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Original im Internet

Für Kinder

Zuhören lernen

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 30. April 2018


Als ich zwölf war, fuhr die ganze Familie im Sommer hoch in den Norden an einen abgelegenen See. Für mich gab es nichts Schöneres, als mit meinem Vater Angeln zu gehen und die Wildnis zu erkunden.

Einmal beschloss ich nach dem Mittagessen, allein das dichte Unterholz zu erforschen. Allerdings erzählte ich keinem davon. Und ich erlebte ein ziemliches Abenteuer! Ich versuchte, langsam und leise zu gehen, und sah ein Rehkitz, einen Biberteich mit Bibern, acht Rebhühner und eine Schneeeule, die so nah bei mir landete, dass ich ihre Schwanzfedern zählen konnte.

Ich war so in all diese Tiere vertieft, dass ich nicht darauf achtete, wohin ich lief. Dann merkte ich plötzlich, dass Wolken aufgezogen waren. Es wurde spät und ich hatte keine Ahnung, wo der See und unser Haus waren. Ich hatte mich verirrt.

Einen Moment lang hatte ich Angst. Doch dann dachte ich daran, wie oft Christus Jesus den Leuten gezeigt hatte, dass sie sich nicht zu fürchten brauchten (siehe Lukas 12:32 und Lukas 8:50). Ich wusste, dass Gott Liebe ist und dass Er überall ist. Und ich bin Sein geliebtes Kind. Meine Familie besuchte eine Kirche Christi, Wissenschaftler, und ich hatte selbst Beweise für Gottes Allgegenwart und Allmacht gesehen. Normalerweise bat ich meinen Vater oder meine Mutter um Hilfe durch Gebet, wenn ich Angst hatte oder etwas brauchte. Aber jetzt waren sie nicht da.

Ich hatte in der Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft gelernt, dass Wahrheit, ein anderer Name für Gott, immer bei uns ist und uns die Antworten gibt, die wir brauchen. Also war der nächste Schritt, genau der Wahrheit zuzuhören, oder?

Doch statt mich gleich Gott zuzuwenden, dachte ich erst an Ratschläge, die man befolgen soll, wenn man sich verlaufen hat. Jemand hatte gesagt: „Such nach Moos, denn das wächst immer auf der Nordseite. Dann weißt du die Himmelsrichtungen.“ Ein anderer hatte gesagt: „Finde eine Lichtung, steige auf etwas Hohes wie einen Felsbrocken, und warte auf Rettung.“

Diese Ideen halfen mir nicht. Hier wuchs das Moos auf allen Seiten der Bäume. Und als ich mich auf einen Felsbrocken setzte, dachte ich nur daran, wie hart der war. Also betete ich lieber wieder.

Doch diesmal flehte ich Gott nicht an, sondern dachte ich darüber nach, was ich alles als wahr über Ihn wusste: dass Er Geist ist, allgegenwärtig und alles. Er versorgt Seine ganze Schöpfung mit Liebe, und das schloss mich, Sein vollkommenes Ebenbild, mit ein. Ich wusste, dass ich ganz sicher war, denn Gott hat mich lieb und beschützt mich. Und wenn Gott mich führte, würde ich den Weg zum Haus finden.

Eine Weile schienen meine Gedanken miteinander über den richtigen Weg zu streiten. Und ich befürchtete, dass ich mich noch mehr verlaufen würde, wenn ich nicht auf die richtigen Gedanken hörte! Doch dann fiel mir eine Bibelgeschichte über den Propheten Elia ein, der allein in einer gefährlichen Situation in der Wüste war, und dann hörte er, wie Gott in einem stillen, sanften Sausen zu ihm sprach (siehe 1. Könige 19).

Es muss stimmen, dass Gott in unseren Gedanken zu uns spricht und dass wir das hören und darauf vertrauen können, dachte ich. Wir können nicht von Gott getrennt sein und uns in Seiner Schöpfung auch nicht verirren.

Mir fiel ein, dass mein Sonntagsschullehrer uns erst ein paar Wochen vorher an einem Sonntag eine Bibelstelle vorgelesen hatte. Sie war aus den Sprüchen: „Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand; sondern denke an ihn in allen deinen Wegen, dann wird er dich recht führen“ (Sprüche 3:5, 6). Ich machte mich auf den Weg. Es kam mir vor, als würde ich sehr lange laufen. Dann sah ich, wie sich am Himmel eine hohe Tanne abzeichnete. Sie überragte alle anderen Bäume. Fast ganz oben war ein Ast wie ein Finger gekrümmt. Diesen Ast kannte ich. Den Baum kannte ich. Den hatte ich vom Fenster aus gesehen. Und kurz darauf war ich wieder zu Hause.

Ich dachte nicht nur: „Gott sei Dank.“ sondern meinte es auch.

Später erfuhr ich, dass meine Eltern auch gebetet hatten. Sie wussten beim Beten, dass Gott, der Liebe ist, mein allgegenwärtiger Beschützer war. Unsere Familie hatte durch Gebet viele Heilungen erlebt und war mehrmals beschützt worden, und das war eine weitere unvergessliche Erfahrung für uns. Mary Baker Eddy, die die Kirche der Christlichen Wissenschaft gegründet hat, schrieb ein Gedicht mit dem Titel „Weide meine Schafe“ (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 398). Ich hatte es als Lied in der Sonntagsschule gesungen, solange ich denken konnte. Aber jetzt wurde es besonders wichtig für mich. Einige Zeilen daraus lauten:

Ich will lauschen Deinem Ruf,
irr’ ich im Geheg,
will Dir folgen und mich freu’n
auf dem rauhen Weg.

Diese Erfahrung war sehr wichtig für mich, denn ich lernte, dass ich nie wirklich allein bin, selbst wenn ich mich allein fühle. Gott ist bei mir und hilft mir. Als ich größer wurde, gab es noch andere Zeiten, wo ich verwirrt war oder mich „verirrt“ fühlte – nicht im Wald, aber in Situationen, wo ich nicht wusste, was ich tun sollte. Und ich dachte daran zurück, was ich gelernt hatte: sowie wir uns an Gott wenden, haben wir keine Angst mehr, sondern wissen, dass wir uns nicht verirrt haben. Wir können uns einfach an Gott wenden und zuhören. Und dann werden wir auf den richtigen Weg gebracht.

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Die Mission des Herold

Ich betrachte die Herolde und den Sentinel als den „gedruckten Paulus“, weil sie die Botschaft der universellen Verfügbarkeit der Wahrheit in die ganze Welt tragen. Ich muß aber hinzufügen, dass für den Christlichen Wissenschaftler in Übersee der Sentinel und der Herold weit mehr sind als Botschafter der Wahrheit; sie sind buchstäblich das Brot für den jeweiligen Tag und speisen die Christlichen Wissenschaftler mit der „Gnade“, die sie täglich durch das Gebet des Herrn suchen.

Howard Palfrey Jones, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, November 1969 

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