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Original im Internet

Unsere Umwandlung von Sünde ist ebenfalls Heilung

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 3. Mai 2019


Es bringt wundervolle Vorzüge mit sich, Klarheit über die Bedeutung der Bibel zu erlangen, die die Geistigkeit im Kern der Bibel zutage führt. Das kann zu einer Erneuerung physischer und mentaler Gesundheit führen. Wir können ausgeglichenere Emotionen, verbesserte Beziehungen und einen klareren Lebenszweck daraus erlangen.

Das sind die Vorzüge, die ich erlebte, als ich erstmals das Hauptwerk über die Christliche Wissenschaft von deren Entdeckerin Mary Baker Eddy las: Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift. Wer würde nicht gern mehr davon erleben?

Doch es gibt einen weiteren wesentlichen Aspekt für die Praxis der Christlichen Wissenschaft, einen, der vielleicht nicht so einfach aussieht: uns den Einstellungen und Handlungen stellen, die uns das korrekte Verständnis unserer Beziehung zu Gott rauben. Jesus macht uns in seiner Bergpredigt auf einige davon aufmerksam. Er weist auf die Notwendigkeit hin, gedankliche Einstellungen wie Wut, Begierde, Rachsucht, Hass und Selbstgerechtigkeit sowie die daraus resultierenden Handlungsweisen zu überwinden. An anderer Stelle sagt er über diese Eigenschaften: „Wer Sünde tut, der ist ein Knecht der Sünde“ (Johannes 8:34).

Wer will schon der Knecht von Denken und Verhalten sein, das uns von Gottes Güte zu trennen scheint und unsere Fähigkeit unterminiert, für andere von Wert zu sein – besonders wenn Freiheit von Sünde die wertvollere Verheißung eines korrekten Verständnisses von Gott ist? Mary Baker Eddy beschreibt in ihrem Buch Grundzüge der Göttlichen Wissenschaft die Heilung von physischen Beschwerden – so wundervoll sie ist! – als „nur [den] Weckruf zum Denken und Handeln im höheren Bereich der unendlichen Güte“.

Die Stelle erklärt weiter, warum wir dieses Ziel nicht immer schnell erreichen: „Was die Christliche Wissenschaft mit allem Nachdruck anstrebt, ist das Heilen von Sünde; und diese Aufgabe mag zuweilen schwerer sein als das Heilen von Krankheit, da die Sterblichen zwar gern sündigen, doch nicht gern krank sind“ (S. 2–3).

Die Erfahrung zeigt, dass das vielfach stimmt. Doch wir können das Wohlgefallen an unseren Sünden überwinden. Wie das obige Zitat verdeutlicht, ist Heilung von Sünde möglich. Ein zunehmendes Verständnis von Gottes Wesen als göttliche Liebe und die Erkenntnis, dass wir der Ausdruck dieser reinen Liebe sind, zeigt uns, dass Sünde nicht Teil unserer wahren Natur ist. Die Christliche Wissenschaft offenbart, dass dieses wahre Verständnis von Gottes und unserer Natur die Erneuerung in uns hervorruft, die Jesus in anderen inspirierte. Unsere geistig reine Identität als Gottes geliebte Schöpfung zu verstehen und zu akzeptieren kann als Gegenmittel gegen Sünde und Leid wirken.

Aus der Aussage, dass die Sünde schwerer zu heilen sein mag als Krankheit, folgt, dass es möglich ist, negative Eigenschaften sofort zu überwinden, wenn wir verstehen, dass sie nicht zu unserem wahren Wesen gehören. Ich habe das gelegentlich selbst erlebt. Doch wir wissen auch aus Erfahrung, dass es manchmal einen guten Grund gibt, warum eine Sache „schwerer sein mag“. Es kann schwer sein zu akzeptieren, dass unsere Individualität wahrhaft geistig ist, wenn es fast unmöglich erscheint, eine schlechte Gewohnheit aufzugeben. Sünde wird allzu glaubhaft, wenn uns ein Gefühl sagt: „Wie kannst du akzeptieren, dass du die reine Idee der Liebe bist, wo du doch so sichtlich unrein bist?

