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Ein rechter Tausch

Aus der Januar 1987-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Wir waren frisch verheiratet, jung und arbeitslos. Wir befanden uns auf Arbeitssuche in einer Kleinstadt im Norden des Bundesstaates New York. Mein Mann und ich waren Rundfunksprecher und -autoren. Nur wenige Wochen nach unserer Hochzeit hatte die Rundfunkstation im Mittelwesten, bei der wir angestellt waren, Schiffbruch erlitten, und so standen wir auf der Straße. Wir waren mit der Bahn in den Osten der Vereinigten Staaten gefahren und hatten fürs erste bei Verwandten meines Mannes Unterschlupf gefunden. Dann hörten wir, daß ein Rundfunksender etwa hundertsechzig Kilometer weiter nördlich eine Stelle anbot, und mit unseren letzten Dollars kauften wir Busfahrkarten.

Sehr lebhaft erinnere ich mich, wie ich im Vorraum zur Damentoilette eines Kaufhauses saß, während mein Mann zur Rundfunkstation ging, um sich nach der Stelle zu erkundigen. Ich betete. In der Bibellektion der Christlichen Wissenschaft für jene Woche Im Vierteljahrsheft der Christlichen Wissenschaft. waren zwei Stellen, die mir Inspiration und Hoffnung gaben.

Die eine war der biblische Bericht über Elias Besuch bei der Frau aus Zarpat. Er bat sie um ein Stück Brot. Sie erwiderte, sie habe nur eine Handvoll Mehl und ein wenig Öl für sich und ihren Sohn. Ihre Begegnung mit Elia hatte zur Folge, daß sie mit ihm das teilte, was sie hatte, und daß dann alle drei viele Tage lang zu essen hatten. Die Bibel sagt: „Das Mehl im Topf wurde nicht verzehrt, und dem Ölkrug mangelte nichts.“ 1. Kön 17:16.

Die andere Stelle war aus dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit von Mary Baker Eddy. Sie schreibt: „Die Metaphysik löst Dinge in Gedanken auf und tauscht die Dinge des Sinnes gegen die Ideen der Seele ein.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 269.

Der Gedanke, die „Metaphysik“ auf diese Situation anzuwenden, erschien mir irgendwie irrsinnig. Einem Wörterbuch gemäß ist Metaphysik „etwas, was sich mit dem beschäftigt, was über das Physische hinausgeht“. Mein Mann und ich benötigten jedoch solche physischen Dinge wie einen Arbeitsplatz, eine Wohnung und Nahrung. Konnten wir diese gegen „die Ideen der Seele“ eintauschen?

Ich fragte mich, welches „Mehl“ und „Öl“ wir besaßen. Möglicherweise Talente und die Bereitschaft, Freude, Nachrichten und unsere Intelligenz mit anderen zu teilen — also „auszustrahlen“. Aber welche Dinge des Sinnes kennzeichneten dieses Problem? Zweifel, Furcht, Begrenzung und die Bilder, die sie uns vor Augen führten? Wie konnten wir sie gegen die Ideen des Geistes eintauschen? Ich machte mich mental an die Arbeit und betete, um Zweifel, Furcht und Begrenzung gegen geistige Ideen einzutauschen. Wie konnte ich an Gottes Gegenwart — und an Seiner Führung — zweifeln? Das konnte ich eigentlich gar nicht, denn Gott ist überall. Wie konnte ich mich fürchten, wo ich doch so viel Vertrauen in die Allgegenwart der göttlichen Liebe hatte? Wie konnte ich Begrenzung annehmen, wo ich doch wußte, daß die Ideen des Geistes absolut grenzenlos sind? Ich saß still da und ließ diese Ideen mein Bewußtsein erfüllen; ich sprach das Gebet des Herrn und den dreiundzwanzigsten und einundneunzigsten Psalm. Mein Mann kam in das Kaufhaus und steckte den Kopf durch die Tür zum Vorraum zur Damentoilette.

„Komm — ich habe eine Neuigkeit für dich! Ich habe die Stelle!“

„Ich hoffe, daß ich auch eine bekomme“, erwiderte ich.

Wie sich herausstellte, gehörte die Rundfunkstation der Lokalzeitung, und die Zeitung suchte jemanden mit meinen Qualifikationen.

Das war eine schnelle Heilung — aber nur für einen Teil unseres Problems. In der ganzen Stadt gab es keine einzige leerstehende Wohnung, kein einziges leerstehendes Haus, wie uns der Makler sagte, an den wir uns bei unserer Wohnungssuche gewandt hatten.

