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Original im Internet

Warum geistiges Heilen?

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 17. Mai 2019


Wieso sollte jemand in einem Zeitalter, wo medizinische Versorgung offenkundig besser zugänglich und weiterentwickelt ist denn je, an dem geistigen Heilen interessiert sein, das Jesus praktizierte und die Christliche Wissenschaft heute verwendet? Wieso sollte man über ein gesundheitliches Problem beten, wenn das oft so viel mehr erfordert als einfach einen Arzt die Arbeit tun oder sich von der Versicherung bei der medizinischen Behandlung leiten zu lassen?

Der beste Freund meines Vaters war Arzt, und meine Mutter studierte die Christliche Wissenschaft, also kenne ich beide Denkrichtungen aus eigener Erfahrung. Ich liebe den Arzt, der meine Geschwister und mich behandelte, wenn mein Vater dies wollte, bis heute. Doch ich habe auch gelernt, dass Ärzte nicht immer die Lösung haben und dass Heilung viel mehr involviert als Tabletten. Als ich zum Beispiel einmal eine schlimme Halsentzündung hatte, verschrieb unser Hausarzt Penizillin und Bettruhe. Nach zwei schmerzhaften Wochen konnte ich wieder zur Schule gehen und Basketball spielen, aber es dauerte weitere zwei Wochen, bevor ich mich richtig gut fühlte.

Als das Problem im folgenden Winter zurückkehrte, wandte ich mich an eine Freundin meiner Mutter, die Praktikerin der Christlichen Wissenschaft war. Sie maß kein Fieber und erkundigte sich nicht nach dem Körper. Sie half mir einfach, mehr über Gottes grenzenlose Liebe und meine Untrennbarkeit davon zu verstehen. Ich weiß noch, wie meine Furcht verschwand, als sie für mich betete. Stattdessen fühlte ich mich Gott näher als je zuvor. Als ich am nächsten Tag aus dem Bett sprang, ging es mir nicht nur gut: ich fühlte mich völlig anders – weniger ängstlich, weniger anfällig für Krankheiten. Und ich empfand einen innigen Wunsch, mehr über Gott und mich selbst als Gottes geliebtes, geistiges, nicht krankes Bild und Gleichnis zu erfahren. Ich hatte das tiefere „Warum“ des geistigen Heilens erkannt.

Damals war ich sehr dankbar, dass mir das Leiden erspart war, das ich im Winter davor erlebt hatte. Doch rückblickend sehe ich, dass aufgrund dieser und anderer Heilungen noch viel mehr in meinem Leben passierte, was ganz natürlich vonstattenging, während ich die Christliche Wissenschaft näher erforschte. Die Nebenwirkungen einer medizinischen Behandlung sind oft gefährlich und schränken Menschen ein – und sie werden zunehmend misstrauisch betrachtet –, während die Nachwirkungen des geistigen Heilens äußerst positiv sind. Man sieht sich selbst und alles im Leben mit anderen Augen, wenn man die geistigen Möglichkeiten eines in Christi Jesu Lehren verankerten Lebens erkennt. Der Apostel Paulus drückte es so aus: „Wenn jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, sieh, es ist alles neu geworden!“ (2. Korinther 5:17).

Mary Baker Eddy schreibt in ihrer Autobiografie Rückblick und Einblick über die Nachwirkungen einer eigenen bahnbrechenden Heilung von jahrzehntelangem Leiden: „Die göttliche Hand führte mich in eine neue Welt des Lichts und des Lebens, in ein neues Universum...“ (S. 27). Mrs. Eddy bewies als christliche Heilerin genau dieses neue Universum und die dort herrschenden göttlichen Gesetze über jeden Zweifel hinaus und beschrieb es für die Welt in ihrem Hauptwerk Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift. „Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass Leben Geist ist – niemals in noch von der Materie –, dann wird sich dieses Verständnis zur Selbstvollendung erweitern, alles in Gott, dem Guten, finden und kein anderes Bewusstsein benötigen“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 264).

Die Christliche Wissenschaft ist nicht einfach eine alternative Gesundheitsversorgung. Wer diese Wissenschaft studiert, praktiziert nicht herkömmliche Medizin, nur ohne Medikamente und Operationen. Ihr Ziel ist, alles zu verstehen und zu beweisen, was Jesus über das völlig geistige Wesen Gottes und die Schöpfung und über unseren Platz in dieser Schöpfung als Gottes gesegnete Kinder gelehrt hat. Und Christliche Wissenschaftler sind absolut bescheiden, was ihre Praxis des geistigen Heilens angeht. Nicht jeder Fall wird sofort geheilt, und oft sind Durchhaltevermögen und Geduld vonnöten, wenn etwas nicht sofort auf Gebet anspricht.

