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Original im Internet

Dankbarkeit – ein Tor zu Gott, zum Guten

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 5. Dezember 2019


Jedes Jahr studieren die Christlichen Wissenschaftler in aller Welt die Bibellektion zum Thema Danksagung im Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft und besuchen den dazu gehörigen Gottesdienst. Diese Feier setzt Dankbarkeit praktisch um und öffnet das Denken für das Gute, das Bewusstsein von Gott.

Ich habe unlängst einiges über Dankbarkeit gelernt, als ein geplanter Umzug in ein neues Haus in letzter Minute nichts wurde. Ich hatte alles vorbereitet, und dann fiel der Kauf zwei Wochen vor Weihnachten ins Wasser. Ich hatte nur vier Wochen Zeit, um eine neue Unterkunft zu finden.

Mein ältester Sohn und seine Frau boten mir liebevoll die Einliegerwohnung in ihrem Haus an. Obwohl ich angesichts des dringenden Bedarfs sehr dankbar für dieses großzügige Angebot war, fühlte ich mich am ersten Tag sehr verärgert und fehl am Platz. Ich war von einem großzügigen Haus in ruhiger Lage in eine winzige Souterrainwohnung gezogen, an der laut ein Zug vorbeiratterte. Glücklicherweise hielt diese traurige Denkweise nicht lange an!

Ich verbrachte sieben Monate in der kleinen Wohnung, und abgesehen von den ersten paar Tagen machten mir der Lärm und die Enge nicht viel aus. Immer fand sich eine Lösung, um Begrenzungen zu überwinden. Die Zeit, die ich dort verbrachte, war von Freude erfüllt, und ich verstand, dass diese Situation mir die Freiheit gab, in meiner neuen Rolle als Lehrerin der Christlichen Wissenschaft zu arbeiten. Meine Lebenshaltungskosten verringerten sich deutlich, was mir half, mich auf den nächsten Umzug vorzubereiten. Insgesamt war es eine von Segen erfüllte Zeit.

Nicht lange, nachdem ich diese Wohnung bezogen hatte, erhielt ich die göttliche Aufforderung, dankbar zu sein. Es ging nicht nur darum, Dank für ein Zuhause zu sagen, es war ein Drängen, wirklich zu verstehen, dass Gott uns zu unserem richtigen Platz führt. Ich hatte mich gefragt, wieso aus den Plänen für das ursprüngliche Haus nichts geworden war. Nun erkannte ich, dass ich Gott dankbar sein musste, der all-gut ist und jeden Aspekt unseres Lebens regiert. Somit muss das Gute gegenwärtig sein.

Dankbarkeit ist eine reine Erkenntnis der Allgegenwart Gottes und der Tatsache, dass Gott trotz menschlicher Eindrücke freigiebig und unvoreingenommen Gutes verteilt. Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen ist eine bewusste Anerkennung der Gegenwart des Guten; sie ist eine Empfänglichkeit für immer neue Segnungen. Undankbarkeit jedoch bedeutet, dass wir das, was Gott uns bereits schenkt, nicht anerkennen. Unzufriedenheit, Zweifel und Furcht bemerken Gottes Allgegenwart und Allmacht nicht und verhindern daher, dass wir Freude empfinden und Lösungen erkennen, die von der göttlichen Liebe ausgehen.

Ich hätte mir nicht mehr Liebe von denen wünschen können, die mir ihr Haus so großzügig öffneten, und doch hatte ich Selbstmitleid. Wenn ich diesen Bewusstseinszustand nicht infrage gestellt hätte, dann hätte ich weiter nur Begrenzungen gesehen (wie Platzmangel und Lärm), statt die Fülle des Guten (die intelligente Raumnutzung, Platz und Zeit für meine Heilarbeit). Als ich Monate später erneut umzog, erwies sich das neue Haus als wunderbar geeignet, viel besser als das, was ich ursprünglich hatte kaufen wollen.

Natürlich ist es einfach, Dank zu sagen, wenn alles glatt geht. Doch wenn sich uns Hürden in den Weg stellen, ist es hilfreich, ein tieferes Verständnis zu erlangen, dass GottLeben, Wahrheit und Liebe – die Quelle alles Guten ist. Wenn wir dies wirklich anerkennen, können wir ehrlich dankbar sein, selbst wenn nicht alles nach unserem Sinn geht. Indem wir darauf bestehen, Gott für Seine Segnungen zu danken, egal welchen Umständen wir uns stellen müssen, hinterfragen wir die Vorstellung, dass es eine Gott entgegengesetzte Macht gibt. Die Annahme, es könne etwas außer Gott, dem Guten, geben, wird damit zum Schweigen gebracht, und dieses Umdenken nimmt die nötigen Anpassungen vor und heilt uns. Wenn wir in schweren Zeiten die wahre Quelle des allgegenwärtigen Guten anerkennen und Frieden und Freude ausdrücken, zeigen wir buchstäblich tätige Dankbarkeit!

Christus Jesus dankte Gott und speiste dann fünftausend Menschen mit ein paar Broten und Fischen. Die Situation deutete auf erheblichen Mangel hin, doch nachdem alle gegessen hatten, füllten die Überreste etliche Körbe. Jesu klares Verständnis von der reichhaltigen Liebe unseres Vaters war unzweifelhaft vorhanden, bevor die anderen Anwesenden diese Fülle erkannten. Als Jesu Nachfolger sind wir fähig, es ihm nachzutun und die göttlichen Segnungen, die wir bereits empfangen haben, weniger anzuzweifeln.

Als Jesus seine Jünger das wirksame Beten lehrte, erklärte er, dass wir Gottes erhabene Bereitschaft erkennen müssen, ohne Vorbehalte Gutes zu geben (siehe Matthäus 7:11). Und Mary Baker Eddy schreibt im Kapitel „Gebet“ von Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft: „Sind wir wirklich dankbar für das Gute, das wir bereits empfangen haben? Dann werden wir uns die Segnungen, die wir haben, zunutze machen und dadurch in der Lage sein mehr entgegenzunehmen“ (S. 3). Auf dieser und der nächsten Seite erklärt sie, dass Dankbarkeit tätig zum Ausdruck gebracht werden muss und dass es heuchlerisch ist, Dank zu sagen, während man eigentlich undankbar ist. Das führt zu einem Gefühl der Leere.

Der Apostel Paulus war nicht sicher, ob er hingerichtet oder freigelassen werden würde, als er in Rom unter Hausarrest stand, und doch drückte er in einem Brief an die Christen in Philippi folgende große Dankbarkeit aus: „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Anliegen lasst eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus!“ (Philipper 4:6, 7).

Gott ist unfehlbare, unwandelbare, unvoreingenommene, universale und ewige Liebe. Dieses Verständnis überragt das sterbliche Verständnis von Liebe und stellt eine felsenfeste Grundlage bereit, die uns befähigt, nicht von Disharmonie, Begrenzung und Mangel beeindruckt zu sein. Wenn wir Gott als den Geber alles Guten erkennen, sind wir mit der Fähigkeit ausgestattet, reichhaltige Segnungen zu empfangen. Dann fließt unser Gebet der Dankbarkeit ganz frei und wir können die Harmonie unseres wahren Seins als Widerspiegelung Gottes, des Guten, besser wahrnehmen.

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Die Mission des Herold

Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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