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Gottes Vater-Mutter-Liebe hilft uns, christliche Heiler zu sein

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 24. Mai 2019


Christus Jesus verhieß, dass alle, die seine Lehre verstehen und treu befolgen, fähig sind, die Werke zu tun, die er tat, und noch größere Werke zu tun. Diese Verheißung mag uns unerreichbar erscheinen, bis wir betrachten, wie er die Verheißung abschloss: „denn ich gehe zum Vater“ (siehe Johannes 14:12).

Jesus wandte sich beständig im Gebet an seinen Vater, Gott. Er ließ sich demütig von der göttlichen elterlichen Liebe führen und war seiner geistigen Identität als der Christus, der Sohn Gottes, treu. Das befähigte ihn, seine mächtigen Heilungswerke zu vollbringen und seine irdische Mission zu erfüllen: Gottes rettende Liebe für die ganze Menschheit zu demonstrieren.

Entscheidend für christliche Heiler ist somit, sich von der göttlichen Liebe wie von einer Mutter oder einem Vater führen zu lassen – freudig vom göttlichen Vater zu lernen, wie unsere wahre Natur als Seine Kinder aussieht, und in unserer Fähigkeit zu wachsen, Gott, uns selbst und anderen treu zu sein.

Jesus stellte ein Kind vor sich und sagte seinen Jüngern: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, dann werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen“ (Matthäus 18:3). Im Himmelreich – das überall ist – regiert Gott erhaben. Und wenn wir wie Gottes Kinder leben, unter der weisen und kompetenten Führung unseres Vater-Mutter-Gottes, können wir so an geistiger Reinheit und Reife zunehmen, dass wir die heilende Macht des Christus, von Wahrheit und Liebe, erlernen und ausüben.

Mary Baker Eddy, die Entdeckerin der göttlichen Wissenschaft des Christus, drückt es so aus: „Um alle Aussprüche unseres Meisters zu verstehen, wie sie im Neuen Testament aufgezeichnet sind, Aussprüche von unendlicher Wichtigkeit, müssen seine Nachfolger zu der Größe des Menschseins in Christus Jesus heranwachsen, wodurch sie befähigt werden, die geistige Bedeutung seiner Worte auszulegen. Dann wissen sie, wie Wahrheit den Irrtum austreibt und die Kranken heilt“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 350).

Wir müssen also zu Gottes unschuldigen „Kindern“ werden und uns von Gott zu geistiger Reife erziehen lassen. Doch wie sieht Gottes Erziehung aus?

Ein Teilnehmer einer Radiosendung zum Thema Erziehung sagte, dass Gott das schlimmste Beispiel von Erziehung sei, da Seine Kinder Ihm sofort ungehorsam waren. Hm! Das spricht von Unverständnis Seiner wahren Natur. Will man Gottes Erziehung verstehen, so muss man Sein wahres Wesen als göttliche Liebe verstehen. Dann wenden wir uns gern Seiner liebevollen Fürsorge und Führung zu und gehorchen Ihm fröhlich.

Der Bibel zufolge ist Gott unendlicher Geist, ewiges Leben, unfehlbare Wahrheit und unwandelbare Liebe. Gottes Ebenbild, das im und vom unendlichen Geist existiert, muss geistig, unsterblich, vollkommen sein und stets unvoreingenommene, universale Liebe zum Ausdruck bringen. Diese wahre Identität – die wir alle auf unzählige individuelle Weise ausdrücken – birgt somit keine materiellen, sterblichen, unvollkommenen oder lieblosen Bestandteile in sich. Als Gottes Ebenbild ist jeder von uns als vollständiges Ebenbild unseres Schöpfers ständig mit geistiger Reife ausgestattet. So kennt, sieht und liebt Gott uns – auch wenn wir selbst uns durch die materiellen Sinne als unvollkommene Sterbliche sehen.

Gott erweckt uns zu unserer wahren Identität durch Christus, die Wahrheit, die Jesus lebte. Christus spricht zu unserem Bewusstsein und versichert uns, dass wir von Gottes erlösender Liebe umfangen sind. Wir können fühlen, wie Gottes Liebe uns führt, wenn wir mit freudiger Empfänglichkeit für Gottes Botschaft beten und uns Seiner liebevollen Fürsorge und Leitung fügen. Wenn wir das tun, wachsen wir „zu der Größe des Menschseins in Christus Jesus [heran], wodurch [wir] befähigt werden, die geistige Bedeutung seiner Worte auszulegen“ und zu wissen, „wie Wahrheit den Irrtum austreibt und die Kranken heilt“.

Alles, was wir für unser geistiges Wachstum wissen müssen, kommt verlässlich von Gott: Liebe, Trost, Ermutigung, horizonterweiternde Gelegenheiten, Heilung, Geduld, Vergebung und vieles mehr. Doch wir müssen uns regelmäßig innerlich von menschlichem Stolz, unseren Alltagspflichten und Befürchtungen abwenden, um auf die geistigen Ideen und die Führung zu lauschen, die uns täglich von unserem Vater-Mutter-Gott gegeben werden, und sie tief in uns aufnehmen.

Es mag Zeiten geben, wo wir uns dagegen auflehnen, menschlichen Willen und liebgewonnene Wünsche aufzugeben, die uns unerreichbar erscheinen. Doch so wie Jugendliche aufhören müssen, gegen die in Liebe verwurzelte Forderungen der Eltern zu rebellieren, ist es für unser geistiges Wachstum unerlässlich, uns nicht mit rebellischer Ungeduld aufzuhalten. Schließlich ist der Christus, der Ausdruck von Gottes väterlicher und mütterlicher Liebe, hier, damit wir uns Gottes offenen Armen zuwenden und um uns zu zeigen, wie wir Gottes heilende Liebe geduldiger ausdrücken.

Die Pharisäer sagten Jesus einst, dass Herodes ihn töten werde, wenn er nicht verschwindet. Doch statt zu gehen, brachte er mutig seine große Liebe zu allen zum Ausdruck und spiegelte damit die Liebe von Gott in ihm wider. Er klagte: „Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!“ (Lukas 13:34). Doch, wie Christus Jesus es so mitfühlend zum Ausdruck brachte: Gott liebt uns auch, wenn wir rebellieren. Die göttliche Liebe steht bereit, um uns geborgen zu halten, zu berichtigen, zu heilen, zu erlösen und umzuwandeln.

Gott ist außerdem für uns da, wenn wir ratlos und besorgt über einen uns nahestehenden Menschen sind. Ich weiß noch, wie ich einmal außer mir war vor Sorge über eines meiner Kinder. Doch als ich innehielt, um still um Gottes Führung zu beten, zeigte sich, dass derselbe liebevolle Vater-Mutter-Gott, der mich liebhatte, auch für mein Kind bereitstand. Ich fühlte mich getröstet, beruhigt und versichert, dass alles in Ordnung kommen würde. Innerhalb weniger Stunden traf dieses Kind eine weise Entscheidung und die problematische Situation löste sich auf.

Gottes Führung ist genau das, was christliche Heiler brauchen. Sie befähigt uns, mit Gottes heilender Liebe zärtlich für alle Gotteskinder – unsere Brüder und Schwestern – zu sorgen.

Barbara Vining
Chefredakteurin

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Michael Pabst, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Februar 1997 

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