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Original im Internet

Kein Echo

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 10. Juni 2019


Oma war zu Besuch. Sie fragte mich, was ich mal werden wollte. „Eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft, so wie du!“, antwortete ich. Das bedeutet, dass sie anderen durch Gebet half, wenn sie darum gebeten wurde. Sie verstand, wie Gebet heilt, und ihr Name war im Christian Science Journal aufgeführt. (Ein Verzeichnis deutschsprachiger Praktiker findest du im Herold der Christlichen Wissenschaft.) Oma lächelte und sagte, dass ich nicht warten musste, bis ich groß bin, um zu lernen, wie man eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft ist. „Du kannst jetzt damit anfangen“, sagte sie.

Ich muss ein überraschtes Gesicht gemacht haben, denn sie bat mich, meine „Bücher“ zu holen (sie meinte die Bibel und Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy – ich hatte meine eigenen). Das tat ich, und sie zeigte mir das Kreuz und Krone-Siegel vorne auf Wissenschaft und Gesundheit, auf dem etwas steht, was Jesus gesagt hat: „Heilt die Kranken, weckt die Toten auf, reinigt die Aussätzigen, treibt die Dämonen aus“ (siehe Matthäus 10:8). Dann zeigte sie mir eine Stelle in Wissenschaft und Gesundheit, wo Mrs. Eddy sagt, dass Kinder auch heilen können (siehe Seite 37, Zeile 23–27).

„Was du jetzt von Gott weißt, reicht, um zu heilen“, sagte sie mir. „Aber du musst es wissen und nicht nur sagen. Ein Echo wiederholt die Worte, doch du musst verstehen, was die Worte wirklich bedeuten, und das heilt.“ Dann fragte sie mich: „Und was weißt du über Gott?

Das war einfach. „Er ist Liebe. Das weiß ich.“ (Das war das Erste, was ich in der Sonntagsschule gelernt hatte.) „Und Er ist überall.“ Ich hätte noch mehr sagen können, aber Oma unterbrach mich.

„Selbst das ist genug, um zu heilen, so allmächtig ist Gott“, sagte sie. „Aber du musst das wissen, nicht nur nachreden. Denke darüber nach, was das für dich bedeutet. Denke ständig daran und zeige durch dein Verhalten, dass du weißt, dass Gott allmächtig ist. Dann wirst du eine gute Heilerin sein und nicht nur ein Echo.“

An dem Abend spielte ich vor dem Schlafengehen Sonntagsschule. Ich setzte meine Puppen im Halbkreis um mich auf den Boden und zeigte ihnen das Kreuz und Krone-Siegel auf Wissenschaft und Gesundheit. Ich sagte ihnen alles, was Oma mir gesagt hatte, und erzählte ihnen von Gottes Liebe und Fürsorge für Seine Schöpfung und dass sie nie in einer Schwierigkeit sein konnten, bei der Gott nicht bei ihnen war und half.

„Also“, sagte ich, „wenn ihr Angst habt oder krank oder traurig seid, könnt ihr ganz ruhig sein und wissen, dass Gottes Liebe so viel größer ist als all das! Und wenn ihr Gott mehr liebt und vertraut als alles andere und versteht, dass Er alle Seine Kinder gut und vollkommen gemacht hat wie Er selbst ist, dann müsst ihr nicht mehr ängstlich oder krank oder ungehorsam sein. Denn wenn ihr wisst, was wirklich wahr ist, kommt die Heilung. Denkt daran, ihr seid kein Echo, sondern Heiler.“ Mama hörte mich, und als sie mir später Gute Nacht sagte, meinte sie, dass ich eine gute kleine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft war.

Doch als ich ein paar Tage später in der Schule war, ging es mir gar nicht gut, und meine Lehrerin schickte mich zur Schulschwester. Die Schwester rief meine Mutter an, damit sie mich abholte. Ich hörte sie sagen, dass ich Scharlach hatte.

Das war meine große Gelegenheit zu heilen! Auf dem Weg nach Hause sang Mama mir ein Lied über Gottes „holde Gegenwart“ vor. (Das war Lied Nr. 207 aus dem Liederbuch der Christlichen Wissenschaft, und die Worte sind von Mrs. Eddy.) Als wir zu Hause ankamen, legte ich mich mit meiner Bibel und Wissenschaft und Gesundheit ins Bett und bemühte mich, Gottes „holde Gegenwart“ zu spüren, aber ich schien nicht sehr weit zu kommen. Oma kam zu Besuch und umarmte mich ganz fest, aber ich weinte. „Ich dachte, ich kenne Gott, aber ich bin nur ein Echo“, sagte ich.

