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Original im Internet

Herangehensweise ans Heilen

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 28. November 2019


Mein Großvater war Arzt und die Medizin spielte eine große Rolle in meiner Familie. Ich kam als junge Erwachsene zur Christlichen Wissenschaft und lernte eine völlig andere Herangehensweise an gesundheitliche Probleme.

Wie vollzog sich die Wandlung von täglicher Einnahme von 11 Tabletten zu Gott als dem einzigen Arzt? Ehrlich gesagt war das keine bewusste Entscheidung. Als ich mehr über die wahre Natur von Gott als Liebe entdeckte und diesem neuen Verständnis von Gott Platz in meinem Leben einräumte, war es mir ganz natürlich möglich, Gott mehr zu vertrauen.

Meine Wahrnehmung von Gott änderte sich von einem „alten Mann mit Bart“ – einer fernen und unerreichbaren Person – zu einem Verständnis von Ihm als liebevoller, geistiger Gegenwart, die fühlbar und immer um mich ist. Das, was ich durch mein Studium der Christlichen Wissenschaft lernte, änderte außerdem meine Sicht von der Welt als negativ, düster und hoffnungslos in von Licht, Güte und Verheißung erfüllt. Dieser Perspektivenwechsel basierte auf folgender Stelle in der Bibel: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und sieh, es war sehr gut“ (1. Mose 1:31). Gottes Schöpfung ist geistig, vollkommen, vollständig und herrlich. Und jeder von uns ist Gottes geliebtes Kind – vollständig gut, niemals krank, beeinträchtigt oder unvollkommen.

Das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, tauchte das, was ich als Kind in einer etablierten christlichen Kirche über Christus Jesus und seine Heilungen und Lehren gelernt hatte, in ein neues Licht. Ich fing an zu verstehen, dass die geistigen Tatsachen, auf die Jesu Mission sich gründete – die Allmacht und völlige Güte von Gott, Geist –, weiterhin gegenwärtig sind und dass wir sie erkennen und demonstrieren können. Wissenschaft und Gesundheit erklärt, dass Heilung stattfindet, wenn unser Denken mit diesen Tatsachen übereinstimmt. Wenn wir in unserem Verständnis von den Grundlagen der christlich-wissenschaftlichen Praxis wachsen, ändert sich unsere Herangehensweise an Probleme ganz natürlich.

Identität: Jeden Tag werden wir von Informationen überschüttet, die behaupten, wir seien körperliche Wesen und unser Leben werde durch Genetik, physische Beschaffenheit und Biologie bestimmt. Wir identifizieren uns vielleicht sogar mit unseren Krankheiten, als ob sie definieren, wer wir sind.

Es kann eine große Erleichterung sein zu erkennen, dass wir als Kinder Gottes, des Geistes, in Wirklichkeit geistig sind und dass etwas Geistiges nicht biologisch ist und somit nicht krank sein kann. Stattdessen umfassen wir Gesundheit, Vitalität und Freiheit – geistige Qualitäten, die von Gott kommen. Durch Gebet sehen wir – selbst angesichts Krankheit und Schmerzen –, dass diese Eigenschaften dauerhafte Tatsachen über unsere Identität sind, und das bewirkt Heilung.

Was ist mit Dingen wie Bewegung und Atmung, die aus medizinischer Sicht körperlichen Ursprungs sind? Da Gott der Urheber und Betreiber Seiner geliebten Schöpfung ist, können wir auch diese als Eigenschaften Gottes, des Geistes, erkennen. Dementsprechend sind sie nicht von Materie abhängig, sondern dauerhafte Aspekte unserer geistigen Identität, die sich auf sichtbare Weise in unserem Leben zeigen. Jeder von uns verkörpert die geistigen Eigenschaften Form, Fähigkeit und Funktion.

