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Original im Internet

Schlüsselmomente beim geistigen Wachstum

Eine geistige Taufe

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 17. Mai 2019


Ich wuchs als Christliche Wissenschaftlerin auf. Es machte mir Spaß, zur Sonntagsschule zu gehen und über Gott zu lernen, die Bibellektionen aus dem Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft zu studieren und die Lieder auf dem Klavier zu spielen.

In meiner Kindheit zogen wir mehrmals um und jedes Mal war der Ort etwas weiter abgelegen und die Gemeinde der Zweigkirche Christi, Wissenschaftler kleiner. Als ich in der zehnten Klasse war, zogen wir in eine Kleinstadt im Südwesten der USA, wo wir die einzigen Christlichen Wissenschaftler waren. Eigentlich ging fast jeder im Ort in die einzige Kirche. Ich studierte die Christliche Wissenschaft allein weiter und sprach mit meinen Eltern darüber, aber es war ganz anders als vorher, wo ich von Christlichen Wissenschaftlern meines Alters umgeben gewesen war.

Ich besuchte mit Freunden viele Kirchenaktivitäten dieser anderen Religion und hatte auch lange Unterhaltungen mit Amtsinhabern, die mich ermunterten, ihrer Kirche beizutreten. Sie hatten großes Vertrauen in ihre Glaubensinhalte. Doch obwohl ich alle meine Gesprächspartner respektierte, war es mir wichtig, mehr über Gott zu lernen und den Lehren von Jesus so zu folgen, wie es in der Christlichen Wissenschaft ausgeführt wird.

Ein paar Jahre später kam ich aufs College. An dem Ort gab es eine kleine Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft, und ich war sehr froh, die Ideen der Christlichen Wissenschaft und die wöchentliche Bibellektion mit anderen besprechen zu können. Ich erlangte ein besseres Verständnis von Gott als göttliches Prinzip und göttliche Liebe, und das war wundervoll. Außerdem lernte ich, dass Jesu Vorbild und Lehren heute als umsetzbar bewiesen werden können.

Andere theologische Konzepte wie Taufe, die aus der Sichtweise der Christlichen Wissenschaft erklärt werden, weckten ebenfalls mein Interesse. Mary Baker Eddy definiert Taufe in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift beispielsweise als „Reinigung durch Geist; Untertauchen im Geist. Wir ‚haben umso mehr Lust, aus dem Leib auszuziehen und daheim zu sein beim Herrn‘ (2. Korinther 5:8.)“ (S. 581). Diese Erklärung von Taufe als Reinigung des Denkens leuchtete mir ein.

Ich hatte so viele Fragen und war sehr dankbar für die entspannten Diskussionen mit meinem Sonntagsschullehrer. Es gab auch mehrere Diskussionen über Chemikalisation. Mrs. Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit: „Hier soll auf ein Wort aufmerksam gemacht werden, das von nun an besser verstanden werden wird – Chemikalisation. Mit Chemikalisation meine ich den Prozess, den das sterbliche Gemüt und der sterbliche Körper durchmachen, wenn die Überzeugung von einer materiellen Grundlage zu einer geistigen übergeht“ (S. 168). Diese Beschäftigung mit Chemikalisation half mir besser zu verstehen, was ich erlebte: die Entdeckung einer geistigen statt einer materiellen Auffassung des Daseins.

Ich war so dankbar für die Gemeinschaft innerhalb dieser kleinen Kirche. Die Mitglieder nahmen mich unter ihre Fittiche. Doch ich war immer noch auf der Suche nach Antworten und sehnte mich sehr danach, zu wissen und zu spüren, dass die Christliche Wissenschaft wirklich die Wahrheit ist. Manchmal war ich sogar ein wenig wütend auf Gott – wieso schien der Welt die Wahrheit so unklar zu sein? Mrs. Eddy schreibt, dass die biblischen Patriarchen so bewusst mit Gott sprachen, wie wir miteinander reden (siehe Wissenschaft und Gesundheit, S. 308), und das wollte ich auch.

An einem Wochenende besuchte ich meine Familie zu Hause. Während ich am Sonntagmorgen die Lektion studierte, sehnte ich mich sehr danach, die Wahrheit zu befolgen. Ich wollte nicht nur Christliche Wissenschaftlerin sein, weil ich so erzogen worden war; ich wollte die unverfälschte Wahrheit des Universums kennen, selbst wenn das bedeutete, ein Konzept von Gott anzunehmen, das anders war als das, was ich in der Christlichen Wissenschaft gelernt hatte. Wer ist der Schöpfer? Ich klappte die Bücher zu und ging spazieren.

Unweit von unserem Haus ist eine Festwiese und ich beschloss, die Treppe der Tribüne hoch und runter zu rennen. Auf dem Weg merkte ich, dass der Novembertag sehr kalt und windig war, doch ich wollte erst zurück nach Hause gehen und mir eine Jacke holen, wenn ich mehr Frieden gefunden hatte. Oben auf der Tribüne musste ich weinen. Ich fror und war hin- und hergerissen; ich wollte so gern Gott verstehen. Es war ein einfaches, tiefes Sehnen nach einem Wissen von Gott: Bist Du ein Mann in den Wolken oder bist Du das unkörperliche, objektive göttliche Prinzip, Liebe, das alles regiert?

Mein Sehnen war tief und echt, und in dem Augenblick schien alles stillzustehen. Geräusche, Wind und Kälte verschwanden. Ich fühlte Wärme. Mein Denken wurde von diesen Worten erfüllt: Ich bin „Kraft, Freude, Friede“, Ich bin „holde Gegenwart, die schützend birgt, was noch des Werdens harrt“ (Mary Baker Eddy, Vermischte Schriften 1883–1896, S. 389). Ich erlangte die feste Überzeugung, dass Mrs. Eddy wirklich verstand, was Gott ist – der lebendige Gott, der allen Raum erfüllt –, und dass sie ihren „Glauben aus [ihren] Werken“ gezeigt hat (Jakobus 2:18). Gott war schon immer der große Ich bin, das unveränderliche Prinzip alles Guten. Aus meiner Sicht fasst dieser Satz in Wissenschaft und Gesundheit mein geistiges Erwachen zusammen: „Geist teilt das Verständnis mit, das das Bewusstsein erhebt und in alle Wahrheit führt“ (S. 505).

Als ich aufstand, um nach Hause zu gehen, fühlte ich mich frei von einem körperlichen Gefühl der Existenz. Ich empfand solche Freude! Ich ging in Geist und dankte Gott aus ganzem Herzen, dass Er mich liebt und meine tiefe Frage nach Seinem Wesen beantwortet hatte. Ich habe nie wieder bezweifelt, dass die Christliche Wissenschaft die vollständige und endgültige Offenbarung der göttlichen Wahrheit hier auf Erden ist. Ich erkannte, dass ich an jenem Tag, an dem mein Denken eine geistigere Grundlage erhielt, geistig getauft worden war.

Diese Erfahrung war der Grundstein für viele Heilungen, die ich seitdem erlebt habe. Ich bin sehr dankbar, dass Gott und Sein Christus auf eine für uns verständliche Weise zu uns sprechen, wenn wir aus ganzem Herzen die Frage stellen und auf die Antwort lauschen.

Dana Nilsson

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– Otto Bertschi, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1968 

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