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Original im Internet

Für Kinder

Das Picknick

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 15. Oktober 2018


An einem heißen Sommertag sausten vier junge Freunde auf dem Fahrrad gemeinsam die Straße entlang. Sie freuten sich auf das Picknick im Naturschutzpark.

Ihre Mütter wollten dort mit Körben voll leckerer Sachen auf sie warten.

Karl, Karin und Mark fuhren auf ihren eigenen Rädern. Aber Bärbel fuhr auf einem Rad, das ihre Freundin Jutta ihr nur für den Tag des Picknicks geliehen hatte.

Nachdem die vier eine ziemlich lange Strecke bergauf geradelt waren, waren sie froh, ein Schild mit der Aufschrift „Trinkwasser“ zu sehen. Sie stellten ihre Räder ab und kletterten die steile Böschung zur Quelle hinauf. Wie gut das kühle sprudelnde Wasser schmeckte! Eine kurze Ruhepause, und alle begannen wieder den steilen Abhang hinunterzusteigen. Karl, Karin und Mark kamen fröhlich lachend als erste unten an. Plötzlich hörten sie ein lautes Krachen. Sie drehten sich um und sahen Bärbel fallen. Sie versuchten ihr aufzuhelfen, aber Bärbel konnte kaum stehen. Sie gab sich alle Mühe, daran zu denken, was Herr Jäger, ihr Sonntagsschullehrer, gesagt hatte: „Ihr könnt auf Gott vertrauen, ganz gleich, was verkehrt zu sein scheint.“

In diesem Augenblick schien Bärbel alles verkehrt gegangen zu sein. Und das „Verkehrte“ schrie lauter als das „Vertrauen auf Gott“. Sie war den Tränen nahe.

„He, Bärbel“, hörte sie Karl sagen, „denke an Gott.“

Gott ist ja hier!“, hörte sie Karin sagen.

Gott ist Wahrheit. Halte an der Wahrheit fest, Bärbel“, sagte Mark. „Der Irrtum ist nicht wirklich. Du weißt doch, was Mrs. Eddy sagt: ‚Der Irrtum ist ein Feigling vor der Wahrheit‘“ (Mary Baker Eddy, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 368).

Bärbel blinzelte. Keine Tränen durften sich hindurchzwängen, um diese richtigen Ideen zu verschleiern.

Und schon kam ein neuer Gedanke. Sie erinnerte sich an das erste Gebot. „Bin ich aber froh, dass ich die Gebote auswendig gelernt habe“, dachte sie. Laut sagte sie: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ (2. Mose 20:3).

Karl bemerkte: „Das bedeutet, immer zu wissen, dass es nur einen Gott gibt, dass Gott Geist ist und Gott alles ist und dass Er gut ist.“

Bärbel dachte über Gott und Seine Güte nach. Außer „Geist“ und „Wahrheit“ hatte sie noch fünf andere Namen für Gott gelernt: Prinzip, Gemüt, Seele, Liebe, Leben. Mary Baker Eddy nennt sie „Synonyme“ (siehe Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 225). Es half ihr nun, daran zu denken, dass sie ja, weil Gott gut ist, nur Seine Güte kennen konnte. Die Güte Gottes, des Prinzips, der Liebe, sorgte für sie. Es gelang ihr, wieder aufs Fahrrad zu steigen und mit den anderen weiterzufahren.

Bald kamen sie zu einer seichten Furt, wo der Bach über die Straße floss. Ein falscher Gedanke flüsterte ihr ein, dass das kühle Wasser ihrem Bein guttun würde. „Nein“, sagte sie laut. „Das ist nicht richtig.“ Sie erinnerte sich, wie sie einmal, als sie sich die Zehe verletzt hatte, Herrn Jäger bat, ihr zu helfen, „die Zehe wieder in Ordnung zu bringen“. Herr Jäger war bereit, für sie zu beten, aber er sagte: „Wir brauchen nichts für deine Zehe zu tun. Wir brauchen nur zu wissen, was über dich als Gottes Kind wahr ist. Du weißt, die Bibel sagt: ‚Gott schuf den Menschen nach seinem Bild.‘ (1. Mose 1:27). Du bist jetzt Gottes Ebenbild. Und da Gott vollkommen ist, bist du vollkommen.“

Bärbel erinnerte sich, dass ihre Zehe sofort aufgehört hatte wehzutun, und nie wieder wehtat.

Bärbel wusste also jetzt an dem Tag des Picknicks, dass niemand etwas für ihr Bein zu tun brauchte. Und das Wasser konnte auch keine Wirkung auf das Bein haben.

Was für einen Spaß musste es machen, durch die Furt zu fahren! Das Wasser spritzte nach allen Seiten um die vier, als es durch den Bach ging.

Aber bald fing Bärbels Bein an zu prickeln. Sie vergaß all die guten und wahren Gedanken und war besorgt, ob ihr Bein noch mehr wehtun würde.

Als sie den falschen Gedanken die Tür weit öffnete, begann sie Jutta die Schuld zu geben. Wenn Jutta ihr das Rad nicht geliehen hätte, dachte sie, wäre sie nie gefallen. „Jutta ist keine gute Freundin“, murmelte sie vor sich hin. Als Bärbel ihre eigenen Worte hörte, wusste sie, dass sie eine Lüge waren. Eine Lüge versuchte, sie zu täuschen.

Aber über Jutta konnte sie nicht getäuscht werden. Jutta war eine treue Freundin. „Ich bin wirklich froh, dass sie mir ihr Rad für heute gegeben hat“, dachte Bärbel. Im selben Augenblick war Bärbel von ihrem Ärger geheilt.

Sie konnte auch erkennen, dass die andere Lüge, die da sagte, dass ihr das Bein wehtat, sie ebenfalls nicht täuschen konnte. Sie wusste, dass sie in Wirklichkeit das genaue Ebenbild Gottes war, geistig und vollkommen. 

Ihre Freunde waren vorausgefahren. Bärbel trat stärker in die Pedale und überholte sie. Winkend sauste sie über die Brücke zum Picknickplatz. Das Essen war auf dem Tisch ausgebreitet. Ihre Mütter hatten alles vorbereitet. Bärbel sprang vom Rad ab – geheilt!

„Hurra“, rief sie und hüpfte auf beiden Beinen. „Was für ein wunderbares Picknick! Und was für eine wunderbare Fahrt!“ Sie hüpfte wieder. „Hurra, Mutti! Alles ist einfach wunderbar!“

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Michael Pabst, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Februar 1997 

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