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Original im Internet

Wir sind nicht fragil

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 26. Januar 2026


Als ich beobachtete, wie eine Sechsjährige ein L ausradierte, das Blatt sauberwischte und dann ein neues L schrieb, das besser zu den so sorgfältig geschriebenen Buchstaben IEBE passte, fing ich an über das L nachzudenken. Das, was auf dem Blatt Papier passiert war – als der Buchstabe ausradiert und neu geschrieben wurde –, hatte die Idee L nicht berührt. Äußere Umstände haben es weder definiert noch begrenzt. Und im nächsten Augenblick konnte es wie gewünscht am Anfang des Wortes LIEBE stehen.

Etwas so Einfaches kann helfen, den geistigen Grundsatz der Resilienz in allem zu verdeutlichen, was wir erleben. Angesichts der Meldungen über Gesundheit, Wirtschaft, Wetter und Umwelt scheint das irdische Leben aus nichts als Fragilität zu bestehen. Und es gibt Zeiten, in denen es sich anfühlt, als gebe es das Bestreben, uns auszulöschen oder unsere Stimme individuell und kollektiv zum Schweigen zu bringen. Doch wir sehen immer wieder Beispiele – von bescheiden bis hin zu bedeutend – für die grundsätzliche Unzerstörbarkeit von Gottes Universum, zu dem wir alle auch gehören.

Es hilft, ein paar gute Bekannte in der Bibel zu haben, die Schlimmes durchgemacht und überzeugende Beweise für Resilienz erbracht haben, aus denen wir in schwierigen Zeiten Mut schöpfen können. Der Apostel Paulus ist ein verlässlicher Mentor, was das Überwinden von Rückschlägen und bedrohlichen Situationen angeht. Er berichtet von seinen Schwierigkeiten, ohne sie schönzureden, und beschreibt den Christinnen und Christen seiner Zeit, wie er mit Stöcken geschlagen wurde, Schiffbruch erlitten hat, auf seinen Reisen allerlei Gefahren ausgesetzt war, unter Hunger und Kälte litt, von wütenden Menschenmengen bedroht wurde und die inneren Machtkämpfe seiner Gefolgsleute miterleben musste (siehe 2. Korinther 11:24–27).

Paulus war nicht fragil. Sein Lebenszweck scheiterte nicht. Er wurde nicht mundtot gemacht. Nicht etwa aufgrund seines eigenen menschlichen Einsatzes – er wusste, dass dieser letztendlich nicht ausreichen würde, egal wie gutgemeint er wäre. Vielmehr fühlte er seine Untrennbarkeit von Gott und Gottes unendlicher Liebe, mit der er vertraut geworden war, als er Christus Jesus folgte. Er wusste außerdem, dass die grenzenlose Gnade Gottes ihn durch die verschiedensten Reisen getragen hatte. Hochgerechnet hat er mehr als 16.000 km zurückgelegt, den größten Teil zu Fuß!

Die Christus-Botschaft, die Paulus’ Leben umgewandelt hatte, befähigte ihn, immer wieder etwas von seiner unzerstörbaren, geistigen Natur unter Beweis zu stellen. Aus dem Verständnis heraus, dass unser Erleben mit unserem Denken verbunden ist, schrieb er (Römer 8:6): „Fleischlich gesinnt sein bedeutet Tod, und geistlich gesinnt sein bedeutet Leben und Frieden.“ Auf unsere wahre Natur als Gottes Kinder fokussiert zu bleiben bedeutet zu erkennen, dass wir vollständig geistig und ewig sind, Ideen Gottes, der das göttliche Gemüt von uns allen ist. Dann fangen wir an, das zu erkennen, was der oben erwähnte Buchstabe L verdeutlicht: dass menschliche Umstände sich nicht darauf auswirken – ja, nicht einmal berühren –, wer wir wirklich sind. Und dann erlangen wir die Inspiration, die wir brauchen.

Mary Baker Eddy schrieb in ihrer Definition unserer wahren Natur, dass wir (individuell und kollektiv) „die zusammengesetzte Idee Gottes [sind], die alle richtigen Ideen einschließt; ... das, was kein von Gott getrenntes Gemüt hat; das, was nicht eine einzige Eigenschaft hat, die nicht von der Gottheit stammt; das, was kein Leben, keine Intelligenz noch schöpferische Kraft aus [uns] selbst besitzt, sondern alles geistig widerspiegelt, was zu [unserem] Schöpfer gehört“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 475).

Ideen können nicht ausradiert werden. Von Gott abstammende Eigenschaften sind von Dauer. Diese geistigen Wahrheitsgedanken zu erlangen eröffnet neue Möglichkeiten und ebnet den Weg für wundervolle Resilienz im Angesicht jeglicher Herausforderung.

Mein Großvater war lange und erfolgreich als technischer Leiter eines Unternehmens im Bereich Luft- und Raumfahrt tätig, das über Jahre hinweg mit der Regierung der Vereinigten Staaten zusammenarbeitete. Eines Freitags erfuhr er, dass eine neue Richtlinie in Kraft war. Der Vertrag mit der Regierung war ohne Vorwarnung fristlos gekündigt worden, und ab Mitternacht an jenem Freitag sollten keine Zahlungen mehr eingehen. Von den 1200 Personen in seiner Abteilung, die im Rahmen dieses Regierungsvertrags tätig waren, wurden 700 sofort entlassen. Kurz danach wurde die Abteilung vollständig geschlossen, und dann war auch mein Großvater arbeitslos.

Er war weder finanziell noch seelisch darauf vorbereitet, in Pension zu gehen. Er wusste, dass die Aussichten für einen älteren Ingenieur auf eine neue Stelle zur damaligen Zeit sehr schlecht waren. Er hatte als Kind und Jugendlicher eine Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft besucht, sich aber als junger Mann von dieser Wissenschaft abgewandt. Nun bat er jedoch einen Praktiker der Christlichen Wissenschaft um Unterstützung, der ihm half, „geistlicher gesinnt“ und offen für Inspiration zu sein. Er fing an, sämtliche von Gott erhaltenen Eigenschaften, die er zu bieten hatte, in sich zu identifizieren und anzuerkennen.

Nicht lange danach bekam er den Impuls, mit einem Freund zu sprechen, und dieser kannte eine große Firma in einer eng verwandten Branche, die einen technischen Leiter suchte. Mein Großvater wurde eingestellt, und er half der Firma, sich zu modernisieren und mit Plänen zu wachsen, die aus seiner Feder stammten. Letztendlich war er – auf Geheiß des Vorstands – mehrere Jahre über das vorgeschriebene Rentenalter hinaus dort tätig. Diese erste, unerwartete Umkehrung seiner Situation, als er sie geistig anging, öffnete die Tür für ein erweitertes Verständnis seines Lebenszwecks.

Wie Paulus und zahllose andere geistig gesinnte Personen, die auf Probleme mit dem Gebet eingegangen sind, das sie auf Gottes Immergegenwart und Allmacht ausrichtete, können auch wir feststellen, dass wir nicht fragil sind. Unsere wahre Natur kann durch materielle Umstände nicht beschädigt werden, welche Form sie auch annehmen mögen. Gott ist und bleibt die Quelle unserer Identität, unseres Zwecks, unseres Werts und unseres Seins. Wir werden von Gott aufrechterhalten.

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