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Original im Internet

Auf die Gegenwart der Liebe stützen

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 28. November 2019


Ich liebe die Gewissheit, dass eine reine, geistige Idee nicht zerbrechen kann. Sie kann keine Schmerzen haben. Sie kann von Furcht und menschlichen Überzeugungen weder übermannt noch beschwert werden. Der Mensch ist Gottes geistige Idee, Gottes Ebenbild und Widerspiegelung; somit sind wir völlig sicher.

Wir leben in der göttlichen Liebe, Gott. Und Liebe ist mehr als nur gelegentlich gegenwärtig. Sie taucht nicht zu bestimmten Zeitpunkten da auf, wo sie gebraucht wird – so hilfreich das klingen mag. Nein, Liebe macht unsere Gegenwart aus. Wie die Luft, die uns umgibt, oder Wasser Fische umgibt! Die göttliche Liebe ist nicht begrenzt, mal da und mal nicht. Wir leben in der Allgegenwart der Liebe.

Doch wie bleiben wir an dieser Wahrheit, wenn scheinbar aus heiterem Himmel etwas Schlimmes passiert? Ich lerne immer wieder: Jedes Gefühl einer schädlichen Gegenwart, in welcher Form sie auch auftreten mag, ist nichts als eine materielle Suggestion, dass es außer der göttlichen Liebe etwas geben könnte. Doch Liebe ist erhabene Allgegenwart, und jeder von uns drückt in unserer Eigenschaft als Gottes geistige Idee die Vollständigkeit der Liebe umfassend und sicher aus. Als Gottes Idee ist der Mensch beschützt und weder Zufall noch willkürlichem Bösem ausgesetzt. Gott, das Gute, ist das einzige Gemüt, die einzige Macht, also gibt es kein böses Gemüt. Wenn wir dies verstehen, werden wir immer mehr Beweise dafür sehen.

Vor ca. einem Jahr hatte ich eine Erfahrung, die mir half, diese tiefen, geistigen Konzepte besser zu verstehen. Ich war mit Freunden segeln, und wir beschlossen, eine abgelegene Insel zu erkunden. Voller Begeisterung von der Umgebung kletterte ich auf einen Baum, der sich weit über eine Uferböschung lehnte. Ich war ganz in den tiefblauen Ausblick vertieft, als ich plötzlich das Gleichgewicht verlor und hinunterfiel. Bei dem Sturz prallte ich mit dem Kinn auf einen Ast, und unten angekommen hatte ich immense Schmerzen. Meine Freunde, die ebenfalls Christliche Wissenschaftler sind, liefen herbei, um zu helfen und geistige Wahrheitsgedanken über meine Beziehung zu Gott mit mir zu teilen.

Ich war benommen, wusste aber eines: Ich musste meine geistige Identität als intakt behaupten und die wahren Eigenschaften bekräftigen, aus denen sich mein Bewusstsein zusammensetzt – Frieden, Vollständigkeit, Reinheit, Freude und Güte. Diese Eigenschaften machen die Substanz meiner gottgegebenen Identität aus und können weder zerbrochen noch verletzt werden. Obwohl ich mich erschrocken und verletzt hatte, kam mir folgender Gedanke: „Das sterbliche Gemüt“ – nicht der materielle Körper – „musste korrigiert werden“ (Mary Baker Eddy, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 382). Ich konnte wissen, dass es ganz natürlich ist, Gottes allmächtigen Frieden und Seine allmächtige Freiheit zu fühlen. Und ferner, dass das „sterbliche Gemüt“ nichts mehr ist als eine Sammlung materieller Konzepte, die Gott entgegenstehen und somit weder Gegenwart noch Macht haben.

Trotz der körperlichen Verletzungen wusste ich, dass die notwendige Anpassung im Denken stattfinden musste und dass dies den Körper heilen würde. Ich dachte an diese Stelle aus Wissenschaft und Gesundheit: „Dein Körper würde ebenso wenig unter Druck oder Wunden leiden wie der Baumstamm, den du einkerbst, oder die elektrische Leitung, die du spannst, wenn das sterbliche Gemüt nicht wäre“ (S. 393).