Die von Jesus gelehrte Heilmethode bringt Verheißungen und Forderungen mit sich. Er illustrierte während seiner gesamten Laufbahn die Verheißung, „volle Genüge“ des geistigen Lebens zu erfahren (siehe Johannes 10:10), indem er Menschenmengen heilte, das Leben aus Sinnlichkeit und Trauer befreite und den Weg zum ewigen Leben ebnete. Und damit ging die Forderung einher, nicht vom Weg abzukommen, den er so deutlich vorgezeichnet hat: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Johannes 14:6). Das mag uns im 21. Jahrhundert exklusiv vorkommen, da wir so daran gewöhnt sind, viele Optionen zu haben, besonders was die Gesundheitsversorgung angeht. Kann es sein, dass das Christus-Heilen, das Jesus vor Jahrhunderten lehrte, nicht nur die fortschrittlichste Heilmethode auf Erden ist, sondern auch der Pfad zum Verständnis und Erfahren des todlosen Universums des Geistes?

„Das metaphysische Heilen oder die Christliche Wissenschaft ist eine Forderung der Zeit“, schrieb Mrs. Eddy vor über hundert Jahren. „Jeder Mann und jede Frau würde danach verlangen und fragen, wenn sie seinen unendlichen Wert und seine feste Grundlage kennten“ (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 232). Ihre Entdeckung der Wissenschaft des christlichen Heilens setzte einen gedanklichen Umschwung in Gang, der bis heute andauert und beweist, dass Jesu Heilmethode zeitlos und in jedem Zeitalter anwendbar ist. Hunderttausende Menschen in aller Welt haben geistige Heilung erfahren, und viele dieser Heilungen wurden in dieser und anderen Zeitschriften der Christlichen Wissenschaft veröffentlicht oder in Zeugnisversammlungen in Kirchen Christi, Wissenschaftler, berichtet. Es wurden chronische Krankheiten überwunden, todkranke Menschen geheilt, Erbkrankheiten umgekehrt, und Ansteckung wurde Einhalt geboten.

Es überrascht nicht, dass es auch Gegner gegeben hat. Mrs. Eddy beschrieb dies in Wissenschaft und Gesundheit als den „Materialismus und [die] Sinnlichkeit dieser Zeit, die gegen das nahende geistige Zeitalter ankämpfen“ (S. 65). Doch nichts kann ein Aufdämmern der Wahrheit im menschlichen Bewusstsein und in unserer individuellen Praxis dieser Wissenschaft aufhalten. Obwohl Jesus Engstirnigkeit und Feindseligkeit begegnete, ging die erleuchtende Macht des Christus, der Wahrheit, davon unberührt und unbeeindruckt voran. Das Ringen, das wir manchmal in uns fühlen, wenn wir geistiges Heilen praktizieren, kann ein Nachbeben von Jesu eigenem Ringen am Abend vor seiner Kreuzigung sein, als er darum betete, von dieser Prüfung befreit zu werden. Doch er bewies, dass er durch das Aufgeben seines eigenen Willens und ein uneingeschränktes Vertrauen auf Gott gesegnet und ganz beschützt war. Jesu Geschichte endete nicht am Kreuz. Und die Christliche Wissenschaft ist auch nicht am Ende.

Jesus sagte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt“ (Johannes 11:25). Seine Worte richten sich an die unaufhaltbare Macht des Christus, Gottes ewige Manifestation von Wahrheit und Liebe, die die Menschheit zur Wirklichkeit des geistigen Lebens erwecken. Der ewige Christus unterstützt jeden erhobenen Gedanken und jedes Gebet unseres Tages. Wir spüren, wie die Christus-Liebe uns mental und geistig erhebt, wenn unser eigenes Kreuz zu schwer zu sein scheint. Das Licht des Christus erleuchtet unser Denken in den dunklen Nachtstunden. Und der sanfte Christus steht „am Ufer der Zeit“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 35) und weist uns geduldig an, „das Netz an der rechten Seite des Bootes“ auszuwerfen, „dann werdet ihr finden“ (Johannes 21:6). Mit anderen Worten, dringt bis zu allem vor, was ich euch über die geistige Substanz von Leben und Identität gelehrt und gezeigt habe.

Diese unschätzbare Offenbarung des geistigen Lebens hier und jetzt ist der Grund, warum so viele denkende Menschen heute der Christlichen Wissenschaft folgen und geistiges Heilen praktizieren. Und deshalb sind sie bereit, „seinen unendlichen Wert und seine feste Grundlage“ zu beweisen.

Chet Manchester
Auf Einladung der Redaktion

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– Otto Bertschi, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1968 

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