Ich denke, dies ist ein guter Moment, meine tiefe Dankbarkeit für die Christliche Wissenschaft zu teilen.
Ich möchte vorausschicken, dass ich immer einen Zusammenhang gesehen habe zwischen den Gebeten in den Kirchen Christi, Wissenschaftler, und der Art und Weise, wie ich zur Christlichen Wissenschaft geführt wurde. Mary Baker Eddy sagt im Kirchenhandbuch (S. 42), dass diese Gebete „insgesamt und ausschließlich für die Gemeinden darzubringen“ sind, doch wirken sie sich auf das weitere Umfeld aus und segnen die ganze Menschheit.
Ich war jahrelang auf der Suche nach einem tieferen Verständnis von Gott und dem Menschen, von Glück, Gesundheit und wahrer Brüderlichkeit. Gott war mir immer wie ein Freund vorgekommen, aber ich konnte Ihn einfach nicht verstehen. Ich sehnte mich danach, Seine Gegenwart und Führung zu spüren. Ich fühlte, dass ich alle meine Antworten bei Gott erhalten würde, und war sicher, dass es möglich war, Ihn zu finden und an Seiner Seite zu gehen, wie die alten Propheten und Christus Jesus dies getan haben.
Jesus heilte und er hatte diese liebevolle Beziehung zu seinem Vater, doch ich wusste nicht, wie ich meine Beziehung zu Gott finden sollte. Die Antworten, die ich in anderen Kirchen gefunden hatte, hatten mich nicht befriedigt, und ich hatte aufgehört, Gottesdienste zu besuchen. Doch irgendwie liebte ich die Idee Kirche weiter.
Ich arbeitete damals als medizinisch-technische Assistentin in einem Krankenhaus und hatte einige Erfahrungen, die mir zeigten, dass wahre Heilung nichts mit Medizin, aber alles mit Gott zu tun hat. Ich konnte mir den Zusammenhang nicht erklären und bat Gott um eine Antwort.
Dann hörte ich über eine Frau in meiner Heimatstadt von der Christlichen Wissenschaft. Sie zeigte mir das Lehrbuch, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, von Mary Baker Eddy. Sie erzählte auch meiner Mutter und meiner Großmutter davon, und die fingen an, die Bibellektionen gemeinsam zu lesen und in ihrem Haus Gottesdienste der Christlichen Wissenschaft abzuhalten. Doch ich konnte die Lehren damals nicht verstehen.
Später hatte ich eine interessante Erfahrung im Krankenhaus. Ein Kollege, der Arzt war, setzte sich sehr für andere Menschen ein. Er hatte ein gutes Herz und war ein sehr guter Freund. Eines Tages hörte ich, dass er schwer an einer Sache erkrankt war, für deren Behandlung unser Krankenhaus berühmt war. Diese Krankheit ist nicht ansteckend, doch mein Kollege hatte sie dennoch bekommen.
Als ich ihn besuchte, konnte ich sofort sehen, dass er die Krankheit in sein Denken aufgenommen hatte. Ich begriff, dass Krankheit mental und nicht materiell ist und dass der Körper nur das widerspiegelt, was sich im Denken abspielt. Und ich erkannte, dass allein die göttliche Wahrheit diese falschen Bilder des sterblichen Denkens zerstören und Heilung bringen kann. Ja, es war sinnlos, Heilung woanders zu suchen.
Ich verstand, dass die Christliche Wissenschaft die Wahrheit ist und dass ich sie brauchte. Und ja, dass ich in die Kirche gehörte und meine Antworten dort finden würde. Doch meine Arbeitsstelle, meine Ausbildung – mein ganzes Leben – drehte sich um Medizin. Ich verdiente damit meinen Lebensunterhalt und wusste nicht, wie ich das ändern sollte.
Dann wurde ich sehr krank und sollte operiert werden. Unmittelbar vor der Operation wurden mehrere Unfallopfer eingeliefert, sodass sich alles verzögerte. Die Chirurgen konnten sich mir nicht wie geplant widmen.
