Die Menschheit hat schon immer versucht, Antworten auf die vielen Fragen über unseren Ursprung und Daseinszweck zu finden. In einigen Kulturen wurde durch rituelle Opfer und Tänze mit einer höheren Intelligenz kommuniziert. Es gibt Religionen ohne einen Gott, wo die Anhänger Antworten in Geschichten suchen, die die Krisenbewältigung und Sinnsuche der Menschen bildlich darstellen. In anderen Religionen wird die Verbindung zu einem höheren Wesen durch Gebet gesucht.
Gebet kann verschiedene Formen annehmen. Es gibt stille und hörbare Gebete, Bittgebete und Gebete in Tanz und Gesang. Darüberhinaus spricht Mary Baker Eddy in ihrem Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von wissenschaftlichem Gebet. Wissenschaftliches Gebet umfasst die Erkenntnis, dass Gott, das göttliche Prinzip oder unendliche Gemüt, alles vollkommen und harmonisch geschaffen hat, darunter auch uns als Seine vollkommene, harmonische Widerspiegelung.
Beim Beten hilft es mir, über diese geistigen Wahrheiten nachzudenken.
Die Christliche Wissenschaft fordert uns auf, zuerst für uns selbst zu beten. Tun wir das, bevor unsere täglichen Aktivitäten beginnen, sind wir gedanklich und geistig darauf vorbereitet, anderen zu helfen.
Im ersten Buch Mose wird erklärt, dass Gott der einzige Schöpfer ist. Er hat Himmel, Erde und das ganze Universum erschaffen. Er schuf den Menschen zu Seinem Bild und Gleichnis und gab ihm Herrschaft über alles. Er sah, dass alles, was Er gemacht hatte, „sehr gut“ (1:31) war.
In Wissenschaft und Gesundheit schreibt M. B. Eddy, dass der Mensch „die Widerspiegelung von Gott oder Gemüt und somit ewig ist; das, was kein von Gott getrenntes Gemüt hat; das, was nicht eine einzige Eigenschaft hat, die nicht von der Gottheit stammt; das, was kein Leben, keine Intelligenz noch schöpferische Kraft aus sich selbst besitzt, sondern alles geistig widerspiegelt, was zu seinem Schöpfer gehört“ (S. 475).
Beim Beten hilft es mir, über diese geistigen Wahrheiten nachzudenken. Dabei erkenne ich an, dass Gottes Kinder und alles, was sie umgibt, Gutes widerspiegeln, da Gott ja gut ist. Er ist die Quelle von Fülle. Mangel ist nicht das Erbe dieser Kinder. Da Gott allwissend ist, ist Unwissenheit kein normaler Zustand Seiner Schöpfung und dieses Verständnis kann Unwissenheit auslöschen. Da Gott göttliches Gemüt ist, haben Seine Kinder dasselbe Gemüt durch Widerspiegelung. Und da Gott Alles-in-allem ist, gibt es keinen Platz für Böses, für Krankheit und Konflikt.
Wenn uns bewusster wird, dass wir in Gott, dem Guten, leben, erkennen wir, dass das Böse eine Illusion im menschlichen Bewusstsein ist.
Durch das Anerkennen, dass Gott Geist ist und wir der Ausdruck von Geist sind, wird uns klar, dass unsere wahre Natur geistig ist. Aus dem göttlichen Geist geht nur eine geistige und vollkommene Schöpfung hervor.
Diese Wissenschaft bringt beständig die im täglichen Leben gegenwärtige göttliche Wahrheit zum Vorschein.
Das Bewusstsein von geistiger Realität legt das, was die materiellen Sinne uns vorführen, beiseite und hilft uns Situationen zu meistern, die nicht gut aussehen. Denn dieses Bewusstsein zwingt uns, die Dinge aus einer geistigen Perspektive zu betrachten, so wie Gott sie sieht.
Dieses geistige Wissen hat mir oft geholfen und mich beschützt. Zum Beispiel wurde ich vor acht Jahren durch christlich-wissenschaftliches Gebet von einer Knochen- und Gelenkentzündung geheilt, an der ich schon lange gelitten hatte. Auch wurde ich eines Abends bei einem Gewitter beschützt, als ein Blitzschlag einen Transformator traf und nicht eine einzige Glühbirne in meiner Wohnung ausfiel.
Ein andermal brach das Denguefieber in unserer Stadt aus und ich erfuhr, dass diese Krankheit bei einer Nachbarin diagnostiziert wurde. Ich besuchte die Familie am gleichen Nachmittag und konnte mit dem Mädchen sprechen und ihr von Gott erzählen. Sie war sehr froh über das, was ich ihr erzählte. Das führte mich dazu, über die geistigen Wahrheiten nachzudenken, die ich über Gott und den Menschen gelernt hatte. Und am nächsten Tag sagte ihre Großmutter mir, dass die Ärzte keine Spur der Krankheit mehr gefunden hatten.
Die Christliche Wissenschaft ist demonstrierbar. Ihre Theologie besteht nicht nur aus Worten. Ihre Lehre ist jeden Moment, jeden Tag erlebbar. Diese Wissenschaft bringt beständig die im täglichen Leben gegenwärtige göttliche Wahrheit zum Vorschein.