Als ich weiter darüber betete, wie das sterbliche Gemüt korrigiert werden musste, stellte ich mir die Frage: Wer oder was nimmt die Korrektur vor? Die Antwort lag auf der Hand: Gott. Gott, Liebe, tut die Arbeit, nicht ich. Und obwohl ich es damals noch nicht ganz verstand, beruhigte, veränderte und berichtigte Liebe mein Denken und brachte dabei eine sehr subtile Überzeugung an die Oberfläche, um die Heilung zu bewirken.

Es ist nicht sonderlich subtil zu meinen, bei einem Unfall verletzt worden zu sein. Das ist nun wirklich echt, denken wir vielleicht, wenn das mal kein sterblicher Schlag ins Gesicht ist – wenn es je einen gegeben haben könnte! Doch die Grundlage (wenn es eine gäbe) wäre, dass dieser subtile Glaube an Zufall sich als Unfall getarnt wie ein ungebetener Gast in unser mentales Haus einschleicht und dort niederlässt. Egal wie hinterlistig er vorzugehen scheint oder wie sorgsam er das Sonnenlicht der Wahrheit meidet, indem er uns dazu verleitet, die Verkleidung der Anfälligkeit anzulegen, er ist eine Täuschung – eine große Lüge über den Menschen, den vollkommen geordneten und geschützten Ausdruck des einen ruhevollen Gemüts, Gottes.

Meine Freunde halfen mir in den Schatten und riefen eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft für mich an. Kurz darauf war ich sicher, aufstehen zu können, und zusammen mit meinen Freunden fuhr ich im Beiboot zurück zum Segelboot, wo sie mir die Wunden reinigten und mich in eine Koje legten. Auf der Fahrt zurück zum Festland empfand ich wundervolle Liebe und geistige Klarheit. Die heilenden Wahrheitsgedanken der Praktikerin und die liebevolle Fürsorge meiner Freunde überwanden die starken Schmerzen. Ich hörte genau das, was ich brauchte, und spürte Gottes Gegenwart, die mich in diesen Stunden auf dem Schiff geborgen hielt. Jeder an Bord genoss die erfrischende Fahrt, während ich unter Deck ruhte. Ich fühlte mich wahrhaftig von Engeln umgeben. Die Schmerzen ließen nach, und innerhalb weniger Tage wurden die deutlichen Auswirkungen des Sturzes einzig durch Gebet geheilt.

Doch nachdem ich sicher und dankbar nach Hause gekommen war, drehte sich mein Denken tagelang um den Unfall in dem Verlangen, einen Sinn darin zu erkennen. Ich dachte ständig an den Augenblick, als mein Fuß vom Ast glitt und ich hilflos zu Boden fiel. Die ganze Sache kam mir so willkürlich und doch so seltsam gezielt vor. Das Nachspiel aus Schrecken, Unfall und Verletzung wollte nicht von mir weichen.

Es war wie Werbung, die eine Sendung unterbricht und sagt: „Du bist nichts als eine verletzliche Sterbliche, die so dumm war, auf diesen Baum zu klettern. So deppert! Und übrigens: die Christliche Wissenschaft ist Unsinn. Diesmal hast du Glück gehabt, aber nächstes Mal ...“

Es war eindeutig wichtig, diese lästige Stimme abzustellen. Ich fing an, das zu bekräftigen, was ich als wahr wusste: Die Christliche Wissenschaft ist eine Entdeckung und stammt von Gott. Sie ist keine menschliche Erfindung und keineswegs überholt. Sie ist die zeitlose Offenbarung der unendlich liebevollen, praktischen Wissenschaft des Christus, der Wahrheit, die heilt und erneuert.

