Ich weilte mit meiner Tochter in den Ferien in einem Land, wo ich niemanden kannte. Eines Abends bekam ich nach dem Abendessen heftiges Bauchweh. Dieses Land stand in dem Ruf, sehr ungesundes Wasser zu haben, und ich hatte sorgsam darauf geachtet, es nicht zu trinken. Doch wir wohnten in einem Hotel mit Vollpension und ich hatte zu viel gegessen, was mir zusätzlich zu den Schmerzen auch noch ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle verursachte. Ich wusste nicht, wie ich mit dem Telefon ins Ausland hätte telefonieren können, und konnte deshalb keinen Praktiker der Christlichen Wissenschaft um Hilfe bitten, was ich zu Hause sicher getan hätte. In der Vergangenheit hatten Praktiker mir geholfen, Heilung von den verschiedensten Schwierigkeiten zu finden.
Ich bestätigte die Gegenwart von Gott als Allmacht und Allgüte.
Die Schmerzen ließen nicht nach und so dachte ich, die Beschwerden würden sich ein wenig legen, wenn ich etwas Mineralwasser trinken würde, aber das nützte überhaupt nichts. Dann bat ich meine Tochter, mit mir zu beten. Sie war damals 19 und es war für uns ganz normal, als Familie gemeinsam zu beten. Plötzlich hörte meine Tochter mich im Bad zu Boden stürzen, ich konnte nicht sitzen, stehen noch mich bewegen. Der Schmerz wurde immer schlimmer, was mich dazu trieb, mich mit aller Kraft an Gott um Hilfe zu wenden.
Vor unserer Reise hatte ein Mitglied in der Kirche der Christlichen Wissenschaft in unserer Heimatstadt von einer Heilung berichtet. Dabei hatte er erwähnt, dass ihm der Gedanke gekommen war, nicht nur über die Wahrheit, die in der Christliche Wissenschaft gelehrt wird, nachzudenken, sondern sie laut auszusprechen. Also erklärte ich gemeinsam mit meiner Tochter laut alles, was mir über Gott und Gottes Menschen in diesem Moment einfiel. Das war kein Rezept und keine Liste von Zauberformeln. Ich hatte die Christliche Wissenschaft schon seit 30 Jahren studiert und sie angewendet, um alle möglichen Krankheiten und Probleme zu überwinden. Ich hatte mir etliche Tatsachen über die geistige Natur des Menschen eingeprägt: dass wir kein physischer Körper sind, der von den Gesetzen der Materie beherrscht wird, sondern geistige Wesen, und dass das Böse nicht Teil der göttlichen Schöpfung ist und in Wirklichkeit nicht bestehen kann. Das Böse ist eine mentale Suggestion, die wir verneinen müssen, um sie verschwinden zu sehen.
Stück für Stück verneinte ich mit wachsender Überzeugung, dass es eine Macht in einer materiellen Ursache (Wasser oder Nahrungsmittel) und eine Wirkung daraus (Schmerz, Blockierung, Krankheit) geben kann. Ich bestätigte die Gegenwart von Gott als Allmacht und Allgüte, ich bekräftigte Seine Liebe zu dem Menschen Seiner Schöpfung.
Wie schon gesagt, hatte mich der Schmerz dazu getrieben, mich bedingungslos und von ganzem Herzen an Gott zu wenden. Das war der Wendepunkt. Kurz darauf fühlte ich eine Wärme in meinem Körper, der Schmerz ließ nach und verschwand schnell und endgültig. Ich empfand Liebe und Vergebung für mich selbst und für mein Gastland und die Gewissheit, dass ich nie von Gott getrennt bin.
Diese Heilung gab mir die Gewissheit, dass Gott „eine Hilfe in den großen Nöten“ ist (Psalm 43:1), ganz gleich, wo wir uns befinden.
Seither ist mir auch bewusst geworden, dass übermäßiges Essen weder vereinbar ist mit meinem Leben noch mit meinem ausgeprägten Wunsch, durch ein besseres Verständnis von Gott einen tieferen Frieden zu finden. Allmählich wird mir klarer, dass ich auch ohne übermäßiges Essen ganz und gar zufrieden sein kann.
Ich bin dankbar für all die Lektionen, die ich durch mein Studium und die Anwendung der Christlichen Wissenschaft gelernt habe. Ich weiß, dass wir bei allem, was wir im Leben brauchen, auf Gott vertrauen können.
Elsah, Illinois
