Der Titel dieses Artikels ist eine meiner liebsten heilenden Ideen. Die Bibel sagt uns, dass Gott Liebe ist (siehe 1. Johannes 4:16), und daher verwendet die Christliche Wissenschaft Liebe als einen Namen für Gott.
Die Erfahrung zeigt, dass eine Erkenntnis von Gott als Liebe – als der ewigen tröstlichen Gegenwart – unser Denken mit Harmonie und Frieden füllt. Sie ist sowohl eine himmlische Sichtweise, die unser Denken in den richtigen Bahnen verlaufen lässt, als auch eine gute Einstellung, die empfänglich für Botschaften der Wahrheit und Liebe ist und göttlichen Trost bringt. Sie ist ein Bewusstsein von Gottes unendlicher Güte, die keine Angst kennt und das Denken mit geistigem Licht und himmlischer Freude erfüllt. Und dieses Bewusstsein geistiger Wirklichkeit wiederum heilt Schmerzen und Leid.
Es ist nicht leicht, sich der unendlichen Liebe jederzeit bewusst zu sein. Ereignisse können uns unvorbereitet ereilen, verärgern oder verängstigen. Ereignisse, die Wut und emotionalen Aufruhr zu rechtfertigen scheinen, tauchen manchmal in Scharen auf. Allerdings sind wir nicht hilflos.
Da Liebe, Gott, unendlich und immer gegenwärtig ist, leben wir in einem Universum der Liebe, in dem die Macht Gottes das Gute in unserem Leben unaufhörlich aufrechterhält. Durch unsere gottgegebene Fähigkeit, uns immer der Allmacht und Allgegenwart der Liebe bewusst zu sein, können wir Schwierigkeiten furchtlos entgegentreten und sämtliche Nachteile überwinden, die mit ihnen einherzugehen drohen. Wir können beweisen, dass Wut, Ressentiments und Angst nicht unvermeidlich sind.
Vor einigen Monaten ging ich durch eine nur selten benutzte Tür nach draußen. Wespen hatten oben am Türrahmen ein Nest gebaut, ohne dass ich es gemerkt hatte. Als ich nun durch die Tür ging, fühlten sich die Wespen offensichtlich bedroht und griffen mich an – in Massen! Während ich überall Wespenstiche bekam, rannte ich in den Garten hinaus in dem Versuch, dem wütenden Schwarm zu entkommen. Es tat weh, und ich spürte, wie Wut in mir aufstieg. Doch während ich mir dieser Welle des Zorns bewusst wurde, erkannte ich auch schon, dass ich eine Wahl zu treffen hatte, die bestimmte, wie schnell ich mich von den Wespenstichen erholen würde.
Ich konnte zulassen, dass ich wütend wurde, oder ich konnte mich entscheiden, den Wespen zu vergeben, und zu Gott beten, dem Gemüt, das Liebe ist, damit Er mein Denken erfüllen und mir seelisch und körperlich Frieden bringen würde. Mir fiel ein, dass ein Bewusstsein von Liebe Leiden heilt.
Christus Jesus lehrte uns, unsere Feinde zu lieben. In dem Augenblick schienen die Wespen wütend auf mich zu sein, und sie kamen mir durchaus wie meine Feinde vor. Und ich war in großer Versuchung, wütend auf sie zu sein! Doch Wut und Ressentiments verlängern Leiden nur. Wenn man Wut, Klagen oder Ressentiments in sich aufnimmt, gestattet man dem Bösen, sich das Denken zum Opfer zu machen und in einem Zustand der Verzweiflung zu halten. Um frei von Leiden zu sein, muss sich das Denken in einen besseren Zustand erheben.
Jesus lehrte, wir sollen lieben, statt zu hassen. Ich musste nicht das lieben, was die Wespen getan hatten, sondern lieben, damit Liebe zum Ausdruck kommt, und das ist ein heilender Balsam.
Als ich darum betete, den höheren Weg der Liebe, statt den niederen der Ressentiments zu nehmen, fand ich Frieden in dem Wissen, dass die Wespenstiche nichts als vorübergehende Ängste des menschlichen Gemüts waren, die durch das Bewusstsein von Liebe aufgelöst werden konnten. Die Wahl, ob ich hassen oder lieben soll, war einfach, und ich traf die Entscheidung, die Wespen zu lieben.
Mary Baker Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 6): „,Gott ist Liebe.‘ Mehr als das können wir nicht verlangen, höher können wir nicht schauen, weiter können wir nicht gehen.“ Wenn wir Liebe kennen, kennen wir das Gute, das Gott ist und uns das Er verleiht. Die göttliche Liebe ist unendlich; sie füllt allen Raum und durchdringt die wahre Existenz mit Trost und Frieden.
Unsere Individualität als Kinder Gottes ist vollständig geistig. Sie existiert gänzlich außerhalb der Körperlichkeit. Sie ist niemals verletzt oder in Gefahr. Und sie erleidet keine Wespenstiche! Als ich betete, um Gottes unendliche Liebe zu mir sowie die Tatsache zu akzeptieren, dass ich ewiglich in dieser Liebe enthalten bin, erkannte ich, dass ich nie von einer Suggestion berührt worden war, etwas könne außerhalb von Liebe und ihrer Regierung existieren. Ich verstand, dass ich das geliebte Kind Gottes bin, das in der Allgegenwart der Liebe lebt.
Als mein Denken sich auf die Höhe der himmlischen Liebe emporschwang, vergaß ich die Wespen und ihre Stiche völlig. Ich nahm wunderschöne mentale Bilder der zärtlichen Fürsorge der Liebe für mich sowie meiner Geborgenheit in der Liebe in mich auf. Die mit den Wespenstichen einhergehenden Schmerzen verschwanden innerhalb weniger Minuten, und auch die Schwellungen gingen zügig zurück.
Mrs. Eddy sagt in Wissenschaft und Gesundheit (S. 567): „Für die unendliche, immer-gegenwärtige Liebe ist alles Liebe, und es gibt keinen Irrtum, keine Sünde, keine Krankheit und keinen Tod.“ Ein Bewusstsein von der unendlichen Liebe bringt enorme Heilkraft mit sich, denn in diesem Bewusstsein verliert das Böse jegliche Macht über unser Denken. Angst vor Sünde, Krankheit und Tod verschwindet. Alle Schmerzen und jedes Gefühl, Opfer zu sein, lösen sich auf. Wir erlangen himmlische Harmonie und geistigen Frieden.
Ein Bewusstsein von Gott als unendlicher Liebe heilt Leiden, denn in diesem Bewusstsein ist nichts enthalten, das leiden kann. Alles ist Liebe.
