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Original im Internet

Wahre Aufklärung

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 23. September 2019


Das Zeitalter der Aufklärung hat die westliche Welt bedeutend verändert, was bis heute nachwirkt. Es mag nicht immer offensichtlich sein, doch ein rationaler, intellektueller, wissenschaftlicher Denkansatz ist für viele Menschen heute normal. Das hat viel mit dieser Bewegung zu tun, die im 17. und 18. Jahrhundert in Europa und später in Nordamerika Fuß fasste.

„Einbildung sollte durch Wissen, Aberglaube durch Verstand besiegt werden“ (www.dober.de/religionskritik/aufklaerung1.html), und eigenständiges Denken wurde gefördert. Doch der Einsatz materieller Schlussfolgerungen und der physischen Sinne als Grundlage einer Erkenntnis der Wirklichkeit führte (und führt weiterhin) dazu, dass moralische Aspekte der geistigen Natur des Menschen (wie Hoffnung und Glaube) herabgewürdigt, belächelt und ins Abseits gedrängt wurden.

Der Ansatz „erst sehen, dann glauben“ ist typisch für die Aufklärung und das heutige Denken. Aus einer rein intellektuellen Perspektive macht dieses Konzept völlig Sinn. Aber es ist begrenzt und begrenzend. Indem man alles, was nicht mit den physischen Sinnen wahrnehmbar ist, dem Bereich von Spekulation oder Einbildung zuordnet, verleugnet man die wahre Grundlage der Wirklichkeit.

Im 19. Jahrhundert entdeckte Mary Baker Eddy die Christliche Wissenschaft, die die Wirklichkeit als etwas erklärt, das über die Materie hinausgeht; sie wird als Geist und geistig erkannt – als etwas, das vollständig aus Gott, dem Guten, hervorgeht. Der Materie wird die Intelligenz abgesprochen; sie wird als eine verzerrte Sichtweise der einzigen Existenz betrachtet, die geistig erkannt wird. Diese geistige Existenz – geistige Wirklichkeit – wird von Gottes ewiger Liebe und Güte regiert. Geist wird als die Quelle der Existenz des Menschen und des (geistig erschaffenen) Universums gesehen, und dieses Bewusstsein von der Herrschaft des Geistes kann fühlbar durch Heilung und Harmonie wahrgenommen werden. Dieses Verständnis der Realität hat das Konzept der Aufklärung neu definiert und neue, revolutionäre Herangehensweisen an das Leben eingeführt. Es verbindet Religion und Wissenschaft und schließt Vernunft, Intelligenz, göttliche Wissenschaft und Beweise ein, die sich alle auf die Prämisse gründen, dass die Substanz des Lebens in Wirklichkeit geistig ist.

Es ist unerlässlich, Vernunft in die richtige Richtung zu lenken und die Welt, in der wir leben, korrekt zu verstehen, um diese geistige Wirklichkeit wahrzunehmen und zu begreifen, und zwar durch den geistigen Sinn, durch geistig gelenkte Wahrnehmung.

Christus Jesus lehrte und heilte auf der Grundlage dieser geistigen Wirklichkeit, und er erreichte die Menschen mit Logik und Vernunft durch Gleichnisse und andere Lehren. Doch die Tiefe seiner Lehren und der Geist seiner Botschaft erfordern, dass der Zuhörer bereit ist, den geistigen Sinn einzusetzen und zu leben, den wir alle besitzen.

Glaube ist ein Aspekt des geistigen Sinnes. Glaube öffnet das Herz aller, die für Gottes Allmacht empfänglich sind. Jesus sagte mehreren Menschen, die er geheilt hatte, dass ihr Glaube ihnen geholfen habe. Ihr Vertrauen und ihre Zuversicht in Gottes Güte hatte sie empfänglich gemacht für die Berührung des Geistes, von Gesundheit und Heiligkeit.

Im Hebräerbrief im Neuen Testament wird Glaube als das „Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge“ definiert (11:1, Neue Genfer Übersetzung).

Mrs. Eddy studierte die Bibel sehr genau, sie hatte eine ausgezeichnete Auffassungsgabe, aber auch einen grenzenlosen Glauben und eine tiefe Überzeugung von der Macht und Gegenwart der göttlichen Liebe. Sie schrieb in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift: „Der zum geistigen Verständnis fortgeschrittene Glaube ist der von Geist gewonnene Beweis, der Sünde jeder Art tadelt und die Ansprüche Gottes begründet“ (S. 23). Und sie erklärte „Verständnis“ folgendermaßen:

„Geist teilt das Verständnis mit, das das Bewusstsein erhebt und in alle Wahrheit führt. ...

