Skip to main content
Original im Internet

Schlüsselmomente beim geistigen Wachstum

Die Annahme besiegen

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 23. September 2019


Die meisten von uns haben sich schon von einer Situation übermannt gefühlt – etwa von einer Krankheit, einer schwierigen Beziehung, einem finanziellen Problem. Ich kenne das jedenfalls aus eigener Erfahrung. Doch vor einigen Jahren lernte ich, dass Probleme einem klareren Verständnis von der Allheit Gottes weichen müssen, egal wie dauerhaft und undurchdringlich sie erscheinen.

Als mein Mann unsere Hündin mit einem Gewächs von der Größe eines Baseballs am Hals zum Tierarzt brachte, sagte der, da könne man nichts machen. Er erklärte, er sei diesem Problem schon häufig begegnet und wisse, dass der Tumor gleich wieder nachwächst, wenn man ihn operiert.

Es wäre leicht gewesen, die Waffen zu strecken, denn das Gewächs sah echt und bedrohlich aus. Die Familie liebte unsere Hündin sehr und ich machte mir große Sorgen um sie. Doch da ich viele Heilungen durch die Praxis der Christlichen Wissenschaft erlebt hatte, wusste ich, dass wir auf die Macht des göttlichen Gemüts vertrauen konnten, unsere liebe Hündin zu heilen.

Ich erkannte, dass ich mich von dem Problem abwenden und mein Denken im Gebet Gott zuwenden musste. Ich wusste, dass ich über den erschreckenden Anschein der körperlichen Sinne hinausblicken und stattdessen die Wahrheit über unsere Hündin erkennen konnte, wie Gott sie erschaffen hatte. Das würde die Heilung bewirken.

Ich schlug Vermischte Schriften 1883–1896 von Mary Baker Eddy auf und fand diesen Satz: „Diesem Gedanken kann etwas als feste Substanz erscheinen, was nie existiert hat“ (S. 5). Dort bezieht sie sich auf das, was das sterbliche Gemüt wahrnimmt, das falsche Verständnis, das alles materiell betrachtet und empfindet. Die Christliche Wissenschaft lehrt, dass Gottes Schöpfung dem Eindruck der materiellen Sinne entgegen geistig ist; Gott, Geist, hat die Materie nie gemacht. Daher ist alles, was existiert, eine geistige Idee im göttlichen Gemüt und drückt die reine, unsterbliche Güte des Gemüts aus.

Als ich über diese geistige Tatsache nachdachte, war mir plötzlich klar, dass das Gewächs auf unserer Hündin, das uns wie greifbare Substanz erschien, in Wirklichkeit nie existiert hatte. Es war ein Irrtum, eine Illusion, die unsere Hündin nie berührt hatte und auch nie Teil von ihrer oder meiner Erfahrung gewesen war. Meine Aufgabe lag nicht darin, ein Gewächs loszuwerden, sondern unsere geliebte Hündin so zu sehen, wie Gott sie sah – geistig und vom Bösen unberührt.

Innerhalb von zehn Minuten lief das Gewächs völlig aus und wuchs nicht wieder nach. Sein Verschwinden beeindruckte mich nicht so sehr, wie die Klarheit der Offenbarung, dass es nie überhaupt existiert hatte.

Diese Heilung war ein Wendepunkt in meinem Verständnis der Art und Weise, wie Heilung in der Christlichen Wissenschaft stattfindet. Von da an verstand ich den wissenschaftlichen Prozess nicht so, dass man mit einem materiellen Problem anfängt und versucht, es zu heilen oder loszuwerden, sondern als das Wissen, dass ein Problem, das echt und substanziell und beängstigend erscheint, in Wirklichkeit nie existiert hat.

Mrs. Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift: „Wenn es uns gelingt, mehr Glauben an die Wahrheit des Seins als an den Irrtum zu haben, mehr Glauben an Geist als an Materie, mehr Glauben an Leben als an Sterben, mehr Glauben an Gott als an den Menschen, dann können uns keine materiellen Voraussetzungen daran hindern, die Kranken zu heilen und Irrtum zu zerstören“ (S. 368).

