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Original im Internet

Ein Weg aus deterministischem Denken

Aus der Juni 2020-Ausgabe des Herold der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 16. März 2020 im Internet.


Ein Cartoon in der amerikanischen Zeitschrift The New Yorker vor einiger Zeit stellt Gott am Schreibtisch dar. Auf einer Seite des Schreibtischs sieht man einen Eingangskorb mit froh grinsenden Leuten, die sich gegenseitig gratulieren. Auf der anderen Seite ist der Ausgangskorb mit weinenden, klagenden Menschen. Vorn am Schreibtisch wartet ein Pulk auf Gottes Urteil. Der Cartoon, der wie beabsichtigt ein Lächeln hervorruft, stellt die alte theologische Doktrin der Prädestination dar, bei der Gott willkürlich einige Seiner Kinder rettet, während der Rest in die ewige Verdammnis kommt.

Obwohl die Kirchen diese Doktrin im Großen und Ganzen aufgegeben haben, bleiben weltliche Formen von Prädestination oder „Determinismus“, um den heutigen philosophischen Begriff zu verwenden, im menschlichen Denken erhalten. Demnach werden Menschen Zuständen untergeordnet – Lehrsätzen über tödliche Krankheiten, Überzeugungen hinsichtlich Vererbung, bedrohlichen Umwelttrends usw. –, über die sie angeblich keine Kontrolle haben und die ihre Fortschritte oder sogar ihre Überlebenschancen begrenzen.

Alle Formen von Determinismus – genetisch, kulturell, biologisch, wirtschaftlich – werden durch menschliche Theorien sanktioniert, die den Menschen als materiell definieren. Doch Determinismus jeder Form sowie der zugrundeliegende Glaube, dass der Mensch materiell ist, wird durch das Verständnis angefochten, das die Christliche Wissenschaft von Gott vermittelt. Sie definiert Gott als vollständig gut; Er allein regiert den Menschen, und das Schicksal des Menschen kann demnach nur durch das beschrieben werden, was gut und harmonisch ist. Statt der Verdammnis und des Fatalismus deterministischer Theorien verweist die Christliche Wissenschaft auf die strahlende Verheißung in der Bibel, dass der Mensch auf ewig erlöst ist. „Was Gott weiß, das bestimmt Er auch voraus ...“, schreibt Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, in ihrer Schrift Nein und Ja (S. 37). Daher ist für den Menschen – jeden von uns – nur Gutes vorbestimmt, nicht unvermeidliches Leid.

Unser liebevoller Vater-Mutter-Gott erschafft uns zu Seiner eigenen Verherrlichung. Gott erkennt das geistige Wesen und die geistige Natur des Menschen als die Widerspiegelung Seiner eigenen und stellt auf ewig Gesundheit und Fülle, Heiligkeit und eine himmlische Gesinnung für jede Seiner Ideen bereit. Für den wirklichen, geistigen Menschen ist jede Erfahrung von Gott geordnet und nicht durch unkontrollierbare wirtschaftliche oder Umweltfaktoren festgelegt. Gottes segensreiche Bestimmung für den Menschen räumt jede sterbliche Theorie aus, die ihn seines Geburtsrechts der Vollkommenheit und Reinheit berauben möchte.

Ein gutes Beispiel dafür, dass Gottes Absicht immer darin liegt, die Menschheit zu retten und zu erlösen, zeigt sich in der biblischen Geschichte von Jona im gleichnamigen Buch. Gott hatte Jona nach Ninive geschickt, um Buße zu predigen, da die Menschen voll Bosheit waren. Erst weigerte sich Jona und fuhr stattdessen Richtung Tarsis. Später in der Geschichte erfahren wir, dass er meinte, die Bewohner von Ninive seien es nicht wert, gerettet zu werden, weil ihre Sünden zu groß waren. Was als Nächstes passierte, ist sicher am besten bekannt. Da Gott Jona befohlen hatte, die Reise zu tun, wies Er ihn nun zurecht. Die Bibel erklärt, dass Jona von einem großen Fisch verschlungen wurde und drei Tage und drei Nächte in dessen Bauch verbrachte – eine Erfahrung, die bewirkte, dass er demütig wurde und Gottes Befehl gehorchte. Als er schließlich nach Ninive kam und dort predigte und die Menschen ermahnte, von ihrer Boshaftigkeit abzulassen, taten der König und alle Leute Buße, und Gott beschloss, die Stadt zu verschonen.

