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Original im Internet

Physische Heilung und Errettung von Sünde

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 31. Januar 2019


Als einer meiner Söhne in der Grundschule war, hörte ich, dass sein Freund an etwas erkrankt war, das als ernst und möglicherweise unheilbar galt. Ich rief die Mutter an, um meine Zuneigung und Hilfsbereitschaft auszudrücken. Da sie eine tiefgläubige Christin ist, sprach ich die Möglichkeit einer Behandlung in der Christlichen Wissenschaft an. Ihre Reaktion überraschte mich – und betrübte mich für den unschuldigen Jungen. Sie lehnte es energisch ab mit den Worten, dass Krankheit und Leiden Gottes Weg waren, ihren Sohn vor Sünde zu bewahren.

Dennoch verstand ich, dass sie sich auf Jesu Mission bezog, die Paulus laut 1. Timotheus so definierte: „Das Wort ist gewiss wahr und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um die Sünder zu retten, unter denen ich der erste bin“ (1:15).

Wir identifizieren uns so sehr mit Sünde und Leid, dass wir uns als menschlich und schwach betrachten. Doch die Wissenschaft des Christus – das göttliche Gesetz Gottes, das Jesus demonstrierte – hat offenbart, dass Gott jeden als Sein reines geistiges Bild und Gleichnis erschaffen hat und aufrechterhält, untrennbar von Ihm und Seiner liebevollen Fürsorge. Gott schickt der Menschheit keine Krankheit, und nicht jede Krankheit beruht auf Sünde. Dementsprechend heilte Jesus während seiner Mission, die Menschen von Sünde zu erlösen, auch die Kranken, indem er ihre gottgegebene und von Gott aufrechterhaltene Identität verstand und liebte. Und er wies alle seine Nachfolger an, die Kranken auf diese Weise zu heilen.

Jesu Jünger Ananias heilte beispielsweise Paulus von Blindheit – denselben Paulus, der Jesu Nachfolger verfolgt, verhaftet und brutaler Gewalt unterzogen hatte. Das war wichtig, denn Paulus wurde blind, als die Helligkeit von Christi Liebe sein verdunkeltes Bewusstsein aufrüttelte. Die Heilung fand statt, indem Ananias Paulus mit Gottes erlösender Liebe umfing. Gleichzeitig wandelte diese Liebe, von Ananias zum Ausdruck gebracht, Paulus’ Charakter um und befähigte ihn, seine eigene bemerkenswerte christliche Mission zu erfüllen – zu der auch gehörte, die Kranken zu heilen. Das war ein positiver Beweis dafür, dass die Sünde selbst machtlos ist; sie hat keinen Zugriff auf die Identität eines Menschen als Gotteskind – keine Fähigkeit, jemanden von Gott zu trennen.

Heilung demonstriert, dass Gott uns in unserer natürlichen Reinheit liebhat. Wenn Menschen diese Liebe spüren, fühlen sie sich würdig; und wenn sie sich würdig fühlen, sind sie viel offener dafür, Fehler einzugestehen und sich zu bessern. Jesus verstand dies. Er setzte sich sogar mit „Zöllnern und Sündern“ zu Tisch und wurde mit der Selbstgerechtigkeit und Heuchelei seiner Kritiker konfrontiert. Und seine Antwort? „Die Gesunden brauchen den Arzt nicht, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße“ (Lukas 5:30–32).

Jesus wusste, dass Sünde auf eine Art Krankheit hindeutet – eine Krankheit des Herzens und der Seele –, und als Gegenmittel empfahl er, Gott von ganzem Herzen und ganzer Seele zu lieben (siehe Matthäus 22:37) und einander so zu lieben, wie Gott uns liebt. Betrachten wir das einmal näher. Würde man Jesu Lehren nicht viel eher Glauben schenken – und sich von Sünde befreien lassen –, wenn man die Liebe Gottes um sich spürte und durch diese Liebe von körperlichen Leiden befreit würde?

Mary Baker Eddy las in ihrer Kindheit mit Interesse in der Bibel und liebte und befolge Jesu Lehren. Sie fand gelegentlich Linderung von Krankheit für sich selbst und heilte andere und sogar Tiere durch ihre Gebete. Dennoch war sie häufig krank – bis sie im Alter von fünfundvierzig Jahren von einer lebensgefährlichen Krankheit geheilt wurde, als sie wieder einmal über Jesu Heilungen in der Bibel nachdachte. Sie erhaschte einen Schimmer vom göttlichen Gesetz der Liebe, die diesen Heilungen zugrunde lag. Von da an erfreute sie sich guter Gesundheit. Sie hatte ein erfülltes Leben voll beachtlicher Errungenschaften.

