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Original im Internet

Der Schatz ist klar. Aber warum den Acker kaufen?

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 30. April 2019


Das Himmelreich, welch riesiges Konzept! Fast jede Woche erschließt sich mir eine neue Bedeutung aus Christi Jesu Gleichnissen über das Himmelreich. Jedes dieser Gleichnisse ist ergiebig, relevant und so lebensnah. Hatte Jesus auch Gleichnisse über andere Konzepte? Ja, aber darüber schreibe ich ein andermal.

Christus Jesus predigte die gute Nachricht, dass das Himmelreich hier und jetzt ist – nicht hoch über uns oder in ferner Zukunft. „Man wird auch nicht sagen: ‚Sieh, hier!‘ oder: ‚Sieh, dort!‘. Denn seht, das Reich Gottes ist inwendig in euch“, sagte der Meister (Lukas 17:21). Er erzählte mehrere Gleichnisse, um den Leuten dieses Reich nahezubringen.

Ich finde dieses besonders interessant: „Das Himmelreich gleicht auch einem verborgenen Schatz im Acker, den ein Mensch fand und verbarg, und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft diesen Acker“ (Matthäus 13:44).

Klar, dieser Schatz war sehr wertvoll für den Mann. Er war glücklich darüber, doch ich fragte mich: Wieso hat er den ganzen Acker gekauft und nicht einfach den Schatz genommen und ist gegangen? Was symbolisiert dieser Acker eigentlich?

Ich habe dieses Gleichnis erst einmal daraufhin betrachtet, dass jeder ehrliche Sucher geistiges Wachstum angehen kann.

Ich erkenne den Schatz, den der Mann im Acker fand, als einen Einblick in das Himmelreich – einen fühlbaren Beweis für den heilenden Christus. Dieser Einblick war so unfehlbar, so sicher, dass der Mann mehr über die ganze Wahrheit hinter Christi Lehren erfahren wollte, die ihm diese Himmelreich-Erfahrung beschert hat. Und kein einziger solcher Augenblick ist ohne den Acker möglich, seine Heimstätte – die Allheit, Allgegenwart und Güte Gottes und Seiner Gesetze, der göttlichen Wissenschaft des Seins. Der Mann muss das erkannt haben, denn er hat seinen Schatz verborgen (im Bewusstsein gehegt, um ihn zu bewahren und sich zu eigen zu machen) und dann sein Hab und Gut verkauft und den ganzen Acker erworben. So wertvoll war ihm der Teil dieser göttlichen Wissenschaft, den er bereits wahrgenommen hatte, dass er ihn ganz haben wollte und musste – das ganze Reich von Gottes Güte und Macht.

Gottes Reich ist ungeteilt; es kann nicht von seiner Reinheit, seine Zulänglichkeit kann nicht von seiner Geistigkeit, seine Harmonie nicht von seiner Vollständigkeit und sein Wert nicht von seiner Unveränderlichkeit getrennt werden. Dieses ganze Feld bzw. das gesamte Reich Gottes umfasst das Reich der Segnungen und des Reichtums, der Fülle und Frische, Weite und Vitalität, Grundlagen und Gesetze, Bedingungen und Belohnungen, Erkenntnisse und Errungenschaften der göttlichen Liebe. Implizieren nicht Jesu Worte: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, dann wird euch das alles zufallen“ (Matthäus 6:33), dass man den ganzen Acker kaufen soll?

Ich war folgendermaßen durch die Reichweite dieses Gleichnisses inspiriert. Kurz nachdem ich mich zuerst fragte: „Wieso gleich den ganzen Acker kaufen?“, wurde mein Sohn von einer medizinisch als unheilbar erklärten Krankheit geheilt (siehe mein Zeugnis im Herold vom Oktober 1997). Mein Mann und ich hatten keinen Zweifel, dass Gott unseren Sohn geheilt hatte, doch ich musste unbedingt verstehen wie, damit ich anderen helfen konnte. Jetzt erkenne ich, dass ich, wie der Mann im Gleichnis durch den Blick auf das Himmelreich, den ich durch die Heilung unseres Sohnes erhascht hatte, nun den ganzen Acker wollte und brauchte. Und so setzte mein Heißhunger ein, mehr über die Christliche Wissenschaft und ihre Entdeckerin Mary Baker Eddy zu erfahren.

