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Original im Internet

Das Gebet des Herrn: ein Geschenk an die Menschheit

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 7. Oktober 2019


„Unser Vater.“ Es berührt mich schon, wenn die Gemeinde diese beiden Worte sagt. Ich bin so dankbar, dieses Gebet zu kennen, das Christus Jesus vor so langer Zeit als Teil seiner Bergpredigt lehrte. Wie viele Menschen mögen durch dieses Gebet geheilt und wie viele Konflikte mögen aufgrund des tiefen und aufrichtigen Gesuchs geistiger Inspiration hinter diesen Worten gelöst worden sein.

Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift über Jesu Gebet: „Das Gebet des Herrn ist das Gebet der Seele, nicht des materiellen Sinnes“ (S. 14). Und ein paar Seiten weiter gibt sie uns die geistige Auslegung des Gebets des Herrn:

„Unser Vater im Himmel!

Unser Vater-Mutter-Gott, all-harmonisch.

Dein Name werde geheiligt.

Einzig Anbetungswürdiger.

Dein Reich komme.

Dein Reich ist gekommen; Du bist immer-gegenwärtig.

Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.

Befähige uns zu wissen, dass Gott – wie im Himmel so auf Erden – allmächtig, allerhaben ist.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Gib uns Gnade für heute; speise die hungernden Herzen.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldigern vergeben.

Und Liebe spiegelt sich in Liebe wider.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Und Gott führt uns nicht in Versuchung, sondern erlöst uns von Sünde, Krankheit und Tod.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Denn Gott ist unendlich, die Allmacht, alles Leben, alle Wahrheit, alle Liebe, über allem und Alles.

(S. 16–17)

Dieses Gebet ist ein Geschenk an die gesamte Menschheit. Immer wenn ich es studiere, komme ich zu einer neuen Erkenntnis. Beim Beten dieses Gebets habe ich Heilung, Frieden und Sicherheit erfahren. Ich habe erlebt, dass anderen geholfen wurde und dass sie getröstet und geheilt wurden.

Die universale Anwendbarkeit des Gebets des Herrn – seine weitreichenden Auswirkungen auf zahllose Menschen – ist greifbar. Ich habe es in vielen Notfällen angewandt und konnte mich dadurch aus einer materiellen Sichtweise erheben und erkennen, was Gott, Geist, bereits bewirkt hat.

Einmal half ich einer Frau, die vor einem Restaurant gestürzt war und weinte; sie hatte Schmerzen. Ich setzte mich zu ihr und fragte sie, ob sie das Gebet des Herrn kennt. Sie nickte. Dann fragte ich sie, ob sie es mit mir beten wolle, während wir auf einen Krankenwagen warteten. Als wir es gemeinsam beteten, wurde sie ruhig und friedlich und die ganze Atmosphäre änderte sich; es trat Ordnung um uns herum ein. Die Leute waren nicht mehr in Panik, sondern fanden sinnvolle Möglichkeiten, uns die Wartezeit auf dem heißen Asphalt erträglicher zu machen. Als der Krankenwagen kam, lächelte die Frau und bedankte sich bei allen für die freundliche Hilfe.

Als Pflegerin in der Christlichen Wissenschaft habe ich schon oft das Gebet des Herrn mit Patienten gebetet und augenblicklich den friedvollen, heilenden Einfluss der darin enthaltenen Botschaft gefühlt.

Während einer Versammlung in der Kirche fasste ein Mann, der Christlicher Wissenschaftler ist und Heilung durch Gebet sucht, sich plötzlich an die Brust. Ich fragte ihn, ob er mit mir beten wolle. Er sagte ja. Wir zogen uns in ein ruhiges Zimmer in der Kirche zurück. Dann fingen wir an, das Gebet des Herrn mit seiner geistigen Auslegung zu sprechen. Es gab Augenblicke, in denen er den Faden verlor, und dann sagte ich fest: „Noch einmal.“ Wir beteten weiter, bis er sich nicht mehr die Brust hielt, sein Gesicht wieder die normale Farbe angenommen hatte und wir beide erkennen konnten, dass Harmonie wiederhergestellt war. Das Gebet hatte eine mächtige Wirkung. Dieser Vorfall liegt nun ca. sechs Jahre zurück und das Problem ist nicht wieder aufgetreten.

