Ich hatte nicht erwartet, dass ein neuer Freund auch bedeuten würde, Christliche Wissenschaftlerin zu werden. Doch genau das passierte. Bei unserem ersten Date nahm mein Freund mich mit zur Kirche – und zwar zur Kirche Christi, Wissenschaftler. Wenn mich heute jemand fragt, wieso ich Christliche Wissenschaftlerin bin, denke ich zurück, wie ich als Achtzehnjährige zuerst die Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft besuchte, und sage nur: Wahrheit.
Ich war in einer anderen christlichen Religionsgemeinschaft aufgewachsen und mit zwölf getauft worden. Doch obwohl ich regelmäßig die Gottesdienste besuchte, stellte ich keine Verbindung zwischen religiösen Lehren und meinem Leben her. Ich habe gute Erinnerungen an diese Kirche, doch da ging es mehr um Geselligkeit, als um tiefe Glaubensfragen. Kirche fand für mich nur sonntags statt und hatte keinen Bezug zur restlichen Woche.
Mein Vater verließ die Familie, als ich sieben war, und meine Mutter war berufstätig, also verbrachte ich viel Zeit allein. Wir hatten einen Obstgarten voller Birnbäume; auf die kletterte ich und dachte mir Geschichten aus. Manchmal schlichen sich diese Geschichten allerdings in die Wirklichkeit und wurden zu Lügengeschichten. Und selbst wenn ich beim Lügen erwischt wurde, machte ich damit weiter.
Als ich dann anfing, die Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft zu besuchen, erfuhr ich, dass Gott Wahrheit ist. Wow! Diese Vorstellung haute mich um! Noch erstaunlicher war meine Beziehung zu dieser göttlichen Wahrheit. Ich war die Widerspiegelung der Wahrheit – mit anderen Worten, ich war als ehrlich und wahrhaftig erschaffen worden.
Zum ersten Mal begriff ich das wirklich. Ich erkannte, dass die Lügerei all der Jahre falsch war und dass ich von da an die Wahrheit sagen musste. Und das war nicht alles. Ich begriff, dass ich nicht erst jetzt „der Wahrheit Kind“ wurde, das sündlos und rein – und somit auch ehrlich – ist (Emily F. Seal, Liederbuch der Christlichen Wissenschaft, Nr. 382), sondern es schon immer gewesen war. Und damit war ich nie der schreckliche Mensch gewesen, für den ich mich gehalten hatte. Danach war Ehrlichkeit ganz natürlich, und ich freute mich zu wissen, dass ich Wahrheit zum Ausdruck brachte, wenn ich die Wahrheit sagte.
Der Besuch der Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft war eine Offenbarung. Ich konnte so viel über mich und Gott lernen, und zwar nicht nur religiöse Doktrinen, sondern echte Wahrheit. Mir wurde bewusst, dass die Christliche Wissenschaft die Wahrheit des Seins erklärt: was Gott ist und was wir sind.
Die Christliche Wissenschaft verankerte mich in dem Verständnis meiner geistigen Identität, und das war praktisch anwendbar: Es führte zu Heilung. Ich erlebte Heilungen von Magenproblemen, Kopfschmerzen, Allergien, schwachen Knöcheln, gebrochenen Rippen und vielen anderen Dingen. Zuerst hatte ich keine Ahnung, wie die Heilungen stattfanden, freute mich aber darüber.
Und ich beschäftigte mich gern mit Jesu Aussage: „[Ihr] werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8:32). Was für eine Verheißung! Frei machen wovon? Ich wollte von allen meinen alten Gewohnheiten und unproduktiven Denkweisen frei sein. Und welche Wahrheit würde mich davon befreien? Die Wahrheit über Gott und den Menschen, die in der Christlichen Wissenschaft unendliche Facetten hat.
Ich erfuhr beispielsweise, dass Gott mein Vater ist. Da mein Vater uns verlassen hatte, als ich klein war, kam es mir immer so vor, als hätte ich keinen Vater. Da war es wunderbar zu verstehen, dass ich in Wirklichkeit immer einen gehabt hatte. Mein göttlicher Vater war immer bei mir; Gott hatte mir immer väterlich zur Seite gestanden. Meine Mutter und ich hatten keine enge Beziehung, und als ich erfuhr, dass Gott auch Mutter ist, war ich sehr erleichtert. Meine Mutter und ich hatten beide auch immer mütterlichen Beistand gehabt.
Ich veränderte mich, als ich Christliche Wissenschaftlerin wurde, denn ich dachte ganz anders über mich und andere. Ich wollte ganz anders leben und mich anderen gegenüber ganz anders verhalten. Und die Christliche Wissenschaft verband mich mit der Tatsache, dass ich nicht nur das Richtige tat, sondern auch das Richtige war. Als Ausdruck der Wahrheit tat ich das Gute und Richtige, weil ich so war, nicht weil „man das tut“ oder weil „es so vorgeschrieben ist“.
Also weshalb bin ich Christliche Wissenschaftlerin? Weil sie mir die Wahrheit meines Seins, die Wahrheit der Wirklichkeit, eröffnet hat. Und wenn man die Wahrheit einmal erkannt hat, will man nichts anderes.
Dieser Artikel erschien ursprünglich am 24. Juli 2017 im Internet.
Übersetzt aus dem Christian Science Sentinel, Ausgabe 23. März 2017
