt, und Gott durch eine Heilung zu verherrlichen. Obwohl ich einen langen und vollen Tag hatte, rief der Ausschlag kein Unwohlsein hervor. Als ich abends nach Hause kam, war er vollständig verschwunden. Ja, ich hatte ihn bis zu diesem Moment ganz vergessen.

Aus diesen beiden Erlebnissen habe ich gelernt, dass Herausforderungen nichts sind, was wir fürchten müssen, sofern wir sie mit der Art von Gebet angehen, das die Christliche Wissenschaft lehrt. Ich habe außerdem gelernt, mich in schwierigen Zeiten nicht selbst zu verurteilen. Was wie eine Niederlage aussieht, kann schlicht und einfach eine Gelegenheit für geistige Entfaltung sein. Ich nutze weiterhin jede Schwierigkeit dazu, mehr über Gottes allerhabene und immer gegenwärtige Macht zu lernen, die jeglichen Anspruch des Bösen zerstört. Diese Tatsache kann jede Herausforderung in ein Abenteuer verwandeln.

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