Das, was Mrs. Eddy dort und fortwährend bei ihrer tiefgehenden und hingebungsvollen Suche in der Bibel lernte, versetzte sie in die Lage, andere zu heilen, indem sie Jesu Lehren befolgte, und ihren Schülern das Heilen beizubringen. Als sie verlässliche Beweise hatte, schrieb sie Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, das Menschen seit seinem Erscheinen im Jahr 1875 heilt und charakterlich verbessert. Diejenigen, die durch das Studium dieses Buches geheilt werden – mich eingeschlossen –, erlangen weiterhin körperliche Heilung für sich und andere. Doch am Ende schätzt man die Umwandlung des eigenen Charakters, die dieses geistige Verständnis von Gott und dem Menschen mit sich bringt, oft noch mehr als die körperliche Heilung selbst.

Ja, körperliche Heilungen sind sehr wichtig in der Praxis der Christlichen Wissenschaft, doch sie sind nicht der wichtigste Teil. Mrs. Eddy sagt sehr klar: „Was die Christliche Wissenschaft mit allem Nachdruck anstrebt, ist das Heilen von Sünde ...“ (Grundzüge der Göttlichen Wissenschaft, S. 2).

Durch die Freiheit von Leid, die eine körperliche Heilung mit sich bringt, zeigt sich die Liebe Gottes auf fühlbare Weise. Das ist der Beweis, dass Gott Liebe und Wahrheit ist und dass der Mensch (also jeder) in seiner geistigen Identität als Gottes Widerspiegelung erschaffen und auf ewig erhalten wird. Und diese geistige Identität verkörpert nichts als reine, sündlose Güte, die wir als Heilung erfahren und aufrichtig und engagiert fröhlich erleben können. Jesus ist gekommen, um uns genau das durch seine Liebe, Lehren und Heilungen zu offenbaren. Er sah – erkannte – geistige Reinheit als die wahre Natur jedes Menschen. Die reine Liebe Gottes, die Jesus widerspiegelte, heilte körperliches Leid und erweckte und erlöste Herz und Seele von Sünde.

Diejenigen, die Jesus dafür kritisierten, dass er mit „Sündern“ aß, sahen diese Menschen nicht wie Jesus in ihrer wahren Identität. Jesus verschloss nicht die Augen vor ihren Sünden, sondern er sah und liebte das, was wirklich auf jede Person zutraf.

Das Gefühl, in der Christus-Liebe geborgen zu sein, die über den fehlerhaften menschlichen Charakter hinaus in das sündlose Gute als Gottes Widerspiegelung hineinsieht, hat viele Menschen zu ihrem höheren Selbst erhoben – und zu dem Wunsch und beharrlichen Einsatz, in Übereinstimmung mit ihrer innewohnenden Güte zu leben. Und so kommen wir zum Thema Gebet. Wir lesen in Wissenschaft und Gesundheit: „Gebet kann die Wissenschaft des Seins nicht ändern, aber es dient dazu, uns mit ihr in Einklang zu bringen. Güte erreicht die Demonstration der Wahrheit“ (S. 2).

Mit anderen Worten, Gebet gestaltet unser Leben neu.

Die ehrliche, durch Gebet erfolgte Bemühung, gut zu sein, richtet uns auf Wahrheit aus. Und wir erlangen Beweise für Gottes Liebe zu uns, wenn wir durch den Ausdruck unserer natürlichen Güte eine Sünde überwinden, egal ob klein oder groß. Gottes Macht und Liebe sind erhaben, und Sünde hat keinerlei Macht über Menschen.

Wenn die Liebe Gottes körperliche Heilung bewirkt, kann sie Menschen dazu befähigen, das Gott-ähnliche Gute zu leben, das Sünde auslöscht. Ja, Jesus drängte uns, seine Nachfolger, dazu, einander zu lieben, wie er es tat – indem wir einander lieben, wie Gott uns liebt, nämlich als sündloser Ausdruck von Gottes Güte. Auf diese Weise heilt die Christliche Wissenschaft die Kranken und errettet die Sünder.

Barbara Vining
Chefredakteurin

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Die Mission des Herold

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– Mildred W. Willenbrock, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1963 

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