In gegenwärtiger Zeit, wo so vieles gesagt wird, über die große Dankbarkeit, die wir der Wahrheit schulden, die uns als Christian Science bekannt gemacht wurde, können einige tiefe Lehren beherzigt werden, wenn in den Evangelien die Berichte geprüft werden, von dem, was geschah — nicht gesagt wurde — durch diejenigen, die von den Segnungen der Wahrheit durch Jesu Vermittelung durchdrungen waren. Lukas sagt uns in dieser Hinsicht, daß Jesus beim letzten Abendmahl seine Jünger fragte, die ihren irdischen Beruf aufgegeben hatten und von Ort zu Ort wanderten, das Evangelium predigten und die Kranken heilten: „So oft ich euch ausgesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen.”
Dies ist eine Andeutung von der Dankbarkeit und Freigebigkeit derer, die zu der Zeit geheilt wurden. Wir lesen über eine Vereinigung edler Frauen, die geheilt waren, und die ihr Heim verlassen hatten und mit dem großen Lehrmeister umhergingen und ihm mit ihrem Vermögen dienten. Johannes spricht von einem Weibe, die nahm „ein Pfund Salbe von ungefälschter, köstlicher Narde und salbete die Füße Jesu,” und auch, daß nach der Kreuzigung Joseph von Arimathia und Nikodemus nicht allein der Wut der Priester und der Richter widerstanden, indem sie sich bemühten, dem Körper Jesu ein ehrenvolles Begräbnis zu bereiten, sondern sie brachten auch zu diesem Zwecke kostbare „Myrrhe und Aloe unter einander bei hundert Pfunden.”
Nach einem Bericht zeitgenössischer Schriftsteller war dies Opfer der Liebe und Dankbarkeit von unberechenbarem Werte und bezeichnet einen scharfen Kontrast mit der elenden Bestechung von Judas, der für dreißig Silberlinge den Meister verriet und in ein ehrenloses Grab sank. Zwar kam dieses fürstliche Opfer von Joseph und Nikodemus sehr spät, doch zeigt es eine ganz aufrichtige Hingebung für die Sache der Wahrheit zu einer Stunde, in der es schien als sei dieselbe für immer verloren. Darum sollte es auch deutlich zu uns sprechen, wenn der irdische Sinn mit seinen beengenden Neigungen uns beeinflussen will, unsere Gaben zurückzuhalten, wenn sie nötig sind, die Wahrheit heute zu fördern um das Christus-Heilen in den Bereich aller zu bringen, die noch in der Knechtschaft des Glaubens an Sünde, Krankheit und Tod sind.
Wir schreiten nicht sehr weit vor in dem Verständnis von der Christian Science, bis wir klar einsehen, daß es dieselbe Wahrheit lehrt, von der Christus sagte, sie sollte den Menschen frei machen, — die Wahrheit, welche lange Jahrhunderte für die Not der Menschen verloren war, so weit es das Heilen betrifft, aber welche uns nun wieder bekannt gemacht ist durch „Science and Health“ von Mrs. Eddy und welche den Kranken und Sünder heilt, dadurch den Immanuel, Gott mit uns, beweisend! Der, welcher die Wohltat dieses Heilens empfängt, fragt nicht, ob Jesus jemals die mächtigen Werke tat, die ihm in den Evangelien zugerechnet werden; er weiß es. Die Frage für jeden Christian Scientisten ist vielmehr, wie er seine Dankbarkeit beweisen kann, indem er seine Kenntnis der heilenden Wahrheit allen Menschen darbringt; wie er am besten die zehn „Zentner,” die ihm gegeben sind, zur göttlichen, moralischen und geistigen Bereicherung der ganzen Welt anwenden kann.
Ein Jünger der Christian Science erwog einst diese Frage, als der persönliche Sinn vor den unaufhörlichen Anforderungen der Wahrheit zurückschreckte. Er öffnete die Bibel um sich Rat zu holen und las sofort des Meisters Worte: „Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich täglich, und folge mir nach.” Der persönliche Sinn ist geneigt, sich gegen das „täglich” aufzulehnen, aber man findet bald, wenn das Selbst verleugnet wird, so ist das Kreuz nicht allein schon aufgehoben, sondern es ist fortgenommen, während Dankbarkeit im Gehorsam ausgedrückt, unser Verständnis von des Menschen Möglichkeiten erweitert und den Segensruf in Erinnerung bringt: „Ei, du frommer und getreuer Knecht, ... gehe ein zu deines Herrn Freude!”