Während ich im Krankenhausbett lag, hörte ich ganz plötzlich die Worte des 91. Psalms: „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der sagt zu dem Herrn: ‚Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich vertraue!‘ “ (Vers 1, 2). Der Psalm endet mit den Worten: „Er hängt an mir, darum will ich ihn retten; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not; ich will ihn befreien und zu Ehren bringen. Ich will ihn mit langem Leben sättigen und will ihm mein Heil zeigen“ (Vers 14–16).
Für mich war das wie ein Versprechen von Gott. Es war, als ob Gott Seine Hand nach mir ausstreckte und mir aufhalf. Ich zog mich an und unterschrieb eine Selbstentlassung, um auf die Operation zu verzichten und nach Hause zu gehen.
Damals wusste ich nichts von den Kirchen, Leseräumen und sonstigen Einrichtungen der Christlichen Wissenschaft. Ich wusste vom Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft nur durch die Dame, die es auch meiner Mutter gezeigt hatte. Also fuhr ich 600 km bis zu ihr, um das Buch zu bekommen. Das war das Ende meiner Medikamenteneinnahme. Ich hatte mein Leben lang an sehr aggressiven Schmerzattacken in den Ohren gelitten, die keine Medikamente hatten lindern können und auch chirurgisch nicht behoben worden waren. Doch seitdem hatte ich nie wieder mit diesen schlimmen Anfällen zu tun.
Ich blieb neun Monate lang bei meiner Mutter und studierte in Wissenschaft und Gesundheit. Ich wusste, was ich da gefunden hatte: Die Wahrheit, die geistige Realität, eine echte Wissenschaft – etwas, das ein verlässliches Prinzip hat, das Gott nicht nur als Prinzip, sondern auch als Wahrheit und Liebe demonstriert – unveränderliche, verlässliche Liebe, die alles umfängt. Ich liebte das Synonym Prinzip für Gott. Ich begriff, dass die Christliche Wissenschaft eine verlässliche Wissenschaft ist, weil sie sich auf ein festes Prinzip gründet statt auf menschliche Meinungen oder das Zeugnis der materiellen Sinne. Das war genau das, was ich in der Medizin vermisst hatte.
Ich fing an zu verstehen, dass ich eins mit Gott bin und nicht von Ihm getrennt werden kann; dass ich Ihn hören kann, dass ich würdig bin und einen Sinn habe, weil Er mich geschaffen hat. Gott war mir immer schon ein Freund gewesen, aber jetzt wurde Er mir Vater und Mutter, und ich lernte mein Dasein als Sein Kind kennen. Mein Lieblingslied in dem Liederbuch der Christlichen Wissenschaft war von Anfang an Nr. 144. Dort heißt es:
Gott ist Prinzip, das wahre Sein,
Der Vater, der uns liebt;
Und diese Liebe, die uns schuf,
Uns immerdar umgibt
(bearbeitet, © CSBD)
Die Worte dieses Liedes heilten mich von den Schmerzen, von dem Gefühl, getrennt, allein und unwürdig zu sein.
Während der Zeit, die ich bei meiner Mutter verbrachte und Wissenschaft und Gesundheit studierte, wurde ich auch endgültig von Magersucht geheilt. Heute würde ich sagen, dass ich da den Christus, die Wahrheit, spürte, den Jesus demonstrierte. Ja, ich hungerte so sehr nach der Wahrheit, dass ich sie annehmen konnte.
Als ich später eine Kirche in der Nähe – Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, Hamburg – besuchte und all die hingebungsvollen Freunde sah, die während des Stillen Gebets und des Gebets des Herrn beteten, war ich sicher, dass Gott mich mittels ihrer Gebete zur Christlichen Wissenschaft geführt hatte. Da verstand ich, warum die Gebete in der Kirche so mächtig und so nötig sind. Sie segnen nicht nur die in unserer Kirchengemeinde, sondern die Welt.
Ute Keller
Übersetzt aus dem Christian Science Sentinel, Ausgabe 31. Oktober 2016