Mary Baker Eddy, die die Christliche Wissenschaft entdeckte, hatte klare Worte für derlei störende Gedanken. Sie brachte sie mit einem Glauben an Hypnotismus oder „tierischen Magnetismus“ in Verbindung, den sie in Wissenschaft und Gesundheit widerlegte. Ja, sie ermunterte die Christlichen Wissenschaftler, „sich täglich gegen aggressive mentale Suggestion zu verteidigen“ (siehe Handbuch der Mutterkirche, S. 42). Das Schlüsselwort ist Suggestion. Dieses gedankliche Nachspielen des Unfalls war nichts als eine hypnotische Suggestion, es waren Behauptungen, die überhaupt nicht stimmten. Also war es Zeit, sie als reine Lügen zu brandmarken. Als ich das tat, sah ich, wie absurd und überspitzt sie waren verglichen mit dem, was sich zugetragen hatte.

Ja, ich war auf einer entlegenen Insel mitten im Meer gewesen, und genau da, an dem Ort und in dem Augenblick, wo ich es brauchte, hatte die Allgegenwart der göttlichen Liebe und Wahrheit mir allen Trost gebracht, den ich mir je wünschen konnte, und meinen Bedarf auf perfekte Weise gedeckt. Angesichts der Liebe verschwand die Furcht, und mein Denken wurde zu dem wundervollen Frieden Gottes gelenkt, „der höher ist als alle Vernunft“ (Philipper 4:7). Ich erkannte, dass ich stetige körperliche Heilung erlebt hatte. Ich hatte weder einen Rettungshubschrauber, ein Krankenhaus noch Schmerzmittel gebraucht, sondern nur das, was ich auch ganz genau erhalten hatte: die praktische, sofortige, heilende Gegenwart der göttlichen Liebe. Die aggressiven Suggestionen, die sich in mir nachspielten, hatten auf sehr echte Weise nichts mit meinem Denken zu tun.

Statt in Nischen meines Bewusstseins ein Gefühl von Trauma zuzulassen, betete ich weiter, um Furcht und jeden Skeptizismus hinsichtlich der Wirksamkeit der Christlichen Wissenschaft zu vertreiben. Ich fand viele hilfreiche Artikel und Zeugnisse im Christian Science Journal und Sentinel, darunter Heilungen von Unfällen. Sie halfen mir, mein Denken vom mentalen Nachspielen des Vorfalls abzuwenden, und ich war dankbar, an das Gesetz Gottes, des Guten, erinnert zu werden, das erhaben wirkt.

Doch erst als ich die Geborgenheit der göttlichen Liebe nicht nur als eine, sondern als die einzigeGegenwart akzeptierte und fühlte, begriff ich, dass dieser sogenannte Unfall meine geistige Identität weder beschädigt noch auch nur berührt hatte und dass ich als reine, geistige Idee keinen Bruch erleiden konnte.

Nichts kann außerhalb von Liebe existieren. Es gibt keinen zufälligen Sturz, kein Abrutschen, kein Risiko, keinen abgebrochenen Ast, keine Schmerzen, kein traumatisches Ereignis und keine Restfurcht, die die Gegenwart der Liebe zerstören könnten. Liebe ist ein Gesetz, das den Menschen auf ewig intakt hält. Ich hatte die Fürsorge der Liebe nie verlassen. Die Kinder der Liebe sind immer sicher in der Gegenwart unseres Vater-Mutter-Gottes.

Danach hörte ich auf, den Vorfall durchzuspielen, und fühlte nur den Frieden und die Dankbarkeit für die schnelle und wirksame Heilung und die Tatsache, dass alle meine Bedürfnisse durch Behandlung in der Christlichen Wissenschaft gestillt worden waren. Ich hatte ein wundervolles Segelabenteuer erlebt. Doch, was wichtiger war, ich war mit einem erweiterten Verständnis von der riesigen und doch immer nahen Allgegenwart der Liebe gesegnet worden – Liebe als Gegenwart, die jedem verfügbar ist.

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Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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