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Original im Internet

Die „Logik der Ereignisse“ abwarten

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 10. Januar 2019


Ein Arbeitsplatz ist durch Sanierungsmaßnahmen oder branchenweite Entlassungen gefährdet; in einem anderen Fall werden die beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten durch Vorurteile, Neid oder sexuelle Belästigung blockiert; ein Kleinunternehmer kämpft angesichts steigender Kreditverpflichtungen und eines möglichen Konkurses um das Überleben seiner Firma. In solchen schwierigen Situationen mag Furcht aufkommen, und vielleicht verliert jemand sogar die Hoffnung, dass es einen Ausweg für ihn gibt. Manch einer könnte auch zu dem Schluss kommen, dass nur durch starke menschliche Willensanstrengungen geeignete Lösungen zu finden sind.

Einerseits wird der Mensch durch Hoffnungslosigkeit daran gehindert, die erforderlichen Ziele zu erreichen und seine Verpflichtungen zu erfüllen. Verzweiflung kann sogar genau das bewirken, was man befürchtet. Andererseits besteht die Gefahr, dass man mit menschlichem Willen das Falsche erreicht, weil die falschen Mittel eingesetzt werden. Der menschliche Wille behauptet, dass man alles irgendwie passend machen kann, wenn man sich nur tüchtig und lange genug ins Zeug legt – dass man letztendlich das Notwendige veranlassen kann, um den Arbeitsplatz zu behalten, eine Beförderung zu erreichen oder die Firma zu retten.

Es ist offensichtlich, dass Verzweiflung keine befriedigende Antwort auf die persönlichen Probleme ist. Aber es mag zunächst nicht so klar sein, dass der menschliche Wille genauso wenig zufriedenstellend ist. Seine Wirkungsmöglichkeiten, seine Ansichten, seine Perspektive und seine Fähigkeit sind im Grunde sehr begrenzt, ganz gleich, wie viele Fachkenntnisse oder persönliche Fähigkeiten wir besitzen. Der menschliche Wille kann den göttlichen Willen von sich aus nicht erkennen und kann daher den Segen völlig verfehlen, der sich daraus ergibt, dass wir bei allen Schwierigkeiten rückhaltlos auf Gott vertrauen.

Die Christliche Wissenschaft zeigt, wie Gebet und ein absolutes Gottvertrauen, gestützt auf das geistige Verständnis Seiner herrschenden Gesetze, eine praktische, heilende Lösung bringen kann, die uns den Weg aus der Unruhe oder Krise zeigt, in die wir am Arbeitsplatz, im Beruf oder in der eigenen Firma geraten sind. Dieses geistig fundierte Gottvertrauen ist sowohl ein wichtiger Bestandteil als auch ein wichtiges Ergebnis unseres Gebets. In dem Maße, wie wir Vertrauen in unser Gebet einbringen, erhalten wir eine noch tiefere Überzeugung aus unserem Gebet.

In ihren Werken über die Christliche Wissenschaft spricht Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, manchmal von der „Logik der Ereignisse“. Um in der Lage zu sein, geduldig die Logik der Ereignisse abzuwarten, braucht man zweifellos die feste Überzeugung, dass das Gesetz der göttlichen Bestimmung und Harmonie unser Leben regiert, selbst wenn vorübergehende Umstände gegen die geistigen Tatsachen zu sprechen scheinen. Und dieses Abwarten der Logik der Ereignisse im Gebet beseitigt still die Furcht und ersetzt den fehlgeleiteten Druck und Drang des menschlichen Willens. Auf die Notwendigkeit hinweisend, dass die Christlichen Wissenschaftler weiter für den Weltfrieden beten, schrieb Mrs. Eddy in einer der ersten Ausgaben des Christian Science Sentinel: „Als unser gegenwärtiges Bedürfnis erwähnte ich den Glauben, dass Gott alles lenkt“ (Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 281).