Nicht das Aufsagen des Gebets offenbarte die Harmonie, sondern das Verständnis von der Allmacht der geistigen Wahrheit hinter den Worten im Gebet des Herrn. Von der ersten bis zur letzten Zeile wird diese geistige Wahrheit deutlich: Gott ist Alles. Dieses Gebet fördert eine wachsende Überzeugung von Gottes Allheit.

Vor mehr als zwanzig Jahren hatte ich Probleme mit einer Brust, und es kam mir vor, als würde jede Zeitschrift im Supermarkt und jedes Fernsehprogramm über Brustkrebs und die Symptome reden. Ich hatte Angst um meine kleinen Kinder und bat einen Praktiker der Christlichen Wissenschaft, für mich und mit mir zu beten.

Die Praktikerin und ich hatten wundervolle Gespräche und ich war immer sehr inspiriert, bis ein weiteres Symptom auftrat. Obwohl die Symptome physischer Art zu sein schienen, betrachtete ich sie als aggressive mentale Suggestionen – Suggestionen, die sich in Form von Krankheit bemerkbar machten. Diese Suggestionen, die mich als angsterfüllte und kranke Sterbliche darstellten, kamen nicht von Gott, dem göttlichen Gemüt, sondern vom sterblichen Gemüt, der „Gesinnung des Fleisches“, die, so Paulus im Römerbrief, „Feindschaft gegen Gott“ ist (8:7). Und die Suggestion, dass ich irgendwie von Gottes Fürsorge abgeschnitten war, ließ sich als Feindschaft gegen Gott bezeichnen.

Ich hatte in meinem Studium der Christlichen Wissenschaft gelernt, dass solche Suggestionen unserem Denken als substanziell erscheinen, obwohl sie es gar nicht sind – sie kommen nicht von Gott, Liebe, der all-gut ist. Was nicht gut, nicht rein und nicht liebevoll ist, kommt nicht von Gott und hat daher keine Substanz, Wirklichkeit oder Macht.

Eines Tages, als meine Kinder in der Schule waren, war ich am Ende meiner Kräfte. Ich hatte genug davon, Angst zu haben. Ich legte mich aufs Bett und konnte keinen greifbaren Gedanken aus meinen bisherigen Gebeten und Recherchen fassen.

Dann wandte ich mich von ganzem Herzen an Gott und betete das Gebet des Herrn, das sich laut Wissenschaft und Gesundheit „auf alle menschlichen Bedürfnisse erstreckt“ (S. 16). Ich ging es Wort für Wort durch. Als ich Jesu Worte las: „Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel“ und dann die geistige Auslegung: „Befähige uns zu wissen, dass Gott – wie im Himmel so auf Erden – allmächtig, allerhaben ist“, dachte ich, dass etwas, das nicht im Himmel existiert, auch auf Erden nicht existieren kann. Disharmonie kann in der Harmonie nicht existieren. Das Glossar von Wissenschaft und Gesundheit definiert Himmelreich als die „Herrschaft der Harmonie in der göttlichen Wissenschaft; das Reich des unfehlbaren, ewigen und allmächtigen Gemüts; die Atmosphäre des Geistes, in der Seele allerhaben ist“ (S. 590).

Es kam mir vor, als erwachte ich aus einem Alptraum. Ich hatte keine Angst mehr und fühlte mich nicht mehr bedroht. Gott befähigte mich zu wissen, dass Gott – wie im Himmel so auf Erden – allmächtig, allerhaben ist! In den darauffolgenden Tagen verschwanden die Symptome für immer.

Das Gebet des Herrn ist „das Gebet der Seele, nicht des materiellen Sinnes“, und in den hier beschriebenen Begebenheiten wurden die Herrschaft der Harmonie in der göttlichen Wissenschaft und die Allerhabenheit von Seele offenbart. Welch ein grandioses Geschenk Christus Jesus uns gemacht hat!

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Der Herold der Christlichen Wissenschaft ist dazu da, die gute Nachricht zu verkünden, daß Gott tatsächlich Himmel und Erde erfüllt. Als „Herold“ trompetet er die herrlichen Tatsachen des Lebens hinaus — er bringt die Botschaft von der Schönheit und Unschuld des geistigen Universums Gottes. Diese Tatsachen *müssen* berichtet werden. Und wenn freudig, mutig und mit Überzeugung über sie berichtet wird, heilen sie. Sie erlösen. Sie erquicken das Leben.

Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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