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Bibel notizen

Der Herold veröffentlicht jeden Monat verschiedene Anmerkungen und Kommentare zu Bibelzitaten, um die vielseitigen Möglichkeiten die Bibel zu erforschen aufzuzeigen. Die Zitate sind der Lutherbibel (revidierte Ausgabe 1984) entnommen.

Aus der April 2003-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


„Die ersten drei Evangelien ... werden allgemein die synoptischen Evangelien genannt ..., weil man den Wortlaut ihrer Texte in Parallelspalten nebeneinander stellen und so erkennen kann, was ihnen gemeinsam ist. ...

Eine genaue Prüfung ergibt, dass Matthäus und Lukas das Markusevangelium beim Schreiben vor sich liegen hatten und es als Grundlage für ihre eigenen Berichte benutzten ...

Wer war jener Markus, der das nach ihm benannte Evangelium schrieb? ... Er war der Sohn einer wohlhabenden Frau aus Jerusalem, die Maria hieß und ihr Haus der Urgemeinde als Versammlungsort zur Verfügung stellte (Apg. 12, 12). ... Er war ein Neffe des Barnabas, und Paulus und Barnabas nahmen ihn auf ihrer ersten Missionsreise mit sich (Apg. 12, 25) ... [Wir] erfahren aus dem Brief das Apostels Paulus an die Kolosser, den er als Gefangener von Rom aus schrieb, dass Markus bei ihm ist (Kol. 4, 10) ... Und kurz vor seinem Tode schrieb Paulus an Timotheus, seine rechte Hand in allem:, Markus nimm zu dir und bringe ihn mit dir; denn er ist mir sehr nützlich zum Dienst' (2. Tim. 4, 11) ...

Ein im zweiten Jahrhundert lebender Mann namens Papias ... berichtet, dass es sich beim Markusevangelium um das Predigtmaterial des Apostels Petrus handele. Markus stand Petrus tatsächlich so nahe, dass dieser ihn, Markus, mein Sohn' nennen konnte (1. Petr. 5, 13). ...

Es gibt somit zwei Gründe für die außerordentliche Bedeutung des Markusevangeliums: Einmal ist es das älteste der Evangelien — es entstand kurz nach dem Tode des Petrus, der um das Jahr 65 erfolgte —, und zweitens stellt es nichts Geringeres dar als den Bericht dessen, was Petrus über Jesus gelehrt und gepredigt hat. ... Das Markusevangelium kommt einem Augenzeugenbericht vom Leben Jesu am nächsten.” (Barclay)


Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt, so lebt auch in ihm. (Kol 2:6)

„Es besteht kein Zweifel daran, dass dieser Abschnitt zu den schwierigsten gehört, die Paulus je geschrieben hat. Für die Hörer damals waren die Sätze kristallklar; für uns jedoch besteht die Schwierigkeit, dass sie von Anfang bis Ende vollgepackt mit Anspielungen auf die Irrlehren sind ...

Die falschen Lehrer wollten, dass die Kolosser sich bereit erklärten, Zusätze zu Christus — anders kann man es nicht bezeichnen — anzuerkennen. Sie wollten, [u. a.] dass die Menschen zusätzlich in Philosophie unterwiesen würden, ... [und] ein astrologisches System anerkennen sollten ...

Paulus wunderte sich und war zutiefst traurig darüber, dass Menschen, die gerettet, erlöst und auf immer frei geworden waren ..., überhaupt daran denken konnten, sich einer neuen verhängnisvollen Sklaverei auszuliefern. ...

Die Lehrer der Gnosis boten den Menschen zusätzlich Astrologie und Philosophie an; Paulus jedoch hielt daran fest, dass Jesus über alle Mächte des Universums triumphiere. Wir Menschen können nicht gleichzeitig an die Macht Jesu Christi und an den Einfluss der Sterne glauben.” (Barclay)


Als er noch so redete, kamen einige aus dem Hause des Vorstehers der Synagoge und sprachen: Deine Tochter ist gestorben; was bemühst du weiter den Meister? (Mk 5:35)

„Während die blutflussbehaftete Frau Gnade erfährt, macht der Vater der Sterbenden die Hölle durch. Er hatte sich nun einmal mit diesem Außenseiter eingelassen, hatte öffentlich vor ihm gekniet. Doch Jesus lässt sich aufhalten, ja wird durch diese Frau auch noch rituell unrein. Darf Jairus ihn noch sein Haus betreten lassen? Soll er nicht doch noch aus diesem ganzen Unternehmen aussteigen? Aber zu Hause tickt das Leben seiner Tochter aus. So klammert sich der Vater noch an ein winziges Fünklein Hoffnung. Da wird ihm diese Hoffnung weggeschlagen. Während er (Jesus) noch redete, kommen (die Bediensteten) vom Synagogenvorsteher und sagen: Deine Tochter ist gestorben. ...