„Ich habe genau das richtige für Sie — ein Traum von einem alten Haus —, aber es liegt über fünfzig Kilometer von hier in den Adirondacks. Haben Sie einen Wagen?“

„Nein — wir müssen etwas in der Stadt finden.“

„Gut, aber schauen Sie es sich spaßeshalber einmal an“, sagte er. Widerstrebend stiegen wir in seinen Wagen, und nach einer Fahrt, die uns ziemlich lang erschien, hielt er vor einem wunderschönen alten Bauernhaus, das von Ahornbäumen umgeben war, die in der vollen Pracht ihrer Oktoberfärbung standen. Ich stand da und weinte, denn ich war sofort in dieses Haus verliebt, aber es erschien uns unerschwinglich zu sein.

„Gegen eine kleine Anzahlung gehört es Ihnen“, sagte der Mann.

„Wir haben aber nicht das Geld für eine kleine Anzahlung — außerdem könnten wir hier oben ohne Wagen nicht wohnen.“ Mein Mann sah betrübt vor sich hin.

Da fiel mir ein, was wir eigentlich taten: Wir tauschten „die Dinge des Sinnes gegen die Ideen der Seele“ ein!

Mir war klar, daß die Kirche unser geistiges Zuhause war. Geistig gesehen ist Kirche „der Bau der Wahrheit und Liebe; alles, was auf dem göttlichen Prinzip beruht und von ihm ausgeht.“ Ebd., S. 583. Dieses Zitat stammt aus dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft. Das war Metaphysik! Also gut, dachte ich, wollen wir sie doch einmal anwenden! Die Bibel sagt uns: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.“ Ps 127:1. Im ersten Buch der Könige hatte ich gelesen, wie Salomo das Haus des Herrn baute.

Der Begriff Heim hatte für mich viele Bedeutungen: Zuflucht, Heiligtum, „der Mittelpunkt, wenn auch nicht die Grenze der Neigungen“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 58., wie es in Wissenschaft und Gesundheit heißt. Christus Jesus hatte gesagt: „Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten.“ Joh 14:2. Könnte er das für alle seine Nachfolger gesagt haben — auch für uns?

Als wir beteten, um „die Dinge des Sinnes gegen die Ideen der Seele“ einzutauschen, wurde uns der Begriff Heim klar. Das große Hindernis schien Mangel zu sein — kein Geld für die Anzahlung und kein Wagen. Meine Gedanken glühten wie die Ahornbäume um uns herum. Der Grundstücksmakler lächelte und meinte:

„Sagen Sie mal, sind Sie etwa Kriegsveteran? Veteranen können das Haus ohne Anzahlung bekommen, weil ja jetzt das Gesetz zugunsten der Kriegsteilnehmer in Kraft getreten ist.“

Wie schnell wurden doch unsere Gebete erhört.

„Wir nehmen es!“ sagte mein Mann.

Ich zögerte. „Aber ohne Wagen geht es doch nicht! Es fährt hier kein Bus!“

Fahrbarer Untersatz — ein weiteres „Ding des Sinnes“, wenn man sich wegen der Verkehrssituation im Winter Sorgen macht, wegen einer „alten Kiste“ aus zweiter Hand oder wegen des hohen Preises für einen Neuwagen. Aber dann fiel mir machtvoll eine weitere wunderbare Stelle aus dem Lehrbuch ein, und ich sagte: „, Einzig und allein das Gemüt fühlt, ist tätig oder hindert die Tätigkeit.‘ Wissenschaft und Gesundheit, S. 166. Außerdem hat uns Jesus, als er auf dem Wasser wandelte, die Tatsachen über Transport gelehrt!“

Wir vergegenwärtigten uns diese geistigen Tatsachen, anstatt uns zu begrenzen, und gingen am folgenden Tag zu einem Autohändler. Er muß wohl ein gewisses Verständnis für unsere Bemühungen, „auf dem Wasser zu wandeln“, gehabt haben, denn er sagte: „Ihre Arbeitsplätze sind mir Sicherheit genug. Der Wagen gehört Ihnen, ohne Anzahlung!“

Arbeitsplätze, Heim, fahrbarer Untersatz — alles im Austausch gegen die „Ideen der Seele“. Ganz gewiß hatte uns die Christliche Wissenschaft in jedem Bereich unseres Lebens den Weg geebnet. Und die Macht der Wahrheit wurde demonstriert.

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