Dieses Verständnis ist nicht intellektuell, es ist nicht das Ergebnis gelehrter Errungenschaften; es ist die ans Licht gebrachte Wirklichkeit aller Dinge“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 505).

Glaube führt zu Verständnis! Das ist weit von der üblichen Einstellung entfernt, Intellekt und materielles Folgern bewirkten Verständnis. Wie kann Glaube – der doch als Vertrauen auf etwas gilt, das man nicht sehen kann – zu einem Verständnis von Geist führen, das physische Auswirkungen hat?

Geist spricht unser Herz an, statt einen materiell ausgerichteten Intellekt. Und Vertrauen auf Geist führt zu geistigem Verständnis und fester Überzeugung. Da die Quelle wahrer Existenz Geist und die Substanz des Lebens göttliche Intelligenz ist, führt dieses Verständnis zu sehr praktischen und fassbaren Ergebnissen.

Ich bin als Versorgungsingenieur ausgebildet. Mein Studium ging von dem Standpunkt aus, dass die Welt materiell und mechanisch ist und mathematisch berechnet und beschrieben werden kann. Dazu ist kein Gott erforderlich. Doch ich hatte auch von klein auf die Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft besucht, wo ich durch Jesu Lehren und Mary Baker Eddys geistige Erkenntnisse von der Bibel viel über Gott gelernt hatte.

Als Student unternahm ich häufig Spaziergänge mit einer Freundin und deren Hund. Einmal wollte ich einen Stock für den Hund werfen, doch er wartete es nicht ab und sprang, um ihn zu schnappen. Dabei biss er mich in die Hand – natürlich unbeabsichtigt. Am folgenden Morgen war die Hand so dick angeschwollen wie eine Orange. Ich hätte die Sache wie ein Ingenieur angehen und die Hand medizinisch behandeln lassen können. Stattdessen war mein Denken von einem Zitat durchflutet, das ich am Abend zuvor gelesen hatte, nämlich, dass das Böse „weder Person, Ort noch Ding“ ist (Wissenschaft und Gesundheit, S. 71).

In dem Moment ging mir buchstäblich ein Licht auf. Ich erkannte, nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Herzen, dass das Gute wirklich ist, dass es alles ist und dass das Böse unwirklich ist. Ich war ganz von der Tatsache eingenommen, dass das Böse für Gott schlicht und einfach nicht existiert. Das Böse ist wie der Bestandteil eines Traums, der dem Träumer vorübergehend wirklich erscheint, aber gar nicht existiert. Dann schaute ich auf meine Hand und konnte beobachten, wie die Schwellung innerhalb von Sekunden verschwand. Das war das Ende des Problems. Ich war nicht überrascht. Es war das Natürlichste der Welt für mich. Ich stand auf und fing meinen Tag an.

Gegen zehn Uhr hielt ich auf einmal inne. Was war da vorhin passiert? Ich hatte eine Macht am Wirken erlebt, die durch die materiellen Sinne nicht wahrnehmbar ist. Und doch fühlte sie sich völlig natürlich an.

Durch diese Heilung erlangte ich ein größeres Interesse an der Christlichen Wissenschaft. Und ich habe in den Jahren seitdem viele weitere Heilungen bei mir und anderen erlebt.

Wenn wir unseren Glauben an Gott anzweifeln, werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit durch die jahrhundertealte Überzeugung von Intellektualität beeinflusst, von einer Erziehung, die sagt, dass Leben und Intelligenz aus Materie entstehen und darauf beschränkt sind. Die Christliche Wissenschaft erhebt das Denken über materielles Folgern hinaus, um die Wirklichkeit des göttlichen Lebens und der göttlichen Intelligenz zu erkennen und erlebbar zu machen. Wir beweisen unser wissenschaftliches Verständnis von der Wirklichkeit durch unseren christlichen Lebenswandel. Die praktische Anwendbarkeit dieser göttlichen Wissenschaft liegt darin, von der Grundlage der geistigen Wirklichkeit aus richtig zu denken und zu handeln, und das bewirkt wahren Fortschritt, echte Freiheit und Heilung.

Michael Pabst
Auf Einladung der Redaktion

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Die Mission des Herold

Der Herold der Christlichen Wissenschaft ist dazu da, die gute Nachricht zu verkünden, daß Gott tatsächlich Himmel und Erde erfüllt. Als „Herold“ trompetet er die herrlichen Tatsachen des Lebens hinaus — er bringt die Botschaft von der Schönheit und Unschuld des geistigen Universums Gottes. Diese Tatsachen *müssen* berichtet werden. Und wenn freudig, mutig und mit Überzeugung über sie berichtet wird, heilen sie. Sie erlösen. Sie erquicken das Leben.

Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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