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Original im Internet

Heilungen durch mentale Chirurgie

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 29. August 2019


Im Alter von etwa 24 Jahren stieß ich beim Lesen einer christlich-wissenschaftlichen Zeitschrift auf den Begriff „mentale Chirurgie“. Im Gebet versuchte ich zu verstehen, was das genau bedeutet und wie es funktioniert. Schließlich kam mir der Gedanke, dass es sich bei mentaler Chirurgie um eine exakte, messerscharfe Abgrenzung zwischen dem Wirklichen und Unwirklichen, zwischen dem geistigen und sterblichen Menschen, zwischen Geist und Materie handelt. Beim Schlafengehen dachte ich immer noch darüber nach, wie wichtig beständige Wachsamkeit in Bezug auf die Scheidelinie zwischen der Allheit des Geistes und der Nichtsheit der Materie ist.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, bemerkte ich, dass ein Splitter, der seit meiner Kindheit in meinem Handgelenk gesteckt und sich gelegentlich entzündet hatte, ganz natürlich von selbst herausgekommen war. Als ich den Splitter, der auf meinem Kopfkissen lag, anfassen wollte, zerfiel er buchstäblich zu Staub. Die Öffnung an meinem Handgelenk heilte schnell zu und es gab daraufhin keinerlei Entzündung mehr in diesem Bereich.

Kürzlich stolperte ich auf dem Weg zum Sonntagsgottesdienst über den Randstein und segelte gut einen Meter weit durch die Luft, bevor ich auf meinem Gesicht, auf einer Hand und dem Arm landete.

Noch während des Sturzes fiel mir dieser Hinweis aus Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift ein: „Unfälle sind Gott oder dem unsterblichen Gemüt unbekannt, und wir müssen die sterbliche Grundlage des Glaubens verlassen und uns mit dem einen Gemüt vereinen, um die Vorstellung von Zufall in die richtige Auffassung von Gottes unfehlbarer Führung umzuwandeln und dadurch Harmonie hervorzubringen. Unter der göttlichen Vorsehung kann es keine Unfälle geben, weil es in der Vollkommenheit keinen Raum für Unvollkommenheit gibt“ (S. 424).

Ich erklärte, dass es „keine Unfälle gibt“, weil Gott allgegenwärtig ist. Da Er vollkommen ist, kann nichts Unvollkommenes oder Ihm Unähnliches gegenwärtig sein. Sogar schon beim Fallen hatte ich das Gefühl beschützt zu sein, und als ich auf dem Gehweg aufschlug, verspürte ich keine Angst. Ich wusste aus Erfahrung, dass ich Gott vertrauen konnte, mir diesmal genauso zu helfen, wie Er es schon so viele Male in der Vergangenheit getan hatte.

Mehrere Kirchenordner halfen mir auf die Beine. Erst wollte ich meinen Ordnerdienst, für den ich eingeteilt war, ausfallen lassen. Doch nachdem ich mich gesetzt hatte, kam mir der Gedanke: „Wenn du wirklich verstehst, was du da behauptest – nämlich dass es keine Unfälle gibt –, dann solltest du doch deinen Dienst verrichten.“ Ich tat, was ich zu tun hatte, erfreute mich am Gottesdienst und war dann mit Hilfe meiner Frau in der Lage, ins Auto zu steigen und die Heimfahrt anzutreten.

Als mir meine Frau zu Hause aus dem Jackett und dem Hemd half, wurden drei Bruchstellen an meinem Arm und eine ausgekugelte Schulter sichtbar. Außerdem sah es so aus, als wären drei Knöchel an der einen Hand gequetscht. Mein Gesicht war unverletzt, obwohl es hart auf dem Gehweg aufgeschlagen war.