Gewiss kann man auch von diesem Standpunkt aus beten, um Probleme im Berufs- und Geschäftsleben zu lösen. Natürlich wird unser Gebet bewirken, dass wir uns an ethische Geschäftspraktiken halten. Wenn wir dann gemäß unserem höchsten Verständnis von Gottes moralischen und geistigen Geboten leben, können wir geduldig abwarten, bis wir die Logik der Ereignisse erkennen. Wir können sicher sein, dass aus der Herrschaft der göttlichen Weisheit und des göttlichen Gesetzes unvermeidlich Gutes hervorgeht. In dem Maße, wie wir selbstsüchtige menschliche Absichten, Wünsche und Erwartungen dem göttlichen Willen unterordnen, erkennen wir die Beweise der Güte Gottes als gegenwärtige Tatsache in unserem Leben.

Wenn wir – sei’s in bester Absicht – etwas mit menschlicher Willenskraft durchgedrückt haben, kann es sein, dass das Ergebnis für unsere geistige Entwicklung gar nicht das Richtige ist. Dann muss früher oder später die Arbeit noch einmal getan werden, bis Gottes Wille anerkannt und befolgt wird. Es geschieht zwar etwas, wenn man eine Sache mit menschlichem Willen erzwingt. Aber es besteht die Gefahr, dass man die Auswirkungen für eine Heilung hält, dass man eine erzwungene Veränderung der Umstände mit dem benötigten geistigen Wachstum verwechselt. Geistiger Fortschritt ist wahrer Fortschritt und der bleibende Beweis einer Heilung.

In der Christlichen Wissenschaft erkennen wir Gott im Gebet als das eine Gemüt an, als die allerhabene, intelligente Liebe, die den Menschen und das ganze Universum regiert, ordnet und erhält. Dieses Universum ist völlig geistig und offenbart in vollkommener Weise das Wesen und die Absicht des Schöpfers. Als Gottes Idee spiegelt der Mensch seinen Schöpfer vollkommen wider – er spiegelt das unendliche Gemüt, Liebe, Wahrheit, Prinzip wider.

Dieser Mensch der Schöpfung Gottes ist unsere wahre Identität. Wir sind keine hilflos dahintreibenden sterblichen Personen – ohne Richtung, Ziel oder Bestimmung. Wir sind in Wirklichkeit das geistige Gleichnis Gottes, geschaffen, um Ihn zu verherrlichen. Und diese geistige Tatsache schließt unsere gegenwärtige Erfahrung mit ein und gibt uns einen Sinn im Leben, Erfüllung, Freude und Könnerschaft im Dienste Gottes und zum Wohl der Menschheit. Das wurde zweifellos im Leben und Wirken Christi Jesu bewiesen, der uns das höchste Beispiel dafür gegeben hat, was es bedeutet, die eigene Beziehung zu Gott zu verstehen.

Wenn unser Gebet geistig ausgerichtet ist – auf die göttliche Wirklichkeit und den Platz, den wir darin haben –, dann warten wir mit Verständnis und voller Vertrauen die „Logik der Ereignisse“ ab. Wir lauschen mit dem geistigen Sinn, warten darauf, dass Gott uns den Weg zeigt, der Seinem geistigen Schöpfungsauftrag am besten entspricht. Dann werden wir alles in unseren Kräften Stehende tun, um diesem Weg zu folgen.

Niemals nehmen wir Misserfolg, Unzulänglichkeiten oder Begrenzungen als unausweichlich hin. Vielmehr erkennen wir an, dass wir geistig wachsen müssen und dass das Gute unvermeidlich ist – weil wir Gott lieben.

Eines der mächtigsten geistigen Gesetze, die wir in der Bibel finden, lautet ganz einfach: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind“ (Römer 8:28). Das ist ein Gesetz, auf das wir uns verlassen können. Es ist ein Gesetz, das uns versichert, dass es sich immer lohnt abzuwarten, wie „Gott alles lenkt“ – im Geschäftsleben, in unserer beruflichen Laufbahn, in allen Lebenslagen.

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– Otto Bertschi, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1968 

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