Ich erfuhr erstmals als Student im College von der Christlichen Wissenschaft, als ich meine zukünftige Frau kennenlernte, die bereits Christliche Wissenschaftlerin war. Unsere Familie hat viele Heilungen erlebt, und von einer möchte ich hier berichten.
Als ich eines Tages nach Arbeiten in unserem Pferdestall zurück ins Haus kam, merkte ich, dass sich eine Hautentzündung entwickelte, die am darauffolgenden Tag sehr schlimm wurde und kurz darauf meinen ganzen Körper bedeckte. Bewegungen wurden sehr schwierig. Die Sache quälte mich so sehr, dass ich nur wenig Schlaf bekam. So ging es ungefähr eine Woche lang.
Irgendwann bat ich einen Praktiker der Christlichen Wissenschaft, für mich zu beten. Ich erinnere mich nicht mehr, worüber wir zu Anfang sprachen, weiß aber noch, dass ich Stellen in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy las, die mich sehr inspirierten.
Nach einigen Tagen erfuhr ich, dass mein Vorgesetzter unschön auf meine Abwesenheit von der Arbeit reagierte. Er sagte offenbar den anderen, dass ich kein körperliches Problem hätte, sondern zu Hause blieb, um eine schwierige Aufgabe am Arbeitsplatz zu umgehen.
Ich erzählte dem Praktiker von dieser Situation. Nach kurzem Nachdenken fragte er mich über meinen Vorgesetzten: „Lieben Sie diesen Mann?“ Ich wusste, was er meinte. Ich hatte in der Christlichen Wissenschaft gelernt, dass jeder Mensch als Gottes Ebenbild erschaffen ist und dass wir alle Menschen lieben sollen, und so sagte ich: „Ja.“
Am nächsten Tag waren mein körperlicher Zustand und die Situation mit meinem Vorgesetzten unverändert. Ich kam weiterhin überhaupt nicht gut durch den Tag. Der Praktiker wiederholte seine Frage über meinen Vorgesetzten: „Lieben Sie diesen Mann?“ Ich dachte diesmal etwas genauer darüber nach und sagte dann: „Ja, ich liebe diesen Mann.“
Auch am dritten Tag hatten sich mein Zustand und die Situation mit meinem Vorgesetzten nicht gebessert. Der Praktiker fragte mich erneut: „Lieben Sie diesen Mann?“ Diesmal sagte ich wütend: „Dieser Mann verbreitet Lügen über mich und versucht, mir meinen Arbeitsplatz wegzunehmen! Was gibt es da zu lieben?“ „Tja“, sagte der Praktiker, „vielleicht sollten Sie das angehen.“ Und damit war unser Telefonat beendet.
Das war der Punkt, an dem ich erkannte, dass mehr gefordert war. Es reichte nicht, eine theoretische Liebe zu meinem Vorgesetzten auf der Grundlage dessen zu erklären, dass er zur Menschheit gehörte. Vielmehr musste ich erkennen, dass dieser Mann dem von Gott erschaffenen Menschen entsprach. Gott hatte den Menschen nicht zu falschen Zeugen erschaffen. Gott hatte den Menschen weder niederträchtig noch neidisch erschaffen. Nein, Gott hatte den Menschen zu Seinem Ebenbild erschaffen, als jemanden, der die Wahrheit sagt und andere nicht bedroht. Ich betete einfach ehrlichen Herzens eine oder zwei Stunden in dieser Weise, um es wirklich zu verinnerlichen und zu verstehen.
Am selben Nachmittag löste sich das körperliche Problem auf, das mich fast zwei Wochen lang ans Haus gefesselt hatte. Ich konnte zur Arbeit zurückkehren, und das Miteinander mit meinem Vorgesetzten war harmonisch. Diese Heilung ist viele Jahre her, und das Problem ist nicht zurückgekehrt.
Ich habe ein paar wichtige Lehren daraus mitgenommen. Ich schätze, wenn ich zu Anfang des Problems ins Krankenhaus gegangen wäre, hätte man dort einen bestimmten bakteriellen oder viralen Auslöser festgestellt und mir etwas verschrieben, um die entsprechende Mikrobe zu zerstören. Was hatte meine Beziehung zu meinem Vorgesetzten damit zu tun? Die Heilung, die ich erlebte, zeigt eindeutig, dass diese Beziehung geheilt werden musste, und sobald das geschehen war, ging es mir körperlich wieder gut.
Ich verstehe das, was passierte, so, dass man nicht eine reine heilende Liebe zu Gott und gleichzeitig das Gefühl hegen kann, dass der Mensch, Gottes Idee, etwas zum Ausdruck bringt, was dieser Reinheit nicht entspricht – wie niederträchtigen Hass. Mit anderen Worten: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (siehe Matthäus 22:39) ist nicht einfach nur eine schöne Moralisierung, etwas Nettes, weil es wohl der Welt helfen wird. Nein, unseren Nächsten zu lieben ist eine Widerspiegelung dessen, was Gott tut. Es ist natürlich für uns als Gottes Ebenbild, und wir können Gott nicht wirklich verstehen und Seine heilende Liebe nicht wirklich erleben, solange wir dieser Aufforderung nicht Folge leisten. Die Bibel trägt uns auf (1. Johannes 4:7, 8): „Geliebte, lasst uns einander lieben, denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe.“
Ich bin dankbar für diese Lektion und für viele Segnungen, die ich durch die Christliche Wissenschaft erlangt habe.
Colyn Case
Thetford Center, Vermont, Vereinigte Staaten