Ich rief einen Praktiker der Christlichen Wissenschaft an und bat ihn um Beistand durch Gebet. Und ich betete selbst weiter und folgerte von der Basis aus, dass ich keine gebrochenen Knochen und Verrenkungen zu heilen hatte, sondern aus der hypnotischen Suggestion erwachen musste, dass es jemals einen Unfall gegeben hatte. Ich verstand, dass meine Beziehung zu Gott ungebrochen ist, und weigerte mich, diese mentale Festung zu verlassen. Ich hielt an der logisch zwingenden Schlussfolgerung und geistigen Tatsache fest, dass ich genau in dem Moment vollkommen in Ordnung, heil und gesund war. Ich wartete nicht darauf, dass die Knochen in Ordnung kämen – ich erkannte meine Ganzheit schon vorher an, weil ich wusste, dass ich im Reich Gottes, in Seiner Allgegenwart, lebe. Mir kam nie der Gedanke an einen chirurgischen Eingriff oder an irgendeine andere Form von materieller Medizin.

Innerhalb einer Stunde war der Knochen am Handgelenk wieder an seinem richtigen Platz. Kurz darauf geschah das Gleiche mit dem Knochen am Oberarm. Einige Stunden später, als meine Frau sich in der Küche am anderen Ende unseres Hauses aufhielt, kam sie herüber und fragte: „Was war denn das für ein knallendes Geräusch?“ Ich hatte sie gerade dasselbe fragen wollen.

Zu unserem Erstaunen stellten wir gleichzeitig fest, dass der dritte Bruch, der sich zwischen Handgelenk und Ellbogen befand, jetzt auch richtig eingerichtet war. Es gab keine weitere Genesungsphase diese drei Brüche betreffend.

Einige Tage später merkte ich beim Duschen, dass ich die Schulter, die ausgekugelt gewesen war, ganz normal bewegen konnte. Ich weiß bis heute nicht, wann sie sich wieder eingerenkt hat.

Trotz aller Vorhersagen wohlmeinender Freunde, dass sich die Knöchel in meiner Hand versteifen würden und ich dann die Finger nicht mehr würde gebrauchen können, sahen diese innerhalb kurzer Zeit wieder normal aus. Bis heute benutze ich die Hand genauso wie vor dem Sturz.

Was mir dabei half, in so kurzer Zeit allein durch die Christliche Wissenschaft geheilt zu werden, war eindeutig der Gedankenzustand, den ich mir bewahrte: „Ich bin jetzt das Kind Gottes. Ich werde keine Suggestion des Bösen hegen, die mich an meiner Beziehung zu meinem Vater-Mutter-Gott zweifeln lässt, und dieses Christus-Bewusstsein werde ich strikt als mein einziges Bewusstsein aufrechterhalten.“ Ein Vers aus Jesaja hat mir schon immer Trost gegeben: „Dem festen Sinn erhältst du Frieden; Frieden, weil er dir vertraut“ (26:3).

Als ich als junger Mann die heilende Macht der Christus-Wissenschaft verstehen lernte und dieses wunderbare Erwachen zu meinem wahren, geistigen Selbst erlebte, war ich tief dankbar, und ich fragte mich: „Wie kann ich jemals genug Dankbarkeit für Mary Baker Eddys Vermächtnis zum Ausdruck bringen?“ Damals wurde mir klar, dass ich diese Schuld der Dankbarkeit für das, was ich lernte und was ich auch weiterhin über Gott und meine Beziehung zu Ihm lerne, dadurch begleiche, dass ich mein Leben so weit wie möglich in Übereinstimmung mit meinem wachsenden Verständnis von den Lehren der Christlichen Wissenschaft lebe. Ein falsches Selbstbild zu opfern und Tag für Tag, Augenblick für Augenblick, einen besseren Begriff von meiner in der Herrlichkeit und Harmonie der Ewigkeit begründeten Identität zu gewinnen, das ist die Krone auf meinem Kreuz.

William D. Ansley
Topeka, Kansas, United States

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Michael Pabst, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Februar 1997 

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