Als ich einmal mit einer unakzeptablen schlechten Angewohnheit kämpfte, schien mir diese mentale Stichelei gelinde gesagt sehr überzeugend. Es war eins zu lernen, dass wir alle wahrhaft Gottes Kinder sind, doch geistige Unschuld schien weit entfernt von dem inneren Aufruhr, den die Bibel als fleischliches Gemüt bezeichnet – das illusorische Gefühl, dass unsere Existenz materiell und nicht geistig ist. Nach tiefem, anhaltendem Gebet, in dem ich mit diesem materiellen Verständnis rang und gute und nicht so gute Tage erlebte, erlangte ich den Sieg durch ein Zitat in Wissenschaft und Gesundheit, das ich schon mehrfach gelesen hatte. Es lautet: „Dich der Sünde für überlegen zu halten, weil Gott dich ihr überlegen gemacht hat und weil Er den Menschen regiert, das ist wahre Weisheit“ (S. 231). Ich wollte glauben, dass ich als der problematischen Gewohnheit überlegen erschaffen worden war, doch die gegenteiligen Anzeichen hatten sehr überzeugend ausgesehen. Diesmal erhaschte ich jedoch einen Schimmer der Wahrheit hinter diesen Worten.

Das war nicht einer von diesen Augenblicken, wo ein plötzlicher Lichtstrahl mit einem Mal die Dunkelheit aus unserem Bewusstsein vertreibt. Aber es war der Anfang einer echten Veränderung. Ich kehrte regelmäßig zu dieser geistigen Idee zurück und wandelte die Worte so ab, dass ich sie als bekräftigendes Gebet verwenden konnte, zum Beispiel so: „Gott hat mich dieser materiellen Einflüsterung über mich überlegen gemacht, weil Gott mich regiert, und dieses innere, dogmatische Gefühl eines schwächlichen Sterblichen hat keine Kontrolle über mich.“ Und ich hielt nach anderen unterstützenden Ideen in der Bibel, Mrs. Eddys Schriften und den Zeitschriften der Christlichen Wissenschaft Ausschau.

Nach und nach wurde das Gefühl, dass Sünde ein fester Bestandteil von mir war, durch die wahre Idee von Gottes und meinem Wesen ersetzt, und die Erkenntnis, wie Gott uns alle sieht, nämlich als Seine reine Widerspiegelung, breitete sich mehr aus. In dieser göttlichen Erhellung akzeptierte ich die unerschütterliche Wahrheit, dass die geistige Identität Gottes uns erschafft und erhält, fern von jeder Neigung zu sündigen. Und ich erlebte verlässlicher, dass Gott mein Denken und Handeln regiert. Erst reichte die Freiheit nur so weit, dass ich problematische Gedanken nicht umsetzte, obwohl ich gelegentlich ins Schwimmen geriet. Nach und nach fühlte ich jedoch Freiheit von dem zugrundeliegenden mentalen Nebel. Und schließlich war ich gänzlich verändert. Ich konnte dem Satz in Wissenschaft und Gesundheit, der dem Gedanken folgt, an den ich mich gehalten hatte, völlig beipflichten, nämlich: „Sünde zu fürchten hieße die Macht der Liebe und die göttliche Wissenschaft des Seins in der Beziehung des Menschen zu Gott misszuverstehen – Seine Regierung anzuzweifeln und Seiner allmächtigen Fürsorge zu misstrauen“ (S. 231).

Wir können auf Gottes Regierung und Fürsorge vertrauen. Die Notwendigkeit, sich Gottes reformierender Liebe zu unterwerfen, ist nicht die strenge Forderung eines ärgerlichen Gottes, sondern die Aufforderung des göttlichen Gemüts, seine grenzenlose Liebe tiefer und beständiger zu erleben, die wiederum unsere Fähigkeit stärkt, andere zu lieben und zu heilen. In Wahrheit sind wir jeder immer Gottes reine Idee, und wir bewegen uns immer dann weiter darauf hin, das für uns und die Menschheit zu beweisen, wenn der Christus – diese Idee von uns selbst als geistiger Ausdruck der Liebe – unser Herz berührt, um eine Sünde mit seiner umwandelnden Liebe zu heilen.

Tony Lobl
Stellvertretender Chefredakteur

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Michael Pabst, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Februar 1997 

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