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Der Mensch die Offenbarwerdung Gottes

Aus der Januar 1947-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Mit Maria, Martha und ihren Freunden stand Christus Jesus am Grabe des Lazarus und betete das Gebet des Glaubens und geistigen Verständnisses. Mit zum Himmel emporgehobenem Blick sagte er demütig: „Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast.” Nach dem Zeugnis der materiellen Sinne war Lazarus schon vier Tage tot; aber unser Meister ließ den Augenschein der Sinne nicht gelten. Die Umstehenden glaubten, der Mensch sei sterblich, und Lazarus sei an gewisse materielle Gesetze gebunden. Da Jesus ein besseres Verständnis vom Menschen hatte und wußte, daß er die Idee Gottes ist, rief er: „Lazarus, komm heraus!” Und Lazarus war, seinen Freunden sichtbar, ins Leben zurückgerufen.

Über diesen Beweis der Macht Gottes schreibt unsere geliebte Führerin Mary Baker Eddy in „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” (S. 555): „Unser großes Vorbild Jesus konnte die individualisierte Offenbarwerdung des Daseins wiederherstellen, die im Tode zu vergehen schien.” Christian Science gemäß ist der Mensch nicht der Krankheit und dem Tod unterworfen, sondern er ist die „individualisierte Offenbarwerdung” des Lebens, Gottes. Er fährt trotz des gegenteiligen körperlichen Sinnenzeugnisses ewig fort, das Leben auszudrücken. Dieses wahre Verständnis, daß der Mensch die Offenbarwerdung Gottes ist, weckte die Toten auf und gab unserem Meister die Macht, seine wunderbaren Werke zu vollbringen.

Durch die Lehren der Christian Science ist uns dasselbe geistige Verständnis heute zugänglich gemacht, und wer ein klares Verständnis dieser Lehren hat, kann dem Beispiel Jesu in gewissem Grade folgen. Sagte unser Meister nicht: „Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: in meinem Namen werden sie Teufel austreiben, ... Schlangen vertreiben, ... auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird's besser mit ihnen werden”?

Ein Wörterbuch erklärt das englische Wort für „offenbar werden" als „dem Blick oder Verständnis klar machen”; und eine Begriffsbestimmung für „Offenbarwerdung” ist „Offenbarung” oder „Offenbarungsmittel.” Da der Mensch die Offenbarwerdung Gottes ist, weist er klar die Eigenschaften und Kennzeichen Gottes auf. Man könnte daher sagen, daß der Mensch Gottes „Offenbarungsmittel” ist und als Gottes Ausdruck alle Herrlichkeiten der Schöpfung Gottes darstellt.

Gott ist das Leben, und der Mensch ist Seine Offenbarwerdung. Folglich kann es keinen Tod geben, weil es keine tote Offenbarwerdung des Lebens geben kann. Hier könnte jemand sagen: „Wie kann ich dies glauben, wenn ich doch Leute habe sterben sehen?” Unsere Führerin schreibt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 285): „Was ist denn die materielle Persönlichkeit, die leidet, sündigt und stirbt? Nicht der Mensch, das Bild und Gleichnis Gottes, sondern das gefälschte Bild des Menschen, das umgekehrte Gleichnis, das Ungleichnis, Sünde, Krankheit und Tod genannt.” Das, von dem wir glauben, daß es uns verlassen habe, ist nicht unser Freund, sondern nur eine falsche, materielle Vorstellung von ihm. Unser Freund ist unverändert und unverletzt noch am Leben, obgleich wir ihn nicht sehen. Jesus sagte betreffs Lazarus: „Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, daß ich ihn aufwecke.” Jesus wußte, daß der Tod nur eine Erscheinungsform des sterblichen Traums eines von Gott getrennten Daseins, aber nicht die Wirklichkeit des Seins ist. Christus kommt zum menschlichen Bewußtsein, um die Sterblichen aus der Annahme, daß das Leben in der Wiege beginne und im Grab ende, zu der Erkenntnis aufzuwecken, daß das Leben immer gegenwärtig und ewig und der Mensch der unzerstörbare Ausdruck des Lebens ist.

