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Original im Internet

Mehr als nur Worte

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 15. Oktober 2019


Kennen Sie das Gefühl, dass geistige Aussagen, besonders solche, die Ihnen sehr vertraut sind, quasi zu Phrasen werden?

Ich ja, und einmal hat es mich in meiner Fähigkeit behindert, die Christliche Wissenschaft zu praktizieren und Heilung zu erleben. In meinem Fall ging es um die wissenschaftliche Erklärung des Seins auf Seite 468 von Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, die am Ende jedes Sonntagsgottesdienstes der Kirchen Christi, Wissenschaftler, verlesen wird. Sie lautet: „Es ist kein Leben, keine Wahrheit, keine Intelligenz und keine Substanz in der Materie. Alles ist unendliches Gemüt und seine unendliche Manifestation, denn Gott ist Alles-in-allem. Geist ist unsterbliche Wahrheit; Materie ist sterblicher Irrtum. Geist ist das Wirkliche und Ewige; Materie ist das Unwirkliche und Zeitliche. Geist ist Gott und der Mensch ist Sein Bild und Gleichnis. Folglich ist der Mensch nicht materiell; er ist geistig.“

Diese Erklärung ist enorm wertvoll, nicht nur als Aussage über die Natur der wahren Existenz, sondern in ihrer Fähigkeit zu heilen, wenn wir etwas von der darin beschriebenen Wirklichkeit erkennen, die ja die Grundlage für die Praxis der Christlichen Wissenschaft ist. Doch ich war einmal an dem Punkt, wo mir der Wortlaut so vertraut war, dass ich die Botschaft aus den Augen verlor.

Ich habe die wissenschaftliche Erklärung des Seins zusammen mit dem Gebet des Herrn gelernt, als ich mit drei Jahren in die Sonntagsschule kam. Eines Tages merkte ich, dass meine Mutter sich mitten am Tag hingelegt hatte. Auf die Frage, warum, sagte sie, dass sie sich nicht wohlfühlte. Ich erklärte, ich würde für sie beten, und sagte das Gebet des Herrn und die wissenschaftliche Erklärung des Seins auf. Sie war sehr überrascht, denn sie hatte keine Ahnung, dass ich den Text auswendig konnte. Vollständig geheilt stand sie auf und bereitete das Abendessen vor.

Als ich erwachsen war, verlor die wissenschaftliche Erklärung des Seins nach und nach an Bedeutung und Inhalt für mich. Ich bedauerte dies, denn in meiner Kindheit war sie mir sehr wichtig und tröstlich gewesen, doch nun hatte sie durch ihre Vertrautheit die Besonderheit verloren. Sie inspirierte mich nicht. Ich hatte gehört, dass andere durch Gebet mit den Gedanken in dieser Erklärung geheilt worden waren, doch es war mir noch nie eingefallen, damit zu beten. Sie fühlte sich alt und fade an, und ich meinte, etwas Neues und Frisches zu brauchen.

Hin und wieder fiel mir die Heilung meiner Mutter ein. Schließlich hatte ich als so kleines Kind kein tiefes Verständnis von Gott gehabt, obwohl ich mich Ihm sehr nahe gefühlt hatte. Doch dann hatte ich vor nicht allzu langer Zeit ein Erlebnis, das mir die Antwort enthüllte.

Ich verbrannte mir beim Kochen schlimm die Finger. Statt sie unter kaltes Wasser zu halten, was, wie ich wusste, nur vorübergehend Linderung von den Schmerzen bringen würde, bat ich Gott um einen heilenden Gedanken. Und siehe da, mir fiel die wissenschaftliche Erklärung des Seins ein!

Ich glaube, ich seufzte kurz auf, doch dann setzte ich mich hin, beruhigte mich und fing an, ernsthaft damit zu beten und nicht nur die Worte aufzusagen. Als ich fertig war, kam mir ein sehr klarer, machtvoller Gedanke: „Und das ist das Gesetz!“

Ich hatte einen Augenblick lang das Gefühl reiner Erleuchtung, und damit waren die Schmerzen augenblicklich verschwunden. Es blieb kein Hinweis darauf zurück, dass ich mich jemals verbrannt hatte. Wow! Ich hatte noch nie so klar verstanden wie da, dass diese Erklärung nicht nur die Wahrheit ist, sondern dass sie das Gesetz ist – das Gesetz Gottes, das das Sein des Menschen regiert. Die Heilung trat in dem Moment ein, als ich dies erkannte und akzeptierte. Wir lesen in der Bibel: „Das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich freigemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes“ (Römer 8:2). Nun erkannte ich, dass das göttliche Gesetz, das in der wissenschaftlichen Erklärung des Seins wiedergegeben wird, das Gesetz ist, von dem Paulus spricht, und auf unser wahres geistiges und unverletztes Leben in Gott hinweist.

Und wie war meine Mutter geheilt worden? Als ich all die Jahre später tiefer darüber nachdachte, erkannte ich, dass mein unschuldiges Aufsagen das reflektierte, was die Bibel als „Geradlinigkeit gegenüber Christus“ bezeichnet (2. Korinther 11:3). Als Kind wusste ich einfach, dass diese geistige Wahrheit heilt – ohne Frage oder Einschränkung. Ich empfand keine persönliche Verantwortung, Furcht oder Zweifel, die die Heilung aufhalten oder die Empfänglichkeit dafür behindern konnten. Dieses kindliche Vertrauen auf Gott, die göttliche Wahrheit, war so rein und unkompliziert, dass ich mental den Weg freimachte für Gott, der meine Mutter heilte, und sie fühlte die Berührung der heilenden Wahrheit.

Doch irgendwann hatte ich mich von diesem Schatz der „Geradlinigkeit gegenüber Christus“, diesem einfachen, klaren Vertrauen auf Gottes Wort, abgewandt. Ich war blind für die Tatsache geworden, dass nicht die Worte heilen, sondern der Geist der Wahrheit, Gottes, der die göttlichen Gesetze vollstreckt. Diese Gesetze sind beweisbar, verlässlich und praktisch und haben eine absolute, wissenschaftlich heilende Wirkung. Und als Gottes Söhne und Töchter sind wir von Natur aus für sie empfänglich.

Ich war hocherfreut über diese Erkenntnis. Seitdem zögere ich nicht, mit der wissenschaftlichen Erklärung des Seins zu beten, wenn mir der Gedanke dazu kommt. Doch ich sage nicht nur die Worte her. Vielmehr weiß ich, wenn sie mir einfällt, dass dies das Gesetz ist. Dann finden Heilungen auch spontaner statt.

Wir können alle so froh und dankbar sein, dass das Verständnis, das Gott verleiht, und die Wahrheit, die Er vermittelt, nie nur Worte sind, egal wie vertraut wir mit ihnen sein mögen oder wie einfach sie klingen. Das Wort der göttlichen Wahrheit ist das tätige göttliche Gesetz, und das kommt im Bewusstsein mit unverkennbarer heilender Wirkung ans Licht.

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Die Mission des Herold

Der Herold der Christlichen Wissenschaft ist dazu da, die gute Nachricht zu verkünden, daß Gott tatsächlich Himmel und Erde erfüllt. Als „Herold“ trompetet er die herrlichen Tatsachen des Lebens hinaus — er bringt die Botschaft von der Schönheit und Unschuld des geistigen Universums Gottes. Diese Tatsachen *müssen* berichtet werden. Und wenn freudig, mutig und mit Überzeugung über sie berichtet wird, heilen sie. Sie erlösen. Sie erquicken das Leben.

Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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