Diagnose: Bei einem Arztbesuch findet in der Regel eine körperliche Untersuchung statt, bei der auch Fragen über körperliche Symptome gestellt werden. Manchmal wird nach sorgfältigen Tests eine Diagnose erstellt, gefolgt von einem Rezept.

Die Herangehensweise der Christlichen Wissenschaft an Krankheit ist völlig anders. Sie hat folgende Grundlage des Denkens und der Demonstration: Es gibt „einen vollkommenen Gott und einen vollkommenen Menschen“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 259). Wir schauen nicht nach dem, was verkehrt ist, und versuchen, es zu richten. Vielmehr arbeiten wir durch Gebet daran, Gottes Güte zu verstehen, die sich als Gesundheit und Harmonie zeigt, und ihre ununterbrochene Gegenwart zu beweisen. Diese Herangehensweise ist anders, denn sie macht uns mental die Wirklichkeit des Guten bewusst, und wir sehen die sichtbaren Wirkungen dieses Bewusstseins in Form von Heilung.

Behandlung: Behandlung in der Christlichen Wissenschaft erfolgt völlig geistig auf der Grundlage eines Verständnisses, dass Gott unendliches, allmächtiges und allgegenwärtiges Gutes ist. Eine Erkenntnis dieser geistigen Tatsache verursacht quasi, dass der unharmonische Zustand aus dem menschlichen Bewusstsein weicht, bis er vollkommen verschwunden ist, denn es gibt in der Allheit des Guten keinen Platz dafür.

Manchmal bedeutet Behandlung, dass man im Gebet die mentalen Elemente betrachtet, die einer Krankheit zugrunde liegen, und sie durch das behandelt, was wir als wahr über Gott und Seine Schöpfung wissen. Zu diesen mentalen Elementen können beispielsweise Furcht, allgemeine Ansichten über Krankheit (z. B. Ansteckung) und sogar Vererbung gehören. Es gibt einen Moment in unserem Gebet, wenn wir uns der geistigen Realität – Gottes allumfassender Gegenwart, wo diese Elemente weder existieren noch Macht haben können – vollständig bewusst werden. Dann findet Heilung statt.

Mein Fortschritt von einer sehr medizinisch-orientierten Erziehung kam nicht über Nacht. Er ist über Jahrzehnte des Studiums und Gebets gewachsen. Ich habe Gott als verlässlich, als Konstante in meinem Leben kennengelernt.

Wenn ich mit Herausforderungen zu kämpfen hatte, war Gott immer da, so nah wie meine Gedanken. Ich habe viele körperliche Heilungen erlebt, darunter gebrochene Rippen und eine punktierte Lunge, völlige Wiederherstellung der Hörfähigkeit nach monatelanger fast vollständiger Taubheit, eine schnelle Heilung einer augenscheinlich zerstörten Kniescheibe und Heilung einer starken Gehirnerschütterung in weniger als einer Woche. Oftmals wurde die Gesundheit zügig wiederhergestellt, wie bei Symptomen von Erkältung, Grippe und Lebensmittelvergiftung. Manchmal war mehr Gebet vonnöten, um meine Freiheit zu erlangen. Doch ich verstehe, dass Heilung immer möglich ist.

Meine Erfahrung von Gott als „nahe und persönlich“ in Zeiten körperlicher Beschwerden hat mir eine einzigartig wirksame Möglichkeit gezeigt, Heilung aufgrund des Verständnisses von Gott und Seiner Fürsorge für Sein Universum zu erlangen, das uns ja alle umfasst. Wenn wir durch Erfahrung feststellen, dass Gott tatsächlich „eine Hilfe in den großen Nöten“ ist (Psalm 46:2), werden wir im Glauben und Verständnis verankert, dass wir in jeder Situation durch unser Vertrauen auf Gott Heilung erwarten können. Jeder Tag bringt uns eine größere Erkenntnis, dass „bei Gott ... alle Dinge möglich“ sind (Matthäus 19:26).

Deborah Huebsch
Auf Einladung der Redaktion

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Die Mission des Herold

Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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