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Erneuerung heute erleben

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 4. Januar 2019


Das Thema Erneuerung zieht sich durch das ganze Neue Testament. Der Verfasser des Briefes an die Epheser schreibt, dass die Leser oder Hörer des Briefes den alten Menschen ablegen, sich im Geist ihrer Gesinnung erneuern und dann den neuen Menschen anziehen sollen, der nach Gott in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit geschaffen ist (siehe Epheser 4:22–24). Christus Jesus erklärte Nikodemus, wie wichtig es ist, von Neuem geboren zu werden (siehe Johannes 3:1–15). Andere, wie Zachäus, erlebten durch Jesus eine moralische Wiedergeburt (siehe Lukas 19:1–10). Und natürlich verkörperte Jesus das Konzept der Wiedergeburt in seiner Auferstehung.

Eine geistige Erneuerung wird von einer grundlegenden Wahrheit über Identität untermauert und gestützt: Identität ist nicht biologisch, organisch oder materiell, sondern rein geistig, heilig und besteht vollkommen und auf ewig im Gemüt, Gott. Wahre Individualität existiert in der Heiligkeit von Gottes Gegenwart und wird nie aufgebraucht; sie erneuert sich von selbst und ist immer frisch. Sie kann nie unvollkommen werden. Daher ist der Einzelne kein menschliches Gemüt samt Körper und somit Abbau, Alterung oder Verfall ausgesetzt, sondern ständig neuwertig, „selbsterneuernd“, ein Ausdruck des immergrünen Lebens, Gottes, und Seiner Güte.

Wir lesen in den Psalmen: „[Der Herr] hat zu mir gesprochen: ‚Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt‘“ (2:7). Mary Baker Eddy schrieb über den Menschen als die wahre Identität eines jeden von uns: „Dies Gemüt [Gott] nun ist dem Wachstum, Wandel oder Schwund nicht unterworfen, sondern es ist die göttliche Intelligenz oder das Prinzip allen wirklichen Seins, das den Menschen immerdar im rhythmischen Kreislauf sich entfaltender Seligkeit hält, als einen lebendigen Zeugen und als ewige Idee des unerschöpflichen Guten“ (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 82).

Das Alte und das Neue Testament versprechen eine Erneuerung, die weit über ein Auffrischen eines menschlichen Verständnisses der Dinge hinausgeht. Wenn die Bibel sagt: „Sieh, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21:5), dann bedeutet das nicht: „Ich mache alles neu, bis es wieder alt wird.“ Es bedeutet vielmehr: „Ich mache ewiglich alles neu!“ Das zeigt nicht nur eine vorübergehende Änderung der Umstände an, sondern ein echtes Höherschreiten im Bewusstsein, eine beständige, leuchtende, geistige Sichtweise, die nie verdunkelt werden kann.

Warum ist Erneuerung notwendig? Ist das Altwerden nicht Teil der Natur, uns und die Welt um uns eingeschlossen?

Die Schriften von Paulus weisen auf eine kosmische Veränderung hin, die durch Jesu Auferstehung hervorgerufen wurde. Das Bewusstsein vom Leben als begrenzt, degenerierend, egoistisch und alternd hatte somit keinen Platz im menschlichen Dasein. Die natürliche Welt sollte dauerhaft umgewandelt und erneuert werden (siehe Römer 8:18–25).

Wie wirkt sich diese kosmische Veränderung auf die menschliche Erfahrung des Einzelnen aus? Erneuerung findet statt, wenn wir bessere Menschen werden, selbstloser, liebevoller, wohltätiger und großzügiger uns selbst und anderen gegenüber. Wir können immer mehr dieser Eigenschaften ausdrücken, denn sie sind keine persönlichen Attribute, sondern existieren unendlich und unerschöpflich in der göttlichen Liebe, der einzig wahren Quelle unseres Seins und Charakters.

In Wahrheit ist der einzig mögliche Zeitpunkt für Erneuerung der jetzige Augenblick

Erneuerung findet außerdem statt, wenn wir erkennen, dass irrige Eigenschaften des Denkens nicht zu unserem wahren Sein als Gottes Kinder gehören. Es mag Standhaftigkeit und Selbstlosigkeit erfordern, um Egoismus, Gedankenlosigkeit und Hass als uns fremd auszuräumen. Doch solche Eigenschaften altern von Natur aus; sie werden als unerwünscht und unangemessen erkannt und verschwinden, denn sie haben kein zugrundeliegendes Prinzip – keinen unendlich guten Gott, der sie geschaffen haben könnte.

Eine Freundin erzählte mir einst, dass sie die Stelle in der Offenbarung: „Sieh, ich mache alles neu!“ auf einmal ganz anders las, nämlich so: „Sieh, ich mache alles jetzt!“ In Wahrheit ist der einzig mögliche Zeitpunkt für Erneuerung der jetzige Augenblick. Nur in diesem Augenblick, nicht zu einem reuevollen Zeitpunkt in der Vergangenheit und auch nicht irgendwann in der Zukunft, können wir unser Leben Gott, der unwiderstehlichen göttlichen Liebe, neu verschreiben. Nur in diesem Augenblick können wir den Glauben fallen lassen, dass wir von Gott getrennt und Disharmonie ausgesetzt sind. Wir können nur jetzt unsere höchstmögliche Berufung beanspruchen – die unserer vollkommenen geistigen Individualität, als die Gott uns erschaffen hat.

Ein guter, inzwischen verstorbener Freund hat mich durch seine Fähigkeit inspiriert, Erneuerung zu erleben. Als seine Ehe geschieden wurde, überwand er seine Traurigkeit fast augenblicklich, war dankbar für das Gute, das er während der Ehe erlebt hatte, und öffnete sich für frische und neue Möglichkeiten des Lebens. Kurz darauf lernte er auf unerwartete Weise eine neue Frau kennen, und sie heirateten bald darauf. Sie passten gut zusammen und ergänzten sich ausgezeichnet in ihrer Arbeit. Jahre später verstarb die Frau meines Freundes. Auch diesmal war er dankbar für das Gute, das er während der Ehe erlebt hatte, und öffnete sich für neue Möglichkeiten, Gott und anderen zu dienen. Kurz darauf lernte er eine weitere Frau kennen, mit der er wiederum eine glückliche, produktive Ehe führte. Sie liebten einander, waren sich in ihren höheren Zielsetzungen einig und hatten denselben Humor. Durch all diese verschiedenen Erfahrungen war mein Freund immer dankbar und erwartete nur Gutes; er brachte seine Liebe zu Gott und anderen auf immer neue Weise zum Ausdruck.

Die geistige Disziplin, uns von Gott, dem unendlichen Geist, jetzt erneuern und neu machen zu lassen, ist eine lebenslange Aufgabe. Und wenn wir erneuert werden, lassen wir alle anderen an diesem frischen, freien Bewusstsein teilhaben. Auf diese Weise tragen wir zur dauerhaften Erneuerung unserer Mitmenschen und der Welt als solcher bei.

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Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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