„Nein, du bist nicht nur ein Echo“, sagte sie mit Bestimmtheit. „Du bist Gottes Kind. Du verstehst Gott. Und jetzt ist die Zeit zu wissen, dass du Ihn verstehst.“ Sie erklärte: „Du kannst Gott verstehen, denn Er ist göttliches Gemüt. Er ist hier und gibt dir jeden Gedanken, den du brauchst, um getröstet und stark zu sein.“ Oma war sich immer Gottes Liebe so sicher. Man erkannte es an ihrem Gesicht und ihrer Stimme und in allem an ihr. Und da fühlte ich Gottes Liebe auch und war getröstet.

Gott erlaubt dir, Ihn zu kennen“, sagte Oma. „Alles, was du in der Bibel über Ihn gelernt hast – dass Er jetzt hier ist, dass Er allmächtig und alles Gute ist –, all diese Wahrheit hat Gott dir gegeben. Gottes Wahrheit heilt. Und alles andere ist eine Lüge und hat nicht die geringste Macht.“

Bevor Oma ging, zeigte sie mir diesen Bibelvers: „Gott ist in ihrer Mitte, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen“ (Psalm 46:6).

„Das ist etwas, das Gott dir hier und jetzt verspricht“, sagte sie mir. „Gott hilft dir zu wissen, dass Er dich für immer gut und vollkommen erschaffen hat.“ Dann tätschelte sie meine Hand und sagte: „Denk mal darüber nach.“

Das tat ich. Ich fühlte mich ganz ruhig und froh zu wissen, dass Gott immer da ist, wo ich bin. Ich wusste, dass ich „fest bleiben“ konnte – ich konnte Seine Liebe immer spüren. Und „früh am Morgen“ konnte doch auch „jetzt“ sein. Ich weiß noch, dass ich mit den Gedanken über Gottes liebevolle Fürsorge für alle Seine Kinder einschlief.

Am nächsten Morgen ging es mir gut und ich wollte zur Schule gehen. Doch Mama erklärte, dass das nicht ging, weil es bei dieser Krankheit gesetzlich vorgeschrieben ist, einige Tage zu Hause zu bleiben. Obwohl ich nicht mehr krank war, folgte ich dem Gesetz und blieb zu Hause. Meine Lehrerin schickte mir die Hausaufgaben und ich machte sie. Meine Mutter und ich backten Plätzchen und nach der Schule telefonierte ich mit meiner Freundin Janice.

Und ich spielte mit meinen Puppen Sonntagsschule. Ich brachte ihnen das bei: „Ich habe etwas Wichtiges über das Heilen gelernt. Wenn man manchmal genau wissen will und muss, dass Gott alles ist, kann es einem nur wie Wörter vorkommen. Wenn das passiert, könnt ihr sofort aufhören und wissen, dass die Wahrheit, die ihr in der Bibel über Gott gelernt habt, von Gott kommt! Natürlich ist sie wahr, und ihr könnt beweisen, dass die Wahrheit wahr ist.

Denkt daran, bei Gott zu bleiben – Gott zu kennen und zu vertrauen und die ganze Zeit zu lieben. Dann fühlt ihr Gottes Liebe bei euch – und Gottes Liebe heilt. Woher weiß ich das? Oma hat es mir gesagt, und ich habe es gerade selbst bewiesen.“

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Die Mission des Herold

Mrs. Eddys göttlich inspirierte Erklärung der Mission des Herolds der Christlichen Wissenschaft, der im Jahre 1903 gegründet wurde, ist zu einem Symbol für die weltumfassenden Tätigkeiten der christlich-wissenschaftlichen Bewegung geworden. Ihre Worte erscheinen als Inschrift an der Vorderseite der Christlich-Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft. Sie lauten: „Die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden.“ Der Herold ist ein greifbarer Ausdruck des Wunsches unserer Führerin, die unschätzbare Kenntnis der Wissenschaft des Lebens an die ganze Menschheit weiterzugeben. Sie erkannte, dass der Tröster „zur Heilung der Völker“ gekommen war.

– Alfred F. Schneider, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, September 1977

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