Gott ist Geist. Da der Mensch Seine Offenbarwerdung ist, ist er rein geistig. Das geistige Bewußtsein kann nicht krank werden, kann keine Schmerzen, kein Gebrechen, keine Sünde kennen, und kann nie aufhören. Der Mensch hatte sein Dasein noch nie in der Materie oder im Fleisch. Die Annahmen des Fleisches, der Sünde, der Krankheit und des Todes sind Trugvorstellungen des sterblichen Gemüts, sie haben nichts mit unserem wahren Selbst zu tun. Wir werden den Menschen kennen, wie er wirklich ist, wenn wir uns über das unzuverlässige Zeugnis der materiellen Sinne erheben und erkennen, daß das wahre Sein die Widerspiegelung Gottes, des göttlichen Gemüts, ist. Der Psalmist sang: „Ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde.”

Nun können wir nicht mit etwas erwachen, was uns nicht tatsächlich schon gehörte, ehe wir einschliefen. Wenn wir in Gottes Ebenbild erwachen, kommt es daher, daß Sein Ebenbild schon von Ewigkeit her die Wirklichkeit unseres Seins gewesen ist, trotz des gegenteiligen Zeugnisses der körperlichen Sinne.

Viele Sterbliche glauben nicht nur, daß man krank sein könne, sondern sie glauben auch, daß Krankheit im Körper schlummern könne, ohne daß wir etwas davon wissen. Es heißt, daß wir uns, um sicher zu gehen, von Zeit zu Zeit von einem Fachmann im Entdecken von Krankheiten untersuchen lassen sollten. Dadurch, heißt es, könnte Krankheit in ihren anfänglichen Entwicklungsstufen entdeckt und ihr leichter Einhalt geboten werden. Aber wer sich sein Leben lang mit Krankheit befaßt, weiß so gut wie nichts von dem Menschen, der Gottes Bild, Sein Ebenbild, ist, und er forscht nur im Reich der sterblichen Annahme nach Krankheit und ihrer Ursache. Im Reich der sterblichen Annahme kann das sterbliche Gemüt leicht alles finden, was es sucht, weil dieses Gemüt seine eigenen Sünden-, Krankheitsund Todesannahmen schafft und sie wirklich nennt. In unserem einzig wahren Menschentum ist nie eine Krankheit oder Unvollkommenheit zu finden. Der Mensch ist Gottes Kind. Er hat durch Widerspiegelung alle Eigenschaften Gottes, und er kann nichts haben, was nicht von seinem himmlischen Vater ausgeht.

Der Mensch, die Offenbarwerdung Gottes, ist nie begrenzt, nie von der Quelle seiner Versorgung abgeschnitten. Ein Christlicher Wissenschafter rang einmal mit der Schwierigkeit Arbeitslosigkeit. Er war schon eine Zeitlang arbeitslos. Nach vielen vergeblichen Anstrengungen, Arbeit zu finden, war er schließlich der Verzweiflung nahe. Traurig sagte er sich: „Ich habe, wie es scheint, keinen Erfolg!” Dann kam ihm der Gedanke: „Aber der Mensch ist doch die Offenbarwerdung Gottes. Folglich bin ich in meinem wirklichen Sein der Ausdruck Gottes und immer erfolgreich.” Er hielt einige Tage lang an diesem Gedanken fest und fand bald Arbeit, für die er ein höheres Gehalt erhielt, als er vorher gehabt hatte.

Wir können die wahre Art des Menschen nur dadurch besser verstehen lernen, daß wir das, was wir schon wissen, anwenden. Da Gott die Liebe ist, muß der Mensch die Widerspiegelung der Liebe sein. Wenn wir immer freundlich und barmherzig sind, wenn wir unsern Nächsten wie uns selber lieben, spiegeln wir dementsprechend bewußt die Liebe wider, und es tritt in unserem Leben nach und nach in Erscheinung, was der Mensch wirklich ist. Glühende Liebe im Herzen läßt besser als alles Wiederholen des Buchstabens der Wissenschaft erkennen, daß wir verstehen, was der Mensch ist. Wir erlangen das rechte Verständnis, daß der Mensch geistig ist, wenn wir standhaft vom materiellen Körper wegsehen, und unser Denken von christlichen Eigenschaften wie Sanftmut, Dankbarkeit, Reinheit und selbstloser Liebe erfüllt ist. So folgen wir unserem großen Meister Christus Jesus nach, der der höchste Ausdruck des wirklichen Menschen war, den das menschliche Verständnis fassen konnte.

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