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Original im Internet

So fand ich zur Christlichen Wissenschaft

Versöhnung war endlich verständlich

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 14. Mai 2019


Ich wuchs tief verwurzelt in einer traditionellen christlichen Religion auf und werde immer dankbar dafür sein, dass meine Familie mir gezeigt hat, wie wichtig es ist, Gott nahe zu sein. Doch als junge Mutter störten mich einige Lehrinhalte dieser Religion, besonders das Konzept der Versöhnung. Gleichzeitig dachte ich, dass die Erklärung dieses Konzepts in allen christlichen Religionen ziemlich gleich ist.

Damals nahm ich an einem Erziehungskurs bei einer Frau teil, die zwei Söhne großgezogen hatte. Die Gruppe besprach einige Bücher über die Erziehung kleiner Kinder zu verantwortungsbewussten Menschen sowie Methoden für konstruktive und liebevolle Disziplinierung. Ich war beeindruckt, wie weise und liebevoll die Leiterin Fragen beantwortete und auf Probleme einging; ihr Rat erschien mir sinnvoll und nützlich.

Eines Abends nutzte ich die Gelegenheit, um die Gruppe zu fragen, was sie ihren Kindern über Gott und das Opfer Seines Sohnes Jesus beibrachten. Die Antworten waren dem ähnlich, was ich von Kind auf gelernt hatte, doch es war kein Zufall, dass ich meine Frage gestellt hatte. Die Kursleiterin sagte nichts, hörte aber gut zu. Als Dankeschön für ihre Arbeit lud ich sie für den folgenden Tag zum Mittagessen ein. Dort sprach sie meine Frage über das Konzept der Versöhnung an.

Sie sagte mir, dass sie die Christliche Wissenschaft studiert (von der ich nichts wusste), und fasste kurz zusammen, wie die Christliche Wissenschaft Jesu Versöhnung betrachtet.

Im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schriftvon Mary Baker Eddy, gibt es ein Kapitel mit dem Titel „Versöhnung und Abendmahl“, in dem das Thema ausführlich behandelt wird. Der erste Absatz dieses Kapitels lautet: „Die Versöhnung ist die Veranschaulichung der Einheit des Menschen mit Gott, durch die der Mensch göttliche Wahrheit, göttliches Leben und göttliche Liebe widerspiegelt. Jesus von Nazareth lehrte und demonstrierte das Einssein des Menschen mit dem Vater, und dafür schulden wir ihm endlose Ehrfurcht. Seine Mission war beides, individuell und kollektiv. Er erfüllte sein Lebenswerk in der richtigen Weise, nicht nur, um sich selbst gerecht zu werden, sondern auch aus Erbarmen mit den Sterblichen – um ihnen zu zeigen, wie sie ihr eigenes Lebenswerk erfüllen können, jedoch nicht, um es für sie zu tun, noch um ihnen eine einzige Verantwortung abzunehmen. Jesus handelte unerschrocken, dem anerkannten Augenschein der Sinne entgegen, den Glaubenssätzen und Gebräuchen der Pharisäer zuwider, und er widerlegte alle Gegner durch seine heilende Kraft“ (S. 18).

Weiter hinten in dem Kapitel lesen wir: „Die Versöhnung ist ein schwieriges Problem in der Theologie, aber ihre wissenschaftliche Erklärung ist, dass Leiden ein Irrtum des sündigen Sinnes ist, den Wahrheit zerstört, und dass schließlich sowohl Sünde als auch Leiden zu Füßen der immerwährenden Liebe niederfallen werden“ (S. 23).

Meine Bekannte erklärte mit eigenen Worten, dass Christus Jesus der Retter, der Sohn Gottes, der Messias war, dessen Kommen prophezeit worden war. Jesus kommunizierte unaufhaltsam mit Gott, seinem Vater, und besiegte – bei anderen und sich selbst – Übel jeder Art, darunter ernste Krankheiten, Behinderungen, moralische Übertretungen, Mangel an Nahrung und Geld, Stürme und sogar den Tod. Überall da, wo Menschen empfänglich waren, kehrte er jedes Übel um, das auftrat – heilte es – und demonstrierte, was es für alle (nicht nur ihn) bedeutet, auf ewig das vollkommene und makellose Kind Gottes, des Geistes, zu sein. Und er lehrte seine Jünger, dasselbe zu tun.

Meine Bekannte erwähnte, dass die Bibel Jesu Worte folgendermaßen aufgezeichnet hat: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater“ (Johannes 14:12).

