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Wie lieblich ist die Eintracht!

Aus der März 1947-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Im 133. Psalm faßt David in einem kurzen Satz ein Ideal dessen zusammen, wonach das menschliche Denken sich von jeher gesehnt hat. „Siehe, wie fein und lieblich ist's,” singt er, daß Brüder einträchtig beieinander wohnen!” Der Psalmist, der König Israels, dessen Erdenlaufbahn recht stürmisch war, und dessen Hände mit dem Blut gar mancher Kriege befleckt waren, konnte mit vollstem Verständnis von diesem Gegenstand sprechen. Zweifellos war ihm in späteren Jahren die Tragödie, ja der völlige Irrsinn, der immerwährenden Zwietracht zum Bewußtsein gekommen und veranlaßte ihn, diese unsterblichen Worte auszusprechen.

In Verbindung hiermit ist es interessant zu beobachten, daß die Worte „Eintracht”, „vereinigen” und „vereinigt” nur dreimal im alten Testament vorkommen. Ist es nicht möglich, daß vereinigtes Handeln so selten von den kriegerischen Stämmen Israels erreicht werden konnte, daß selbst die Erwähnung desselben nicht zeitgemäß gewesen wäre? Doch Propheten wie Jesaja, Jeremia und Micha sahen das Kommen glücklicherer Tage voraus, wenn Gott und wahre Brüderschaft verstanden, wenn Schwerter zu Pflugscharen gemacht und die Harmonien des tausendjährigen Reiches unter den Menschen erscheinen würden.

Kann sich daher die menschliche Familie nicht freuen über die Zeichen der Zeit? Zwar suchen Haß, Mißtrauen und die Verwirrung des vielfältigen Trachtens und Wünschens immer noch das Land umher zu durchziehen und Zwietracht und Zwist zu säen, doch sind schon ermutigende Anzeichen zu beobachten, die beweisen, daß das Morgengrauen einer besseren Zeit nicht der leere Traum unpraktischer Philosophen ist. Die Nacht ist nicht mehr so dunkel. Tausende von Menschen arbeiten und beten für die friedliche Vereinigung der Menschheit. Jetzt nach einem katastrophischen Kriege sind viele Nationen verbunden in dem ernsten Bestreben, alle Völker der Erde in einem Bund des Friedens zu vereinigen. Diese ehrlichen Bestrebungen können nicht, dürfen nicht fehlschlagen.

Der Anhänger der Christian Science Der Name, den Mary Baker Eddy ihrer Entdeckung gab (sprich kri'ß-tiön ßai'-enß). Die wörtliche Übersetzung der zwei Worte ist „Christliche Wissenschaft”. lernt in den Schriften seiner von Gott inspirierten Führerin Mary Baker Eddy, wie er täglich für die Bereicherung und Regierung der Neigungen aller seiner Brüder beten kann, und wie er sich vergegenwärtigen kann, daß die aggressiven Suggestionen des sterblichen Gemüts die Menschen nicht trennen, verwirren und einander befremden können. Warum nicht? Weil das fleischliche oder sterbliche Gemüt, wie Paulus sagt, „Feindschaft wider Gott” ist und das, was Gott, dem Guten, entgegensteht, in der Christian Science als machtlos und unwirklich bewiesen wird. Wenn er in der Presse oder über den Rundfunk von nationalen oder internationalen Zwistigkeiten hört, so weiß er, daß dies eine Gelegenheit für den Wissenschafter ist, mit freudiger Gewißheit daran festzuhalten, daß die Eintracht, die Einigkeit in den göttlichen Beziehungen zwischen Gott und Seiner Idee, die gegenwärtige und unabweisbare Tatsache des Seins ist. „Einigkeit”, lesen wir in dem Werk unserer Führerin „Miscellaneous Writings” (S. 264), „ist die wesentliche Natur der Christian Science. Ihr Prinzip ist der Eine, und den göttlichen Einen zu demonstrieren, verlangt Einigkeit im Denken und Handeln.”

Bei unserer täglichen geistigen Arbeit für uns selbst, unser Heim, unser Land, und für die Welt, wie wichtig ist es, daß wir inständig um das Bewußtsein dieser Einigkeit beten, die jene aggressiven Suggestionen der Trennung zunichte macht, die scheinbar gegenwärtig so bösartig sind. Vor allen wollen wir uns dessen bewußt bleiben und daran festhalten, daß der Mensch nicht einen Augenblick von seinem göttlichen Urheber getrennt werden kann. Kann der Mensch von seiner Harmonie getrennt werden, oder von seiner Erkenntnis der Fülle und Versorgung, seiner rechtmäßigen Tätigkeit als dem Ausdruck des Gemüts?

