Ich ging mit den Hunden im Wald spazieren, als ich ein wundervolles Geräusch hörte: das Glucksen und Plätschern von Wasser. Ich schaute mich danach um, konnte es aber nirgendwo entdecken!
Mir wurde klar, dass ich über einem Bächlein stehen musste, doch es war nicht sichtbar. Ich stand bezaubert da, lauschte und genoss die Sonne auf dem frischen Schnee, der dieses Kleinod verdeckte.
Für mich hatte diese Entdeckung etwas Magisches und Schönes. Es kam mir vor, als hätte ich einen geheimen unterirdischen Bach entdeckt, der nur bemerkbar ist, wenn man gut hinhört.
Ich erkannte eine Parallele zu dem, was ich in der Christlichen Wissenschaft über meine wahre Natur und Identität gelernt hatte. Als die Kinder bzw. geistigen Nachkommen Gottes bringen wir Seine Eigenschaften zum Ausdruck. Unsere gottgegebene Gesundheit, Güte und Schönheit sind unangreifbar. Doch manchmal scheinen sie verdeckt zu sein – von Krankheit, Entstellung oder sonstiger Disharmonie. Wie bei dem Bach brauchen wir manchmal „Tauwetter“ – eine frische Sichtweise, die uns hilft, das zu sehen, was schon da ist!
Das erinnerte mich an eine schöne Heilung vor einigen Jahren, als meine Hände sich eines Abends verkrampften. Sie formten Fäuste, die ich nicht öffnen konnte.
Weder mein Mann noch ich hatten so etwas je erlebt. Statt ängstlich zu werden, dankte ich Gott sofort für Seine beständige Fürsorge.
Das mag etwas seltsam klingen, doch ich wende mich immer um Hilfe an Gott, egal worum es geht, und erhalte Antworten. In der Bibel lesen wir die Verheißung: „Herr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter“ (Psalm 18:3). Diese Verheißung gilt nicht nur einmal, sondern immer.
Als Leserin in meiner Zweigkirche hatte ich damals die Aufgabe, am folgenden Morgen Teil der Bibellektion aus dem Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft im Gottesdienst vorzulesen. Dazu brauchte ich die Hände, denn die Lektion besteht aus Stellen aus der Bibel und dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy.
Doch ich fühlte mich weder unter Druck noch in Panik. Ich fand Mut in einer Bibelstelle, die besagt: „Euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott“ (Kolosser 3:3). Für mich bedeutete das, dass wahres Leben und wahre Gesundheit nie verändert, entstellt oder beeinträchtigt werden können, egal, was der Körper mir sagte. Sie bleiben vollkommen, intakt und vollständig, von unserem Vater-Mutter-Gott erhalten, der uns alle in Seinem geistigen Ebenbild erschaffen hat.
Durch Christus, Gottes Botschaft der Liebe und Fürsorge, die in der heilenden Liebe Christi Jesu verdeutlicht wurde, können wir diese Wirklichkeit erkennen und selbst erleben. Wissenschaft und Gesundheit erklärt: „Alle Wirklichkeit ist in Gott und Seiner Schöpfung, harmonisch und ewig. Was Er erschafft, ist gut, und Er macht alles, was gemacht ist. Somit ist die einzige Wirklichkeit von Sünde, Krankheit und Tod die schreckliche Tatsache, dass dem menschlichen, irrenden Glauben Unwirklichkeiten wirklich scheinen, bis Gott ihnen ihre Tarnung herunterreißt“ (p. 472).
Für mich ist das dem unsichtbaren Bach ähnlich. Meine Augen zeigten mir eine Sache, doch meine geistige Intuition berichtete mir von einer völlig anderen Wirklichkeit: Gottes Wirklichkeit. Was sollte ich nun glauben? Ich weigerte mich, eine begrenzte, sterbliche Version als das „wahre Ich“ anzunehmen, und wählte Gottes Wirklichkeit.
Ich verbrachte eine gute Nacht, doch als ich aufwachte, konnte ich die Hände immer noch nicht öffnen. Mein Mann half mir liebevoll, mich für die Kirche fertigzumachen.
Ich dankte Gott weiter für Seine liebevolle Fürsorge und bemühte mich sozusagen, mental den Bach unterm Schnee zu hören – den erneuernden Fluss göttlicher Inspiration voller Güte, Freude, Freiheit und Frieden, die Gott uns beständig schickt.
Es war mir möglich, meine Aufgabe als Leserin auszuüben, und als der Gottesdienst beendet war, konnte ich die Hände frei bewegen. Sie waren normal einsatzfähig und sind es in den Jahren seitdem geblieben.
Unser wahres Leben, unsere Gesundheit und unser Gedeihen können durch die Materie nicht verändert oder entstellt werden. Das wahre, vollkommene, geistige Selbst eines jeden ist immer „verborgen mit Christus in Gott“ – vielleicht verborgen vor den physischen Sinnen, doch sichtbar im Bach des geistigen Verständnisses, das Trost und Heilung mit sich bringt.