Als ich eine Biografie über Mrs. Eddy las, war ich beeindruckt von ihrer Hingabe an Gott. So wichtig war ihr erster heilender Blick auf das Himmelreich, dass sie ihr ganzes Leben in den Dienst dieser Wissenschaft stellte – sie heilte, lehrte und gab der Welt diese Wissenschaft im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift. Sie gab alles dafür auf. Wenn das nicht bedeutet, den Acker zu kaufen! Ihre geistige Definition von Himmelreich (die sie aus der Bibel ableitete) im Glossar von Wissenschaft und Gesundheit symbolisiert für mich den ganzen Acker – Gottes demonstrierte Allheit. Die Definition lautet: „Die Herrschaft der Harmonie in der göttlichen Wissenschaft; das Reich des unfehlbaren, ewigen und allmächtigen Gemüts; die Atmosphäre des Geistes, in der Seele allerhaben ist“ (S. 590).

Ich lerne, dass Gottes Gnade, Seine unbegrenzte Liebe zu Seinen Kindern, nicht nur unser Herz und Denken für Seinen Christus öffnet, sondern uns auch dazu inspiriert, den ganzen Acker zu begehren und zu kaufen. Für mich bedeutet dieser Kauf die Bereitschaft, keinem Widerstand nachzugeben, der unsere vollständige Offenheit in uns für die Allheit von Gottes Güte und die Güte von Gottes Allheit verhindern, aufhalten oder verbergen möchte. Den Acker zu kaufen erfordert gotterleuchtete Allheit und gottermächtigten Gehorsam. Und ich stelle fest, dass wir beides haben, wenn wir konsequent in unserem Bewusstsein die geistigen Eigenschaften erheben, die Gottes Reich, Seine Herrschaft, ausmachen. Wie wir in Wissenschaft und Gesundheit lesen: „Lasst Selbstlosigkeit, Güte, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Gesundheit, Heiligkeit, Liebe – das Himmelreich – in uns herrschen, und Sünde, Krankheit und Tod werden abnehmen, bis sie schließlich verschwinden“ (S. 248).

Wenn wir diese Attribute lieben und leben und unser Denken beherrschen lassen, werden sie in unseren Worten und Taten aktiv, und das demonstriert Seine Herrschaft – Seine Kontrolle – in uns. Er deckt jeden Bedarf, beschützt uns und fördert unser natürliches Verlangen nach dem gesamten Reich – Gottes Forderungen, nicht nur unsere Wünsche; Seine Erziehung, nicht nur Sein Lob; Seine Belehrung, nicht nur Seinen Trost; Sein Läutern, nicht nur Seine Verzeihung; Seine Heiligkeit, nicht nur Seine Hilfe; Seine Anregung und Vergeistigung unseres Denken und nicht nur Seine Beruhigung.

Der Versucher (der Teufel, Satan, die Schlange, der Lügner, wie wir die Behauptung einer Gott, dem Guten, entgegengesetzten Macht auch nennen mögen) scheint auf raffinierte Weise zu arbeiten, und je ehrlicher wir das Himmelreich verstehen und davon regiert werden wollen, desto mehr kann es gelegentlich den Anschein haben, als würden wir davon abgehalten. Die mentalen Suggestionen des Versuchers sind oft so subtil, dass wir sie unwissentlich als unser eigenes Denken annehmen könnten – Gedanken, die das Himmelreich in uns leugnen und unser geistiges Wachstum auf morgen verschieben. Doch wenn wir wach und tätig für das Himmelreich und die geistigen Eigenschaften sind, die uns als Kindern Gottes bereits gehören, dann bemerken wir die hinterhältigen und unsinnigen Suggestionen des Lügners und fallen nicht auf sie herein. Wir erkennen, dass sie weder Gemüt, Wirklichkeit noch Macht besitzen.

Es bringt große Freude und Belohnung mit sich, das Wissen anzunehmen, dass das Himmelreich, Gottes Herrschaft, in uns herrscht – und wiederum große Freude, den Beweis dafür zu erbringen. Ja, Jesu schlicht erzählte, der Menschheit stets eingängliche Gleichnisse helfen den Lesern auf enorm praktische Weise.

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– Otto Bertschi, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1968 

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