In diesem Augenblick, als er seine Tochter verloren und Gott nicht gewonnen hatte, als alle Lichter ausgegangen waren, in dieser Schwärze und Entbehrung erreicht ihn eine Stimme. ... Fürchte dich nicht, nur (eines): Glaube. Dieser Zuspruch bezieht sich ausdrücklich auf die eben ergangene Meldung und Zumutung, in der sich der Unglaube artikulierte und der den seelischen Schallraum des Jairus erdröhnen ließ, dass der Mann erzitterte. Jesus hat diese Stimme ebenfalls gehört, aber ohne zu gehorchen. ...

Im Markusevangelium ist der Glaube immer mit Wundern Jesu verbunden, besteht also im Stillewerden vor Jesus als der machtvollen Hilfsbereitschaft Gottes. Dabei stehen dem Glauben regelmäßig Mächte der Hoffnungslosigkeit entgegen, die ihn verleiten könnten, ... wankelmütig zwischen Hoffnung und Verzweiflung hin und her zu schwanken. Das war die Situation des Jairus. ... Darum führt Jesus seinen Glauben genau so zur Vollendung wie vorhin den der Blutflüssigen. Er führt ihn zum NurGlauben, der nur noch eines hat: Gott! ... Glaube kommt nach dem Markusevangelium nicht aus dem Wunder, sondern die Wunder kommen aus dem Glauben, ja aus dem Wunder des Glaubens.” (WStB)


Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen. (Mk 16:19, 20)

„Die Rabbiner machten einen bedeutenden Unterschied zwischen dem Sitzen und Stehen im Himmel. Im Himmel sitzt nur Gott allein, zum Zeichen seiner Herrschaft und Gottheit. Alle übrigen stehen ... Demgegenüber spricht das NT über zwanzigmal vom Sitzen Jesu zur Rechten Gottes ... Er ist weit über die Engel erhöht. Als rechte Hand Gottes ist er dessen Handlungsbevollmächtigter bei der Durchführung seiner Ziele. So hat sich Jesus mit diesem Sich-Setzen durchaus nicht zur Ruhe gesetzt. Wie der nächste Vers hervorhebt, beginnt sein Wirken im Großformat.

Die, Himmelfahrt' ruft Weltbildprobleme wach. Aber welches Weltbild überhaupt ist tauglich, den Schöpfer der Welten zu fassen? Die Zeugen der Bibel haben als Gottesmenschen immer ein Gespür bewiesen, dass Gott den Rahmen ihrer weltbildlichen Vorstellungen weit hinter sich lässt. Insofern ist der Wechsel der Weltbilder im Laufe der Epochen für den Gottesglauben unerheblich und sollte auch nicht hochgespielt werden.

... Die weitere Missionsgeschichte ist eine Art verlängerte, nicht abreißende Jesusgeschichte. Der erhöhte Herr geht der Gemeinde der Glaubenden voran, steht hinter ihr und wirkt in ihrer Mitte. Er hat alle Vollmacht im Himmel und auf Erden. Er wird auch zu allen Dingen das Schlusswort sprechen.” (WStB)


Und alsbald am Morgen hielten die Hohenpriester Rat mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat, und sie banden Jesus, führten ihn ab und überantworteten ihn Pilatus. (Mk 15:1)

„Eile war geboten. Die Römer pflegten ihre Gerichtsverhandlungen gleich nach Sonnenaufgang zu eröffnen. Dann wollten die Ratsherren mit dem Gefangenen schon zur Stelle sein. Befand sich Jesus erst einmal in der Hand der Weltmacht, befreite ihn so leicht niemand mehr. ...

Der Zwang, Jesus zwecks Hinrichtung den Römern überstellen zu müssen, mag ihnen diesmal nicht unwillkommen gewesen sein, denn auf diese Weise kam es zu einer gründlichen Vernichtung:, Gottes Sohn' am Fluchholz — hinausgetan aus der Gemeinde Gottes! Das musste den Anhang im Volk beeindrucken.

Aber für Pilatus musste der Fall natürlich politisch aufgezäumt werden. Anklage auf Gotteslästerung ... wog da nicht, gaben die Römer doch das religiöse Feld weitestgehend frei ... Darum sollte Jesus als politischer Rebell erscheinen. ...

Die gesamte Führung stand für diese Übergabe an die Heiden in der Verantwortung. Markus zählt an dieser Stelle eigens auf: die Oberpriester mit Ältesten und Schriftgelehrten. Dann heißt es noch einmal nachdrücklich: und der ganze Hohe Rat. Kollektiv stellten sie sich hinter die Anklage. ... Der Name Pilatus haftet in der Christenheit ... Er sichert ab, dass Gott uns beim Evangelium nicht mit einer Ideologie belieferte und uns mit ihr allein ließ, sondern sich selbst mit der Historie verstrickte.” (WStB)

Abkürzungen:
Barclay = William Barclay, Auslegung des Neuen Testaments
WStB = Wuppertaler Studienbibel

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