Und im selben Buch schreibt sie über Christus Jesus: „Der demütige Nazarener widerlegte die Annahme, dass Sünde, Krankheit und Tod Macht haben“ (S. 228).

Eine Annahme ist eine unbewiesene Vorstellung, und in der Christlichen Wissenschaft bezieht sich der Begriff auf eine Vorstellung, die sich auf den materiellen Sinn statt auf eine geistige Tatsache gründet. Sie ist ein Glaube, dass Gottes Geschöpfe, einschließlich des Menschen, sterblich sind und deshalb Disharmonie unterliegen, dass sie einen materiellen Körper haben, der anfällig für Vererbung, Ansteckung, Unfälle usw. ist.

Ich beginne meine Heilarbeit häufig mit der Frage: „Was ist hier die Annahme? Was ist das Problem, das sich breitmacht und von dem ich aufgrund meiner Kenntnis von Gott und Seiner Schöpfung weiß, dass es nicht wahr sein kann?“ Manchmal bin ich überrascht von dem, was mir aufgrund dieser Frage offenbar wird.

Wir lesen oder hören jeden Tag Gesundheitstheorien, einschließlich Vorhersagen von Krankheiten aufgrund materieller Faktoren wie Alter, Ernährung und Bewegung. Da uns diese Theorien als Wahrheit verkauft werden, kann es einfach sein, sie unreflektiert zu übernehmen. Doch dann werden sie manchmal später revidiert oder sogar umgekehrt, denn sie sind Annahmen und keine von Gott etablierten Tatsachen. Selbst lang gehegte materielle Annahmen haben keine echte Substanz. Es ist egal, wie viele Jahre die Menschen geglaubt haben, die Erde sei flach – es war keinen einzigen Augenblick lang wahr.

Mrs. Eddy bezieht sich auf die grundlegende Tatsache in der göttlichen Wissenschaft, dass Gott Alles-in-allem und die einzige Macht und Intelligenz ist. Wir müssen also von dem ausgehen, was wirklich ist – von der Allheit Gottes und Seines vollkommenen geistigen Ausdrucks –, und materielle Annahmen als unwirklich abweisen. Etwas, das dem Guten unähnlich ist, mag echt aussehen und erscheinen, doch es hat nie existiert.

Wir erhalten in Wissenschaft und Gesundheit folgenden Hinweis: „Da Gott, das Gute, immer gegenwärtig ist, folgt in der göttlichen Logik daraus, dass das Böse, das angenommene Gegenteil des Guten, niemals gegenwärtig ist“ (S. 72). Somit ist das, was so überwältigend, so schwer zu heilen, so groß und bedrohlich erscheint, nichts als das angebliche Gegenteil dessen ist, was jetzt und seit jeher wahr ist.

Also frage ich mich: „Was ist die unweigerliche Wahrheit hinter der Annahme? Was ist die geistige Tatsache, die schon immer da war und immer da sein wird?“ Dieses Verständnis nimmt dem Bösen seine scheinbare Macht im menschlichen Bewusstsein und lässt es in sein natürliches Nichts zurückkehren, so wie es alle auf Annahmen beruhenden materiellen Vorstellungen letztendlich tun. Und das führt zu Heilung.

Weitere Artikel im Web

  

Die Mission des Herold

Der Herold der Christlichen Wissenschaft ist dazu da, die gute Nachricht zu verkünden, daß Gott tatsächlich Himmel und Erde erfüllt. Als „Herold“ trompetet er die herrlichen Tatsachen des Lebens hinaus — er bringt die Botschaft von der Schönheit und Unschuld des geistigen Universums Gottes. Diese Tatsachen *müssen* berichtet werden. Und wenn freudig, mutig und mit Überzeugung über sie berichtet wird, heilen sie. Sie erlösen. Sie erquicken das Leben.

Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.