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Opfer

Aus der Januar 1947-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Seit frühester Zeit sind Opfer ein Teil der religiösen Anbetung gewesen. Manche waren grausam, andere wunderlich, und sie waren meist erfolglos und vergeblich. Sie waren vielfach durch Furcht, Aberglauben, Unwissenheit und falsche Erziehung veranlaßt, und es war mit Opfer gewöhnlich ein Sinn des Verlustes oder der Entbehrung verknüpft. Von einem solchen Gesichtspunkt aus denkt man ungern, mit Furcht oder mit Grauen an Opfer.

Das menschliche Gemüt mag zuweilen glauben, es müsse etwas Wünschenswertes oder Lohnendes aufgeben, um in der Religion höheres zu erreichen. Christian Science ändert diesen Gesichtspunkt und zeigt uns klar, daß wahres Opfer etwas Freudiges, Hilfreiches und höchst Wünschenswertes ist. Es bessert unsern Zustand stets, es bringt uns vorwärts und führt zu größerer und höherer Tüchtigkeit. In seinem ursprünglichen Sinne bedeutet das Wort „Opfer” heiligen. Man kann es als das betrachten, was uns in eine heilige, geheiligte Verbindung mit dem Göttlichen bringt.

Christian Science zeigt und beweist, daß Gott das unendlich Gute, der Schöpfer alles Guten, ist, dessen Werk vollständig und vollkommen gut ist. Die Bibel erklärt: „Der Herr ist gut und fromm”; ferner stellt sie die erhabene Tatsache fest: „Denn der Herr ist freundlich, und seine Gnade währet ewig.” Sie sagt auch: „Er ist einig; wer will ihm wehren? Und er macht's wie er will.”

Gott, das Gemüt, kann sich nur auf eine Art ausdrücken, nämlich durch Seine Ideen. Diese Ideen müssen wie ihr Schöpfer gut, schön, vollkommen und recht sein. Da Gott das unendliche Gute und der einzige Schöpfer ist, hat Er Seine Schöpfung mit dem höchsten Guten in Fülle versorgt. Dieses unbegrenzbare Gute kennt keine Einschränkung oder Begrenzung seiner wohltätigen Verleihungen oder Gnadengaben. Gott ist Seiner ganzen Art nach ewig, und was Er gibt und verleiht, muß wie Er selber ewig und unvergänglich sein. Was von Gott, dem einen unendlichen Guten kommt, ist unsterblich und unveränderlich. Es besteht ununterbrochen fort und spiegelt unaufhörlich die Fortdauer des Seins wider.

Wenn wir uns dieser ewigen Wahrheiten bewußt sind, können wir leicht sehen, daß das von Gott Verliehene auch behütet und beschützt ist. Wir können nichts Gutes aufgeben, denn es gibt keine dem Guten entgegengesetzte Macht, die uns etwas rauben oder uns von dem unbegrenzten Guten und seiner vollen und vollständigen Kundwerdung trennen könnte. In der Bibel lesen wir von „der Fülle des, der alles in allen erfüllt.” Gott, das unendliche Gute, ist überall gegenwärtig, allerhaben tätig, Er regiert alles und erhält Seine Schöpfung ewig in unveränderlicher Vollkommenheit.

In Gottes Weltall ist das Gute immer nahe, immer gegenwärtig und umfaßt jede Seiner Ideen. Der Mensch kann das Gute nicht aufgeben, und das Gute gibt ihn nie auf. Gott hält ihn sicher in Seinen ewigen Armen, in Seiner liebevollen Fürsorge. Wenn wir diese Wahrheiten verstehen, können wir ohne weiteres sehen, daß wir nie etwas Gutes zu opfern, uns nie davon zu trennen haben. Wir brauchen nur falsche Annahmen jeder Art, die unserem Blick das Gute verbergen, aufzugeben und zurückzulassen. Dann treten wir wahrem Opfer nicht zögernd oder mit Grauen näher, sondern freudig und friedevoll.

Wir können nichts Wahres verlieren, und je mehr wir das Falsche aufgeben, desto mehr erlangen wir das Wahre, das Vortreffliche und das Rechte. Wie bündig das Lehrbuch der Christian Science „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” von Mary Baker Eddy diese erhabene Wahrheit darlegt (S. 302): „Es ist unmöglich, daß der Mensch irgend etwas verlieren könnte, was wirklich ist, wenn Gott alles ist und ewiglich sein eigen ist”!

Wir können in unserem menschlichen Leben von jeder Erscheinungsform des Bösen frei werden; denn sie hat keinen Halt an uns. Wir können das Gute nicht verlieren; denn Gott, das Gute, beansprucht uns als Sein Eigentum. Wer mit sehr viel überflüssigem Gepäck reist, kommt selbstverständlich langsam voran. Das Böse ist immer überflüssiges Gepäck, das unser Vorwärtskommen zu hindern scheint.

Wer den falschen Weg eingeschlagen und einen nutzlosen Umweg gemacht hat, ist dankbar, wenn er sich wieder auf dem rechten Weg befindet. Er hat zweifellos durch seine Erfahrung gelernt, aber die Erfahrung hätte nicht nötig sein sollen. Es wäre viel besser gewesen, wenn er vorher vorsichtiger gewesen wäre und den nutzlosen Umweg vermieden hätte. Christian Science lehrt uns, unser Denken so höher zu heben, unsere Wünsche so zu läutern, der Führung der Weisheit so demütig zu folgen, jeden Beweggrund so zu heiligen, daß unser Fortschritt gesichert ist, unser Weg zu Gott führt und wir unfehlbar Erfolg haben.

Ein Flugzeug muß, um sich erheben zu können, genug Kraft haben, die Schwerkraft unwirksam zu machen. In dem Maße, wie wir das Materielle und das Unwahre aufgeben, erheben wir uns höher in das Reich des Wirklichen. Wir überwinden die irdische Schwere der Materialität; wir fühlen den höher führenden Drang nach Geistigkeit. Wir lösen uns los von den Begrenzungen des Fleisches und finden die Freiheit und Spannkraft des Geistes. Die scheinbare Gemeinschaft mit dem Irrtum ist schnell abgeschnitten, wenn wir sehen, daß sie kein Teil von uns ist. Sie mag zu verschwinden scheinen; aber wir wissen, daß sie in Wirklichkeit nie gegenwärtig war. Wir vermissen sie nicht, wenn sie aufgehört hat; denn sie bestand nie. Wer sein Kreuz täglich auf sich nimmt, folgt dem Christus demütig nach; und wenn er bedenkt, daß zu den „Opfern, die Gott gefallen, ... ein zerschlagen Herz” gehört, vertauscht er das Kreuz bald mit der Krone. Gottes reichste Segnungen gehören ihm vollständig.

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