Determinismus jeder Form wird durch das Verständnis angefochten, dass Gott vollständig gut und der Mensch harmonisch ist.

Gottes Plan der Erlösung der Menschen zeigt sich am deutlichsten durch den Messias, der in mehreren Prophezeiungen im Alten Testament angekündigt wird. Christi Jesu Leben, Lehren und Beispiel erfüllten diese Prophezeiungen auf wundervolle Weise. Als ihn die Schriftgelehrten und Pharisäer um ein Zeichen dafür baten, dass seine Werke von Gott waren, verwies Jesus interessanterweise auf „das Zeichen des Propheten Jona“ als das einzige, das gegeben wird (Matthäus 12:39). Dadurch bekräftigte er die Wahrheit weiter, dass Gottes Plan für alle Seine Kinder immer darin liegt, zu retten und wiederherzustellen, genau wie im Fall von Ninive.

Durch ein jakobähnliches geistiges Ringen, das schon immer das Zeichen für das christliche Bemühen war, das wahre Verständnis von Gott und dem Menschen zu erlangen, werden wir von dem Glauben an begrenzende menschliche Theorien befreit, die den Menschen als verdammt statt gesegnet erklären. Mit jedem Triumph, mit anhaltendem Einsatz, „sich mehr dem göttlichen Charakter anzugleichen“, wie Mrs. Eddy schreibt (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 4), macht man Fortschritt auf dem Weg zum endgültigen Aufstieg über Irrtum und Materie. Tägliche Schritte in diese Richtung verleihen der menschlichen Existenz ihren erhabenen Sinn und Zweck.

Als meine Schwester fünf war, wurde Scharlach bei ihr festgestellt – eine angeblich unwiderrufliche Diagnose. Sie wurde von einem Arzt behandelt, der meinen Eltern sagte, dass sie regelmäßig eine bestimmte Tablette nehmen müsse, sonst würde sie sterben. Doch aus irgendeinem Grund konnte sie die Tabletten nicht schlucken. Mein Vater war kurz davor durch die Heilung einer Hautkrankheit, die mehrfach ärztlich als unheilbar bezeichnet worden war, zur Christlichen Wissenschaft gekommen. Daher gab meine Mutter ihm verzweifelt mitten in der Nacht die Erlaubnis, eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft um Hilfe durch Gebet für meine Schwester zu bitten.

Da wir kein Telefon hatten, zog mein Vater sich an und ging zur nächsten Telefonzelle, wo er die Praktikerin anrief. Als ein paar Stunden später die Sonne aufging, war meine Schwester vollständig geheilt. Meine Mutter wurde Christliche Wissenschaftlerin, und meine Schwester war später mehr als vierzig Jahre selbst Praktikerin der Christlichen Wissenschaft. Sie half vielen anderen, die deterministischen Überzeugungen medizinischer Gesetze zu überwinden.

Was theologischen Determinismus betrifft, so ist es wichtig zu wissen, dass Mary Baker Eddy als Kind gegen die Doktrin der Vorbestimmung rebellierte, die zu den Grundsätzen der geliebten protestantischen Kirche gehörte, die ihre Familie besuchte und deren Mitglied sie war, bis sie eine eigene Kirche gründete. „… ich wollte nicht erlöst werden“, schrieb sie in ihrer kurzen Autobiografie Rückblick und Einblick, „falls meine Geschwister zu jenen gezählt werden sollten, die dazu verdammt waren, ewig von der Gegenwart Gottes ausgeschlossen zu sein“ (S. 13). Nach der kindlichen Intuition der jungen Mary Baker leugnete die Doktrin der Prädestination Gottes Güte und Gnade. Ihre Überzeugung, dass Gottes Wille Erlösung für alle bereitstellt, steht im Mittelpunkt der Religion, die sie später gründete.

In der Christlichen Wissenschaft sind Männer und Frauen nur dazu „vorbestimmt“ oder „konditioniert“, die Attribute des göttlichen Gemüts, von Seele und Liebe vollumfassend zu manifestieren – die Qualitäten ihres Schöpfers, die ewig durch Seine Schöpfung zum Ausdruck gebracht werden. Gebet, das durch diese Überzeugung gelenkt wird, kann jede Verfluchung der Menschheit aufheben und durch die Offenbarung von Gottes unwandelbarer und ewiger Liebe ersetzen.

„Was wir lieben, bestimmt, was wir sind“, schrieb Mrs. Eddy (Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 270).

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Die Mission des Herold

Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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