Und was nun unser Heim anbetrifft—können wir je zu getreulich auf der Hut sein gegen die Feinde der Eintracht? So ist zum Beispiel die hypnotische Anziehung, die nicht von Gott, dem einzigen Gemüt, ausgeht, ungesetzlich und machtlos, und wenn sie als solche erkannt wird, so kann sie die sonst liebevollen Söhne und Töchter nicht beherrschen und entfremden. Wenn ein Gefühl der Trennung zwischen den Gatten aufzukommen droht, wie wichtig ist es, uns an die weisen Ratschläge zu erinnern, die Mrs. Eddy uns in ihrem Werk „Miscellaneous Writings” gibt (S. 287, Z. 22–30; S. 297, Z. 16–23; S. 298, Z. 9–12).

Die Aufgabe der Christian Science ist, Eintracht und Harmonie zu fördern, nicht zu zerstören. In dem Bestreben, die Einigkeit eines Heims zu retten, sind gar manche Ehegatten willig gewesen, die zweite, die dritte und selbst die vierte Meile mit einem Lebensgefährten zu gehen, der vielleicht unter den Bann einer falschen Suggestion geraten war. In Tausenden solcher Fälle hat eine derartig geduldige, selbstlose Liebe den Sieg davongetragen und das Heim gerettet. Wenn jedoch keine glückliche Verbindung ausgearbeitet und erhalten werden konnte, so sollte dies nicht dem Christlichen Wissenschafter zur Last gelegt werden, der sich bemüht hat, den Mahnungen seiner Führerin getreulich zu folgen und „siebzigmal siebenmal” zu vergeben (Matth. 18:22).

Auch in den Beziehungen der Kirchenmitglieder untereinander muß in diesen verwirrten Zeiten getreulich Wache gehalten werden, um sich vor den Einflüsterungen der Trennung ebenso vorsichtig in acht zu nehmen, wie im ersten Weltkrieg die Soldaten sich vor den giftigen Gasen der Feinde schützen mußten. War nicht immer das Losungswort alles dessen, das als Widerchrist bezeichnet werden kann, dies: „Trenne und zerstöre”? Die Christlichen Wissenschafter können nie zu oft solche Wahrheiten, wie sie in dem schönen alten Marschlied des Christentums „Vorwärts, christliche Krieger” enthalten sind, wiederholen, so die im folgenden Vers ausgedrückten Gedanken:

Wie ein mächtig Heer wir
Gottes Kirche sehn;
Wo die Heil'gen gingen,
Brüder, wir nun gehn;
Wir sind nicht getrennet,
Alle eins wir sind,
Eine Hoffnung, eine
Liebe uns verbind't.

Wenn die ersten Auzeichen einer unglücklichen Trennung sich im Heim, in der Kirche oder im Staat bemerkbar machen, laßt uns wachsam das Nahen des angeblichen Giftgases des animalischen Magnetismus entdecken, das wir mit dem Verständnis von des Menschen Einssein mit dem unendlichen Guten und der Machtlosigkeit alles dessen, das Gott unähnlich ist, neutralisieren und zunichte machen können. Wenn wir von diesen Wahrheiten beschützt werden, so fallen wir nicht unter den Bann der Annahme, daß das Böse, die Disharmonie, wirklich ist und tatsächlich im Reich der Wahrheit existiert. Wir sehen, daß die Kinder Gottes eins sind mit ihrem göttlichen Prinzip und daher nie in Zwietracht mit einander geraten können.

Ja, es ist fein und lieblich, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen; in der Tat sagte schon der weise Markus Aurelius: „Wir sind zum Zusammenarbeiten geboren.” Laßt uns dieses wunderbare Gefühl von des Menschen Einssein mit seinem Schöpfer und der sich daraus ergebenden untrennbaren Zusammengehörigkeit der Menschen pflegen. Wie schön wird dies in dem Gebet des Meisters für seine Jünger zusammengefaßt (Joh. 17:22): „Ich habe ihnen gegeben die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, daß sie eins seien, gleichwie wir eins sind.”

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