Ich lernte, dass Jesu Kreuzigung und darauffolgende Auferstehung der Welt die beachtliche Liebe Gottes gezeigt und die Macht von Geist, Gott, über die scheinbar hoffnungslosesten materiellen Umstände demonstriert hat. Nun endlich leuchtete mir das Konzept der Versöhnung ein.

Meine Bekannte erzählte mir außerdem von einigen Heilungen, die sie und ihr Mann allein durch Gebet erlebt hatten. Ich staunte. In den darauffolgenden Wochen gab sie mir Artikel und Broschüren der Verlagsgesellschaft der Christlichen Wissenschaft. Mein Interesse wuchs. Dann schlug sie mir einen Besuch im Leseraum der Christlichen Wissenschaft vor, wo ich Wissenschaft und Gesundheit kaufen konnte, ein Buch der Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, das uns lehrt, wie man aus geistiger Warte denkt und heilt.

Nicht lange danach wurde ich Zeugin einer Heilung. Da ich meinem kleinen Sohn mehr über Gott beibringen wollte, brachte ich ein Kinderbuch vom Leseraum mit, das Gott als unseren besten Freund bezeichnet. Mehrere Abende lang wollte unser Sohn, dass ich ihm das Buch immer wieder vorlas, und wir redeten davon, wie sehr Gott ihn lieb hat. Als er kurz darauf morgens in seinem Zimmer spielte, verletzte er sich stark an der Zunge.

Damals erschien mir die Wahrscheinlichkeit einer signifikanten geistigen Heilung in der Familie weithergeholt, und meinem Mann erst recht. Ich rief den Kinderarzt an und beschrieb den hässlichen Augenschein. Er sagte mir, dass man in solch einem Fall nicht viel tun kann, während die Zunge heilt, und gab mir Tipps zur Schmerzlinderung. Ich versuchte, seine Anweisungen zu befolgen, doch mein Sohn konnte nichts im Mund ertragen.

Als ich ihn abends ins Bett brachte, fragte er mich unter Tränen: „Mami, wenn Gott mich so lieb hat, macht Er mich dann nicht gesund?“ Ich sagte: „Schatz, ich weiß, dass Gott dich lieb hat, und ich bin sicher, dass es dir morgen viel besser geht.“ Aber wirklich sicher war ich mir nicht. Als ich aus dem Zimmer ging, wandte ich mich frustriert an Gott aus Angst, dass es meinem Sohn am Morgen nicht besser gehen würde und dass eine Enttäuschung sein brandneues Vertrauen auf Gott, Liebe, zerstören würde.

Am nächsten Morgen wachte ich davon auf, dass mein Sohn einen Stuhl vor den Spiegel schob. Ich rief ihn zu mir ans Bett und bat ihn, mir die Zunge zu zeigen. Die Wunde war vollständig geheilt! Es war nur ein dünner, kaum wahrnehmbarer Strich zu sehen, wo die Verletzung gewesen war. Wir dankten gemeinsam Gott und freuten uns, dass mein Kind völlig normal essen und trinken konnte. Als ich ihm an diesem Abend vorlas, dass Gott sein bester Freund ist, machten diese Gedanken einen besonders tiefen Eindruck auf mich.

Am folgenden Mittwoch nahm ich an einer Zeugnisversammlung in der Kirche Christi, Wissenschaftler, teil. Nachdem ich einige inspirierende Erlebnisse gehört hatte, erzählte ich, was unser Sohn erlebt hatte, und fragte: „Wenn Sie wissen, wie es zu dieser Heilung gekommen ist, würden Sie es mir erklären?“ Nach der Versammlung ergaben sich interessante Unterhaltungen. Ich erfuhr, dass das einfache und kindliche Verständnis meines Sohnes von Gottes großer Liebe machtvoll war.

Diese Erfahrung liegt 45 Jahre zurück. Die Frau, die mich mit der Christlichen Wissenschaft bekanntgemacht hat, wurde eine enge Freundin, und ein wachsendes Verständnis von der Einheit des Menschen mit Gott sowie das geistige Heilen, das aus diesem Verständnis resultiert, ist und bleibt ein Fokus in meinem Leben.

Holly Suhi

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Unsere Herolde sind mitfühlend und beglückend. Da sie mit der Stimme der Wahrheit sprechen, dienen sie zur Heilung der Völker. Sie verheißen und verkünden Glück und Freiheit, weil sie der ganzen Menschheit Gottes Gegenwart vor Augen führen.

– Otto Bertschi, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1968 

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